Weiler, Jan, Mein Leben als Mensch

Weiler

Bild: pixabay.com/WikiImages

Wunderschöne Kolumnen aus dem Leben einer Familie versammelt der Journalist und Autor Jan Weiler in seinem Buch Mein Leben als Mensch. Zum Schmunzeln.

 Weilers Familienleben

Das Familienleben bei den Weilers ist höchst amüsant – und wer Spaß an solchen Geschichten hat, der freut sich an den 61 locker geschriebenen Satiren köstlich.

Antonios große Zeit

Jetzt kommt sie wieder, die große Zeit von Antonio. Da wird er wieder vor seinem „Geräte mitte Flakebilde“ sitzen und mit seiner italienischen Nationalmannschaft mitfiebern. Für die letzte WM hat er sich extra so eine „Geräte mitte Flakebilde“ gekauft – und der TV mit dem Flachbildschirm hat auch brav seinen Dienst versehen und den Italienern zur Weltmeisterschaft verholfen.

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Selbst ist der Mann

Ob ihnen das wieder gelingt? Ob Antonio ein neues „Geräte mitte Flakebilde“ braucht? Wenn ja, werden wir bald eine Fortsetzung der wunderschönen Geschichte lesen, in der Antonio und sein Schwiegersohn Jan zum Elektronik-Markt fahren und Antonio so ein Gerät haben will. Und was macht er heißblütige Italiener, als ihm kein Verkäufer beachtet? Reißt sich voller Begeisterung einen Fernseher aus der Ausstellungsreihe und schaut ihn sich näher an. Mit dem Ergebnis, dass in zwei Sekunden doch ein Verkäufer zu Stelle ist, der das Gerät verkaufen und den Aufbau retten will.

Gelernter Journalist

So und ähnlich sind die Geschichten von Jan Weiler. Der gelernte und praktizierende Journalist war früher Chefredakteur des SZ-Magazins und Kolumnist beim Stern. Und in der Kolumne, der kleinen Magazinform, kennt er sich auch am bestens aus. So sind ihm im Buch Mein Leben als Mensch wunderschöne Satieren und Sottiesen gelungen, die uns Leser schmunzeln lassen. Best of Stern, sozusagen. Weil natürlich nicht nur Schwiegervater Antonio ein Ereignis ist, sondern auch die Kinder Carla und Nick Charakter haben und den zielgerichtet einsetzen können.

Witz mit Pimmelkarate

Etwa Nic, der Witze erzählt wie diesen: Treffen sich eine Drei und ein Schuh in der Wüste. Sagt der Schuh: Komm, wir machen Pimmelkarate. Woraufhin die geschockten Eltern rätseln, was die Kinder heutzutage so alles im Kindergarten lernen.
Aber findig sind sie immer, die Kinder. Als Carla als Hausaufgabe ein typisches Geräusch von zu Hause auf das Diktaphon bannen und in die Schule mitbringen soll, was passiert?

Der Furzgeneral

Erst einmal nichts, kein Geräusch ist ihr gut genug. Bis sich ihr Bruder Nic heimlich das Diktaphon schnappt und in seinem Zimmer darauf spricht: „Achtung, Achtung, hier ist der Furzgeneral. Ich werde jetzt pupsen. Und es wird stinken. Jetzt kommt der Gestank, du kannst ihn hören.“ Und dann folgt ein langes, das Gerät übersteuerndes Furzgeräusch, kurze Pause, dann Nic: „Das war der Furzgeneral.“ Gefolgt von einem gewaltigen Gelächter.

Was ist mit Carla?

Und was macht Carla? Gibt die Aufnahme als Hausaufgabe ab, mit dem Kommentar: „Mein bescheuerter fünfjähriger Bruder.“ Eine Arbeit, die eine glatte Eins bekam.
So ist das Familienleben bei den Weilers und anderswo – und wer Spaß an solchen Geschichten hat, der amüsiert sich bei den 61 locker geschriebenen Satiren köstlich.

Jan Weiler, „Mein Leben als Mensch“, gebundene Ausgabe: 224 Seiten, Kindler Verlag; Auflage 4 (18. September 2009), ISBN-10: 3463405717, ISBN-13: 978-3463405711, 14,90 Euro.

 

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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