Osswalds Kosmos, Der Anzug – Satire

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Bild: pixabay.com/RyanMcGuire

Frau Osswald sucht lieber selbst den Anzug für ihren Mann aus – ehe der wieder wie ein Clown daherkommt. Nur diesmal geht es in die Hose …

Frau Osswald ist noch von der alten Schule – zumindest, was Benimm und Etikette betrifft. Sie liebt Männer mit Stil. Die sich zu benehmen wissen, wie der ollen Knigge das vorgeschrieben hat. Osswald wundert sich stets, dass sie ihn zum Mann nahm – wo er doch auf Etikette so wenig Wert legt. Nun ja, um Benehmen bemüht er sich, das gelingt ihm auch hin und wieder. Aber vom ollen Knigge ist er weit entfernt. Und Anzüge sind ihm ein Greuel. Doch genau ein Anzug muss es jetzt sein, Frau Osswald besteht darauf.

Wie ein Halbgehängter

„Du hast keine vernünftige Stoffhose. Und deine Jacketts sehen zum Heulen aus. Wenn du die anhast, läufst du rum wie ein Halbgehängter!“

Zum Glück also, dass Osswald für seinen Job als Freiberufler in den schluffigsten Klamotten rumlaufen kann, die er im Schrank hat; und davon gibt es viele. Immer noch besser jedenfalls als so ein Affenjob mit Anzugzwang, findet Osswald. Aber es gibt auch einige Anlässe, wo das mit dem Schlabberlook nicht sein darf – zumindest meint das Frau Osswald. Die Einladung nach Mannheim, in ein schickes Restaurant, ist so eine. Frau Osswald und ihre Freundin haben sie ausbaldowert, und anders als bei anderen Treffen, sind diesmal die Männer ausdrücklich willkommen. Die Freundin ist nicht nur die Freundin aus Schultagen, sie ist auch die Anwältin von Frau Osswald. Familienrecht, um genau zu sein. Osswald sitzt also der zukünftigen Scheidungsanwältin seiner Frau gegenüber. Wenn er Pech hat. Also muss er gut gekleidet sein und sich zusammenreißen …

Schick ausgehen

Bevor also das schicke Ausgehen angesagt war, musste es erst einmal einen neuen Anzug geben.

Und weil Osswald eh keinen Geschmack hat, besorgt ihm seine Frau Stoffhose und Jackett. Alles passt prima, Frau Osswald kennt die Ausdehnungen ihres Mannes. Anprobieren muss er trotzdem. Als Osswald das Jackett anzieht, knistert etwas in der Innentasche.

Osswald zieht das knisternde Ding heraus. Es ist ein Din-A-4-Blatt, zweimal in der Mitte gefaltet. Dazu eine leere Packung Vivil-Bonbons.
Osswald faltet den Zettel auseinander. Er zeigt eine schlechte, grisselige Fotokopie zweier halbnackter Frauen. So, wie die Frauen in seines Vaters Fotoalben ausgesehen hatten, zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts – ungekünstelt, rührend naiv und irgendwie antik.

Osswald fragt seine Frau: „Ist der Anzug neu?“

Zwei Mädel, nackig!

„Natürlich!“

Er zeigt seiner Frau die Aktfotografie: „Das war in der Innentasche des Jacketts. Es ist eine Botschaft. Von meinem Vater.“

„Ach Blödsinn! Das ist eine Sauerei.“

Frau Osswald bringt den Anzug zum Händler zurück und holt einen anderen. Der ist völlig langweilig, ohne geheime Botschaften aus dem Jenseits. Und er ist ein wenig überflüssig, zumindest zum Date in Mannheim. Die Scheidungsanwältin kommt nur leicht aufgemöbelt daher, der Mann der Scheidungsanwältin in Pollunder und verbeulter Jeans. Während Osswald aufpassen muss, dass er seinen neuen Anzug nicht bekleckert. Und den Schlips erst …

Mehr Satire …

Hope_3DDas Buch Hope, Gefangen zwischen Liebe und Lust macht Lust, die Liebe neu zu entdecken.

