Wilhelm Rupert Frieling, Wenn schwarze Schweine träumen

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Bild: pixabay.com/Felix Neukirch

In seinem Kinderbuch Wenn schwarze Schweine träumen rührt Rupert Frieling an ein Tabu – den Tod. Ist das in einem Buch für Kinder erlaubt?

Ich freue mich immer, wenn Freunde und Bekannte ein Kinderbuch schreiben. Das ist zwar ganz schön schwer und manche purzeln da auch heftig auf die Nase – aber Kinderbücher sind einfach nur toll. Und wenn man es dann geschafft hat, ein tolles zu schreiben, dann steht man ganz oben auf dem Berggipfel.

Prinz Rupi und der Tod

Bei Prinz Rupi habe ich mich aber dann doch erst einmal gewundert. Nicht, dass er überhaupt ein Kinderbuch schreibt; das habe ich dem erfolgsverwöhnten Autor schon zugetraut.
Aber eines über ein so ernstes Thema wie den Tod? Ausgerechnet der Satiriker von Bücher wie Angriff der Killerkekse oder Tausend Titten tanzen Tango!
Hm.

Ein schlitzohriges Buch

Das Ergebnis hat mich dann doch wieder nicht überrascht. Er ist seiner Schlitzohrigkeit treu geblieben – am Ende überzeugt er seine Helen, die schwarzen Schweine von Mallorca, und vielleicht auch seine jungen Leser, dass es das gottgewollte und naturgegebene Ziel einer jeden schwarzen Sau ist, als wohlschmeckende mallorquinische Schweinewurst zu enden.

Genieße das Abenteuer Familie!

Lebensziel: Wurst

Davon dürfen dann die schwarzen Schweine träumen. Und natürlich der Autor selbst. Denn er braucht sich dann keine ethischen Sorgen mehr zu machen, dass ihm diese Inselspezialität so ausgesprochen gut schmeckt.
Clever, clever – und jedenfalls ist es amüsanter, über das junge schwarze Schwein Pedro und seinen geschlachteten fetten Onkel Sancho zu lesen, die sich im Traum wiedersehen und sie ihr Wurstschicksal goutieren – als vielleicht die Betroffenheitsprosa eines Vegetariers zu ertragen, der die schwarzen Schweine unbedingt retten will.
Euer Schicksal sei die Wurst, Schweine; ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.

Der Segen des Vegetariers

Ach ja, wenn jetzt nun ein Vegetarier meint, er komme in dieser Buchkritik schlecht weg und der blutrünstige Frieling zu gut, dem möchte ich gleich mal den Wind aus den Segeln nehmen: Auch ich bin Vegetarier. Das feine Büchlein, gewürzt mit einer herrlich süffigen Sprache und so hinterfotzigem Humor, das habe ich gleichwohl genossen!

Wilhelm Rupert Frieling, Wenn schwarze Schweine träumen…

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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