Wilhelm Ruprecht Frieling, Wie man erfolgreich eBooks verkauft

Bild: pixabay.com/OpenClipartVectors

Bild: pixabay.com/OpenClipartVectors

So arbeiten erfolgreiche eBook-Autoren …

Der Hype um die eBooks hat viele überrascht. Und doch ist es unglaublich, welche Umsatzzahlen manche Autoren mit ihren eBooks machen. 1000 Verkäufe am Tag sind drin; und mehr. Davon kann unsereins nur träumen – wenn die Kleinverlegerin in der Holzklasse 200 Stück von einem Buch vertickt, lächelt sie selig und plant schon das nächste Buch mit ihrem Erfolgsautoren.

In beiden Welten

In beiden Welten zu Hause 
Ruprecht Frieling kennt sich in beiden Welten aus. Er war lange in der Holzklasse Verleger. Jetzt schreibt und veröffentlicht er eBooks. Über Amazons Kindle-Shop. Nun, er ist nicht so erfolgreich wie die Superstars; aber zu beachtlichen Erfolgen bringt er es doch. Und gegen den Strich gedacht und gehandelt hat er aber immer.
 Und er hat einen Riecher für gute Titel. So hat er ein elektronisches Buch geschrieben über das Schreiben von elektronischen Büchern. Und er hat das hier verfasst – sein neustes Buch, das sich mit den Superstars der eBook-Szene befasst.
 Da sind Größen wie Emily Bold dabei. Und Jürgen Schulze, Jonas Winner und John Locke.
 Die meisten hat Prinz Rupi interviewt – und die Interviews sind locker, spannend zu lesen und kenntnisreich.


The early adopters

Das Buch gibt tiefe Einblicke in die Welt der early adopters – jener Leute, die sich in Lichtgeschwindigkeit durch das Hier und Jetzt bewegen. Die schon Anfang 2011 ungeduldig darauf warteten, dass Amazon endlich seinen Kindle-Shop auch in Deutschland eröffnete. Prinz Rupi war natürlich dabei. 
Klar, dass sie dann auf der ersten Welle surften, die durch unser Land schwappte. Und natürlich hatten sie die Vorteile der ganz Aufgeweckten auf ihrer Seite. In die Top 100 bei Amazon zu kommen ist leichter, wenn nur 100 Bücher auf dem Markt sind als jetzt, wo es mehrere 10.000 sein mögen. Von daher mögen in diesem Jahr viele der Goldgräbergeschichten nicht mehr auf diese Weise machbar sei. Oder ungleich schwieriger.
 Dennoch gilt vieles auch heute noch: Etwa die Tatsache, dass sich Nischen leichter bedienen lassen als der Mainstream. Oder, dass es ohne Netzwerken nicht geht.  Und ohne viel herzblut, Hirnschmalz und Ausdauer auch nicht. Geschenkt bekommt niemand etwas – nur der Herr Wulff. Klar.

1000 eBooks verkaufen

Aber ich denke, der zauderliche Autor wird sich hier durchaus die notwendige Inspirationen und den Kick holen können, das Wagnis einzugehen – was ja finanziell keins mehr ist. Und wenn er dann 1000 Stück statt 10.000 verkauft, wird auch niemand ernstlich traurig sein; weil das pro Werk immer noch eine fantastische Gewinnschöpfung ist, an die kaum ein Autor der Holzklasse herankommt. Und mit einem Büchlein schnell mal 500 oder 1000 Euro zu machen, das lässt man sich gefallen.
 Prinz Rupis Buch ist also höchst lesenswert und wundervoll informativ. Und für jeden, der noch am guten alten Holzbuch hängt, ist sein flammendes Plädoyer gedacht, warum die Szene der Independent-Autoren das Mekka für jeden Publizisten ist.

Für jeden? 
Ich bin altbacken

Nun ja. Da gibt es natürlich noch so alte Esel wie mich. Ich gebe zu, auch schon den Kindle-Shop probiert zu haben; und es funktioniert, wenn ich auch nicht die Verkaufszahlen der Stars erziele.
Aber ich gestehe dennoch freimütig ein: Ich bin verliebt in die Zusammenarbeit mit meiner Verlegerin. Da sind die Stückzahlen klein, der Jahresgewinn reicht vielleicht für ein schönes Essen mit der Familie (wenn ich noch mal soviel drauflege wie ich an Honoraren verdient habe) – aber ich mag es, ein Buch in der Hand zu haben. Ich liebe es, mit meiner Lektorin und meiner Verlegerin das Buch zu diskutieren. Und dann zu wissen: Es ist gut lektoriert. Es ist das Beste, was wir machen konnten.
 Und ich liebe es, auf Lesungen zu gehen und aus einem echten Buch vorzulesen, hautnah die Reaktionen meines Publikums zu spüren und dort echte Bücher zu verkaufen. 
Ich weiß, das ist altbacken. Und vielleicht nicht sehr schlau. Ich bin wohl ein very late adopter. 
Aber ich liebe es einfach. Und ich kann nichts dafür. 
Womit ich nichts gegen Prinz Rupis Welt gesagt haben will. Die ist die Zukunft. Und ich werde einmal im Museum für altertümliches Denken ausgestellt. Zumal sich der Hype um die eBooks mittlerweile reichlich abflachte.

Ich bin drin! Oder zumindest mit dabei …

Allerdings: Mittlerweile hat die Chichili Agency mich entdeckt; oder sollte ich schreiben, ich habe sie entdecct? Egal, hier bekomme ich genau das, was ich brauche: Gut lektorierte Bücher; und das auf elektronischer Basis. Es lebe die Zukunft!

Die sich, die kleine Ergänzung sei erlaubt, auch wieder als lauwarmer Kaffee herausstellte – nachdem sich Satzweiss von Chichili trennte, lief es gar nicht mehr mit meinem eBooks. Aber sie waren ja auch für Kinder – und das ist auf jeden Fall höchst schwierig.
Wie dem auch sei: Wer trotzdem eBooks mag und mit dem Gedanken spielt, selbst eines erfolgreich zu vermarkten, der kommt um Prinz Rupis Buch nicht herum.
 Also, lest es, ihr Schurken!

Wilheim Ruprecht Frieling, Wie man erfolgreich eBooks verkauft, Exklusivinterviews, ISBN 978-3-941286-75-7.

Hier gibt es alle Tipps gebündelt

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

Kommentar verfassen