Über das Buch

Hope, eine Frau Mitte dreißig, ist dabei, sich und ihre Lust neu zu entdecken. Von ihrem Ex-Freund, den sie noch gelegentlich in der Stadt trifft, ist sie enttäuscht und würde ihn am liebsten vergessen. Doch Gefühle lassen sich nicht so einfach ausknipsen. Um sich abzulenken, versucht sie neues Terrain zu betreten und endlich ihren Fantasien nachzugehen, die sie schon sehr lange in ihrem Kopf bewahrt. Sie meldet sich in einem SM-Forum an und knüpft online und erst mal anonym neue Kontakte. Es gibt so vieles, von dem sie schon so lange träumt, es bisher aber noch nie ausprobiert hat.

Doch was spricht dagegen, sie ist Single und sieht gut aus. Sie trägt einen frechen Kurzhaarschnitt, hat eine ganz annehmbare Figur und sie mag sich so, wie sie ist. Außer den üblichen kleinen „Problemzonen“, die, wenn wir mal ehrlich sind, manche Frau zu beklagen hat. Klar hätte sie gern den Mann fürs Leben gefunden, aber immerhin kann sie auf ein paar leidenschaftliche Affären zurückblicken. Und wer weiß, vielleicht ist ja irgendwann der Richtige dabei. Jetzt will sie aber erst mal nur genießen und ihre Grenzen und Fantasien ausleben.

Über die Autorin

Eve Bourgeon schreibt gern sinnliche, erotische Geschichten die zum Träumen einladen und den Alltag einmal vergessen lassen sollen. Schreiben befreit und inspiriert Eve zu immer wieder neuen Geschichten. Mit kurzen Texten für Agenturen fing es an, später folgten einzelne Geschichten und schließlich erschien 2013 das erste Buch „Fesselnde Leidenschaft – devote Phantasien“. Schreiben ist Eves Leidenschaft. Ihr Mottos ist: „Leidenschaften sollten ausgelebt werden, sonst lebt man nur halb“. Ob es immer bei Erotik bleibt, wer weiß. Man darf gespannt sein.

Meine Website: www.eve-bourgeon.webnode.com
Über einen Besuch dort freue ich mich jederzeit.

LEO Cover

 

 

Ein spannendes Buch legt Greta L. Vox vor – ein erotisches Tagebuch nämlich.

Greta L. Vox (das L. steht für Louisa) wurde Anfang der 1950er Jahre im Ruhrgebiet geboren. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten lebt und arbeitet sie heute als Freiberuflerin in einer nordrhein-westfälischen Großstadt. „Leo – Erotisches Tagebuch“ ist ihr erstes eBook im Self-Publishing Verfahren.

„Leo – Erotisches Tagebuch

oder: Kann ein kalter Winter heiß sein?

„Der Herbst kam früh in diesem Jahr. Bereits Mitte September fegten die ersten Stürme durch die Straßen. Die Wucht, mit der Leo zu der Zeit in mein Leben wirbelte, war der Jahreszeit nur allzu angemessen.“

So beginnt Greta L. Vox ihr intimes Tagebuch. Wenige Zeilen später werden wir Zeuge, wie Leo sagt „Ich würde dich gerne küssen“ und Greta: „Ich will mit dir schlafen.“ Kurz darauf haben die beiden zum ersten Mal Sex – und was für welchen!

Greta und Leo erleben einen Winter, wie er heißer nicht sein könnte. Als das Frühjahr gekommen ist, hat sich das flüchtige Abenteuer zu einer leidenschaftlichen Affäre entwickelt, bei der längst mehr als reiner Sex im Spiel ist.

Greta ist eine reife Frau

Genre-untypisch ist: Greta ist bereits 58 Jahre alt, als sie sich auf die riskante Affäre mit dem drei Jahre jüngeren Leo einlässt. Experimentierfreudig, fantasievoll und hemmungslos leben die beiden ihre Lust aus, und Greta hält die erotischen Episoden in ihrem geheimen Tagebuch fest. Sie liebt den „dirty talk“ und schreckt nicht vor derben Ausdrücken zurück, sodass es einem manchmal die Sprache verschlägt. Trotzdem werden gerade Leser mit einem gewissen Niveau und stilistischem Anspruch Gretas Schreibstil schätzen, denn das Buch ist einfach gut geschrieben.

In einer vom Jugendwahn geprägten Umgebung beweisen die Aufzeichnungen von Greta L. Vox, dass auch Frauen jenseits der 50 ein aufregendes Sexualleben haben können. Männer und Frauen aufgepasst! Auch mit Ende 50 ist noch lange nicht „Schluss mit lustig“ …

Mehr von Greta und „Leo“ unter:

http://gretavoxblog.wordpress.com/

 

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Schnappt Blechschmitt

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Ich bin Jahrgang 1960, verheiratet, Mutter zweier mittlerweile erwachsener Kinder. Ich habe Jura studiert, mich während der Erziehungszeiten in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Kriminologie, Rechtsmedizin und forensische Psychologie weitergebildet. Seit 2003 arbeite ich als Ghostwriterin und als Autorin in freier Mitarbeit bei verschiedenen Verlagen. Ich lebe in einem kleinen 800-Seelen-Dorf an der norddeutschen Küste. Nach jahrelanger Tätigkeit als Ghostwriterin trete ich  nun mit der Roman-Reihe „Chatgeschichten“ auch offiziell als Autorin in Erscheinung. Es ist die große Liebe zu Büchern, die mich zum Schreiben animiert.

Diese Idee reifte, nachdem das „moderne Internet“ geschaffen und „Flatrates“ die bislang kostspielige minutengenaue Abrechnung ersetzte und so einer breiten Masse der Zugang ermöglicht wurde. Gleichzeitig schossen Chats geradezu wie Pilze aus dem Boden, was meine Neugier weckte. Was war es, das Chaträume so attraktiv werden ließ? Welcher besondere Reiz liegt in virtuellen Bekanntschaften? Welche Gefahren verbergen sich dahinter? Mit meiner Geschichte möchte ich versuchen, auf unterhaltsame, bisweilen humorvoll-erotische Art hierauf Antworten zu geben.

Über das Buch (vier Bände, Taschenbuch und E-Book)

Chatgeschichten-EinesTagesVielleicht_3DIn der virtuellen Welt lernen sich der Reporter Gabriel und die Studentin Kim kennen. Es entwickelt sich eine intensive Liebesbeziehung zwischen den beiden, der Körper entlädt seine Sehnsüchte in Tastenbewegungen. Erotische Stunden zu zweit, gewürzt durch humoristische Dialoge, (selbst-)kritische Gedankengänge, gemeinsame Ausflüge, … Die Protagonisten formen eine unvergleichliche platonische Phantasiewelt, einem virtuellen Tennis-Match gleich werfen sie sich die Wort-Bälle zu, fangen sie auf und erwidern sie. Eine rasante Geschichte nimmt ihren Lauf…

Es ist die unglaubliche Geschichte eines Paares welches es schafft alle Facetten einer Beziehung – Erotik, Liebe, Humor, Spaß und Vertrauen – aufrecht zu erhalten. Und das obwohl sie einander noch nie in die Augen gesehen oder berührt haben. Das schaffen sie nur mit einer gewaltigen Ladung Fantasie und Dirty Talk.

Band 2:

Auch in ihrem zweiten Jahr geht es erotisch und humorvoll weiter. Ob Kims Bruder anmerkt: „Mein kleines Schwesterchen hat eine Affäre mit einem Computer… kommen dann da als Nachkommen kleine Laptops???“ oder ob sich Kim in einer ebenso fiktiven wie humorvollen Gerichtsverhandlung Gedanken über die „Tötung“ des Mannes besten Stückes macht – es bleibt anregend und erotisierend. Im Wald, am Strand oder bei einer virtuellen Reise durch Paris – den Leser erwarten magische Momente in dieser erotischen Welt zwischen Bites und Bytes…

Band 3 und 4:

Nicht von dieser Welt erscheinen die erotischen Phantasien, in die uns Kim und Gabriel eintauchen und hautnah miterleben lassen – gepaart wieder mit allerlei Lustigem und Nachdenklichem. Wer wissen möchte, warum Mona Lisa lächelt und welche Probleme mit Hart- und Weichzeug (= Hard- und Software) sich erotisch lösen lassen, sollte auch dieses Mal dabei sein, wenn Kim ihren Gabriel zum Ehrengast ihrer Lust macht, wenn beide zeigen, was sonst nur für sie ganz allein bestimmt ist und beide mit dem Leser auch das letzte intime Geheimnis teilen.

Chatgeschichten – Erotische Träume zu zweit: Eines Tages vielleicht

Chatgeschichten – Erotische Träume zu zweit: Zwischen Bits und Bytes

Chatgeschichten – Erotische Träume zu zweit: Nicht von dieser Welt

Chatgeschichten – Erotische Träume zu zweit: Hautnah

Stell auch dein Buch vor!

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Bild: pixabay.com/TheresaOtero

Veronica Müller-Feucht hat mit ihrem Roman Komm doch, wenn Du kannst bei mir gemischte Gefühle hinterlassen …

Der Roman Komm doch … ist ein fesselndes Psychogramm einer jungen Frau, die eine sexuelle Störung mit der anderen austreibt.

Veras Lust

Der Titel ist auch tatsächlich so gemeint wie er lautet. Denn die armen Männer, denen die Protagonistin Vera begegnet, haben Schwierigkeiten, ihre sexuelle Erfüllung zu bekommen – ganz einfach, weil Vera sie nicht lässt. Sie frönt einer eigenartigen Lust, die Männer zu erniedrigen und zu dominieren. Alles sehr detailfreudig auf den 182 Seiten des Buches beschrieben.

Männer als Opfer

Gut, soll sie doch, schließlich machen das viele Männer mit Frauen auch so. Von daher habe ich jede Menge Verständnis für die gute Vera. Und es ist durchaus amüsant, welche Männer ihr in welchen Situationen in die Hände fallen und wie sie ihre Dominanz auslebt.

Doch es gibt noch zwei andere Männer (zumindest sieht es zunächst nach zweien aus), deren Dominanz Veras erotische Welt so gänzlich auf den Kopf stellt.

Am Ende schafft es der eine Mann, Veras Herrschsucht zu brechen und aus ihr eine nahe Verwandte der O. zu machen.

Lustvoll leben

Meine Schwierigkeiten

Und hier beginnen ein paar Schwierigkeiten, die ich mit dem Buch habe. Der Weg, den Veras Entwicklung nimmt, ist ganz fatal. Frauen, die sich freiwillig unterwerfen und unterdrückt werden, die hatten und haben wir mehr als genug. Wenn Vera den umgekehrten Weg genommen hätte – ok. Wobei es natürlich auch nicht erstrebenswert ist, Männer zu erniedrigen und zu unterdrücken. So ist Botschaft dieses Roman insgesamt einerseits recht dünn, andererseits gefährlich.

Natürlich kann es sein, dass ich hier vollkommen falsch liege. Vielleicht ist es müßig, einem erotischen Roman, der so drastisch daherkommt, irgendwelche Botschaften oder gar eine Moral zu unterstellen. Vielleicht besteht diese Art von Literatur eben doch nur auch „gewissen Stellen“ (und die sind hier reich gesät).

Aber ich bin nun einmal ein Optimist – und unterstelle selbst erotischen Romanen, dass ich sie nach literarischen Gesichtspunkten bewerten darf.

Anspruchslose Sprache

Ähnliches könnte auch für die Sprache gelten – vielleicht ist sie nicht wichtig. Mir ist aber dennoch aufgefallen, dass relativ anspruchslos daherkommt, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Das könnte durchaus einen gewissen Bezug zur intellektuell nicht allzu hoch fliegenden Vera haben. Und von daher gesehen wäre es literarisch hochwertig.

Eines aber ist mir regelrecht gegen den Strich gegangen: Wenn Vera mit sich selbst redet. Oder denkt – und die Autorin dazu die Anführungsstriche bemüht. Ich einer Erzählung aus Sicht der Protagonistin ist es völlig unnötig, die Heldin mit sich selbst zischen zu lassen. So ganz in Gedanken. Das wirkt furchtbar unbeholfen.

Ebenso wie die Tatsache, dass Veras Gedanken sich in einer brenzligen Situation auf wenigen Seiten gleich siebenmal überschlagen, wie die Autorin schreibt. Da wären ein paar Variationen nötig gewesen.

Andererseits ist das Buch freizügig, offen und thematisiert ein Tabu-Thema: weibliche Herrsucht im Bett. Wenn ich auch, wie gesagt, die Auflösung der Geschichte nicht mag.

Das Setting ist konsistent, die Geschichte und die Entwicklung des Haupt-Charakters logisch aufgebaut.

Und, ja, das Buch macht Spaß zu lesen; es ist süffig geschrieben. Und das können wir nicht von jedem Roman sagen …

Veronica Müller-Feucht, Komm doch, wenn Du kannst, Erotica Verlag, 15. November 2013, ISBN 978-0615923369

 

Hurengeschichte: Geraubte Seele

Bild: pixabay.com/VoThoGraf

Alex, eine begehrte und teure Liebesdame, hat einen spezielle Leidenschaft: Bondage und SM. Dabei überschreitet sie Grenzen.

Liebesdame mit besonderem Service

Harte Kost beschert Zoe Zander ihren Leserinnen und Lesern in ihrem Roman Geraubte Seele. Sie erzählt von einer Liebesdame, die ganz besonderen Service bietet: Bondage, SM und Rollenspiele, die ganz speziell sind – weil Alex, wie sie heißt, hierbei regelmäßig Grenzen überschreitet. Grenzen, die sie selbst in höchstem Maße gefährden. Und ihre Freier ganz offensichtlich in höchstem Maße entzücken.

 

Begehrt und teuer als Hure

Kein Wunder, dass sie als Hure begehrt und teuer ist. Denn es gibt diese besondere Art von Männern, die Vergnügen daran findet, Frauen zu demütigen und zu peitschen, bis sie selbst zu müde werden, die Peitsche zu schwingen. Oder die Lust darin finden, die ungeliebte Kollegin über die Maßen zu demütigen – sie entführen, missbrauchen, peitschen, foltern, beinahe ertränken. Und weil das natürlich mit gewissen Schwierigkeiten verbunden wäre, das der verhassten Kollegin selbst anzutun, muss Alex herhalten. Sie übernimmt im Rollenspiel die Rolle der Kollegin, die wahrscheinlich nicht einmal ahnt, welche trüben Fantasien sie bei ihren männlichen Kollegen auslöst.

Hurengeschichte: Warum macht sie das?

Nach solchen Sitzungen ist Alex tagelang kaputt und zerschlagen. Und man fragt sich tatsächlich, warum sie sich das antut.
Bei der Lektüre wird allmählich klar, wo die Motive liegen könnten: Ihr Lover, für den sie als 16-Jährige das Elternhaus verließ, hat sie zur Hure gemacht und dann fallen lassen. Seinen größten Lustgewinn hatte er, indem er sie anderen Männern zur Verfügung stellte und zuschaute, wie die Alex entführen, peitschten, folterten und missbrauchten.
Warum macht sie das also, lange, nachdem er aus ihrem Leben verschwunden ist? Will sie ihn demütigen? Will sie sich bestrafen?
Als Alex ihn schließlich wieder trifft, ohne, dass er sie erkennt, nimmt ihre Rache klarere Formen an – obwohl erst einmal nichts darauf hindeutet. Denn bei ihm geht Alex noch einen Schritt weiter über die Grenze des Unwiderruflichen. Und sie überlebt nur, weil er sie immer wieder zurückholt. Sie hasst sich selbst dafür.

Zoe Zanders kühle Sprache

Das alles beschreibt Zoe Zander in einer kühlen Sprache aus der Sicht der Ich-Erzählerin. Sehr detailverliebt, wenn es um die Vorbereitung der Treffen geht. Und durchaus drastisch von den Treffen selbst. Auch das Nachdenken über ihr Handeln nimmt breiten Raum ein.
Dabei ist sie immer so nüchtern wie direkt. Wir nehmen der Erzählerin ab, dass sie erfolgreich Jura studiert. Sie analysiert ihre Situation kalten Herzens und ohne Ausflüchte.

Bezüge zur Geschichte der O

Die Geschichte geht unter die Haut und berührt den Leser. Erinnerungen und Bezüge zur Geschichte der O werden wach. Nur geht Zoe Zander einen Schritt weiter: Einerseits sind die Folterungen härter, andererseits seltsam asexuell. Zumindest für Alex. Mit Sex mag das für die Männer etwas zu tun haben, für sie hat es das nicht. Es ist einigermaßen spannend, das als Mann zu lesen: Man schlägt sie dabei eher auf die Seite der Erzählerin. Sieht, es ist notwendig. Es ist Geschäft. Und es führt sie zum Ziel.
Erotisch ist es nicht. Und pornografisch schon gar nicht; da schreibt die Autorin sehr geschickt im Kopf des Lesers weiter. In ihrem Text deutet sie eher an.

Das Ende schlägt Volten

So detailverliebt die Autorin am Anfang ist, so unvermittelt springt uns das Ende an. Ein Ende, das mehrfache Volten schlägt – und zumindest mich einigermaßen ratlos zurückließ. Die Reaktion ihres Ex-Geliebten wird nicht vorbereitet und bleibt seltsam weit hergeholt im Raume hängen. Die sich am Ende überraschend und sprunghaft anbahnenden Liebesgeschichte mit ihrem WG-Mitbewohner würgt Zoe Zander wenige Seiten weiter und ebenso unvermittelt wieder ab. Und das – vielleicht auch nur fantasierte – Liebesglück mit eben jener Dame, für die sich Alex entführen und foltern ließ, es kommt völlig aus der Luft gegriffen.

Wichtiges Buch

Ein tolles Buch. Ein wichtiges dazu. Eines, das sich süffig liest, trotz der harten Thematik. Und eines schließlich, dessen Charaktere sorgfältig gezeichnet sind und sie stimmig handeln lässt. Umso mehr bricht der Roman am Ende weg. Unvermittelt. So, als hätte die Autorin plötzlich keine Lust mehr gehabt, noch ein Wort mehr zu schreiben. Geschweige denn, ihren Plot logisch aufzubauen.
Vielleicht sollte sie das Ende noch einmal überarbeiten.

Zoe Zander, Geraubte Seele, Zsolt Majsai Verlag 3.0, Bedburg, PDF-ISBN 978-3-943138-14-6

Liebesgeschichten aus Paris – aber so ganz anders als wir sie erwarten. Dagmar Fedderke ist eben eine Künstlerin, die sich nicht um Konventionen schert. Wir kommen dafür in den Genuss eines höchst unanständigen Buchs. Notre Dame von hinten – das dürfen wir wörtlich nehmen.

Unberührbar und hemmungslos

Dagmar ist ein böses Mädchen. Salope, Schlampe, hing ihr in Deutschland schnell am Plisseerock, den sie meist ohne Unterwäsche trägt. Doch Dagmar hat Glück, sie lebt in Paris. Der Stadt, wo selbst die verruchtesten Frauen noch Hochachtung genießen. Etwa so, wie salopp für uns Deutsche klingt.

Dagmar liebt Männer und ihre Komplimente

Dagmar liebt die Komplimente der Männer in Paris, die sie vorgeblich unvorbereitet treffen – in dunklen Gassen, auf Festen, in der Métro. Sie lebt im fein gesponnenen Netz des Zaubers, in den die schönste Stadt der Welt sie versetzt. Deren savoir vivre sie schweben lässt. Sie lebt im Zauber der Liebe, die schmerzhaft sein kann. Körperlich und seelisch. Dagmar ist eine Künstlerin, die ihre Existenz aufwendig zelebriert. Doch eigentlich ist sie keine Schriftstellerin, auch nach dem dritten Buch nicht; sie studierte Bildende Kunst und arbeitet als Computer-Artistin. Aus der autobiografischen Gemengelage ergibt sich über die vier Jahre, aus denen das Buch erzählt, nur ein diffuses Bild.

Eine Künstlerin und eine wunderbare Frau

Da ist eine Frau, knapp 40, mit wunderbaren Beinen gesegnet, wie die Fotos belegen, die sich vor allem mit sich und ihrem Künstlerdasein beschäftigt; gerade auch in den angeblichen Liebesgeschichten. Den Konventionen tritt sie mit jedem Schritt ihrer roten Pumps auf die Zehen. Da kommen Sätze zustande wie: „Das schlimmste im Leben ist die Unschuld. Ich habe meine nicht verloren, nein, ich habe meine systematisch abgebaut, denn ich verachte sie.” Das ist die eine Seite, die sie in ihren Geschichten auslebt.

Dagmar ist hier unberührbar, dort hemmungslos derb

Die andere: „Ich möchte eigentlich unwirklich … unberührbar sein.” Sie bändigt das Chaos in sich und um sich, indem sie das Chaos hätschelt. Dem Erzählband fehlt allerdings der rote Faden. Zu Anfang gibt sie sich tatsächlich unberührbar, lässt das Begehren der Männer an sich abperlen – nur um später hemmungslos derb zu werden, an der Grenze zur Pornografie entlangzutänzeln. Das gehörte ausgewogener gestaltet. Die Geschichte „Wie im Film” (Seite 122) sollte den Anfang bilden. Darin sagt ein Bekannter zu ihr: „Du lebst in einem Film.”

Das feine Gespinst der Verführung fehlt

Was fehlt, sind die feinen Gespinste der Verführung. Und die fein herausgearbeitete literarische Beobachtung. Sie verschenkt manchmal gute Geschichten mit vollen Händen, selten gelingen ihr Novellen mit Kraft und einer überraschende, lakonischen Pointe. Den literarischen Stellenwert ihrer Geschichten umzirkelt Dagmar selbst: „Meine Arbeit besteht darin, meine inneren Turbulenzen links-rum, rechts-rum in irgendeine Ordnung zu bringen. Im Moment tue ich das schreibend.” Irgendeine Ordnung aber genügt für die Literatur nicht. Sie genügt auch sonst nicht. Das ist zu viel des Chaos – und schadet nur einer begabten Erzählerin.

Dagmar Fedderke, Notre Dame von hinten, Liebesgeschichten aus Paris, Konkursbuch, Tübingen, 168 Seiten, ISBN-10: 3887690869, ISBN-13: 978-3887690861.

Tantra

Bild: pixabay.com/Kirsten ter Borg

Mit Tantra die Beziehung erotischer werden lassen – das geht, sagen die Autoren dieser Bücher.

Lustgewinn mit Tantra

Liebe kann schön sein. Aber auch fad werden. Wenn der Schwung und der Zauber des Anfangs zu verfliegen drohen, könnte Tantra helfen. Denn, wie schreiben die beiden Autoren so schön in der Einleitung zum Buch Tantra in der Zweierbeziehung:
„Zufriedenheit und Freude in der Paarbeziehung hängen nicht nur vom gegenseitigen Verstehen der Gefühle ab, sondern gründen primär in einem körperlichen und energetischen Austausch.“ Damit ist die uralte Lehre auf die Beziehung heruntergebrochen – eine Lehre, die eigentlich das große Ganze im Blick hat. Denn das Ziel des Tantrismus ist die Einswerdung mit dem Absoluten und das Erkennen der höchsten Wirklichkeit. Aber vielleicht schaffen wir es ja in unseren von Tantra beeinflussten Beziehungen, dem Absoluten ein ganzes Stück näher zu kommen – und im anderen ein Stück höchste Wirklichkeit zu erkennen.

Tantra für alle

Tantra hat, ganz anders als das landläufige Vorurteil meint, erst einmal wenig mit Sex zu tun. Tantra ist vielmehr die Kunst, zu sich zu kommen. Sich auf die abenteuerliche Reise zum eigenen Zentrum zu begeben. Und das Zentrum, das ist klar, liegt in der Seele des Menschen. Wer das so weit akzeptiert, der darf sich auf das Buch freuen.

Selbst-Bewusst

Tantra zeigt dir die Möglichkeiten eines selbst-bewussten Lebens.

Es zeigt und Möglichkeiten, ein selbst-bewusstes Leben zu führen, es gibt uns dazu leicht erlernbare Techniken an die Hand. Natürlich ist auch klar: sex sells. Und deshalb hat der Verlag wohl die sexuelle Komponente in den Vordergrund gestellt. Die Autoren turnen das eine ganze Strecke mit – nur zwischendrin lassen sie durchblicken, dass Tantra eben mehr ist als Sex. Wer sich allerdings Anweisungen geben lassen will, seinen Sex zu verbessern, der findet eine reiche Auswahl von Möglichkeiten. Da ist das Buch ungeheuer praxisnah – ohne das ganze „Om“-Gebrumm.

Tantrische Techniken und moderne Methoden

Die Autoren: Elmar und Michaela Zadra zählen zu den bekanntesten Tantralehrern Italiens. In ihren Kursen legen sie den Schwerpunkt auf das persönliche Erleben – das befähigt die Paare, sich zu ihrer Sexualität zu bekennen und die Vorgänge in Körper, Seele und Geist bewusster zu erleben. Dazu lehren sie die überlieferten tantrischen Techniken und moderne Methoden gleichermaßen.
Elmar und Michaela Zadra, Tantra, Bewusstseinsentwicklung und sexuelle Ekstase, Reihe Arkana, Goldmann Verlag, München, 384 Seiten, derzeit nur noch im Antiquariat zu bekommen.
Ähnliche Bücher: Elmar und Michaela Zadra, Hingabe und Ekstase: Der G-Punkt und das Geheimnis der weiblichen Sexualität [Taschenbuch], ISBN-10 3426873060, ISBN-13: 978-3426873069.

Elmar und Michaela Zadra, Tantra in der Zweierbeziehung [Taschenbuch], ISBN-10 3442216052, ISBN-13 978-3442216055.

Missionarsstellung

Bild: pixabay.com/Olessya

 

Wolf Haas pflegt in seinem Buch Die Verteidigung der Missionarsstellung einen etwas befremdlichen Erzählstil …

Klappentext:

„Als ich mich das erste Mal verliebte, war ich in England, und da ist die Rinderseuche ausgebrochen. Als ich mich das zweite Mal verliebte, war ich in China, und da ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Und drei Jahre später war ich das erste registrierte Opfer der Schweinegrippe. Sollte ich je wieder Symptome von Verliebtheit zeigen, musst du sofort die Gesundheitspolizei verständigen, versprich mir das.“
Gegen das Verlieben kämpft Benjamin Lee Baumgartner einen aussichtslosen Kampf. Diese Seuche bringt ihn um den Verstand. Mit Kopfverdrehen fängt es an. Mit Gehirnerweichung geht es weiter. Und das Schlimmste daran: Der Patient infiziert auch noch seinen Autor. Vorsicht, höchste Ansteckungsgefahr!

Ein bekennender Brenner-Fan

Die Leserin, bekennender Fan der Figur „Brenner“, die mehrere Bände lang der Feder Wolf Haas‘ entströmte, freute sich wie eine Schneekönigin, als sie o.g. Buch endlich aufschlagen durfte.

Und dann … basses Erstaunen ob des befremdlichen Erzählsstils des bisher heißverehrten Autors! Ungriffige Protagonisten, in Klammern gesetzte Regieanweisungen wie: (LONDON, MEHR ATMOSPHÄRE, STRASSENLÄRM BESCHREIBEN), plötzlich so gut wie leere Buchseiten, Showeinlagen, optisch gesetzte Textblöcke bei einer Liftfahrt, chinesische Texte (?), Mätzchen und unverständliche Spielereien bis zum letzten Drittel des Buches, das sich Roman nennt.

Benjamin Lee Baumgartner, Hauptfigur und halber Indianer, von den Ausmaßen des stummen Indianers aus „Einer flog übers Kuckucksnest“ kommt endlich selbst zu Wort.
Und dann ist auch der „alte“ Haas wieder les- und spürbar mit seinem unverkennbaren Schreibstil.
Dieser letzte Teil ist wunderbar! Da weiß die Leserin endlich auch, was Sinn und Zweck der vorangegangenen Seiten ist. Daher beginnt sie nochmals bei Seite 1 und amüsiert sich wirklich.
Köstlich! Empfehlung!

Elsa Rieger



Wolf Haas, die Verteidigung der Missionarsstellung, ISBN-13: 978-3455404180

Lesbische Liebe

Bild: pixabay.com/Русский

Erotik zwischen Frauen, mit erotischen Bilder von Frauen und Erzählungen dazu – ein an sich reizvolles Projekt ist hier leider leicht misslungen.

Wo ist der Sinn?

Manche Literatur lebt davon, dass sie undurchdringlich ist. Wer nicht so recht hinter Sinn und Struktur eines Textes steigt, der kann dessen Schwächen auch nicht erkennen und das Ergebnis kritisieren. Und die Autorin oder der Autor kann, lebt Kritik dennoch auf, den Rezensenten des Unverständnisses zeihen.

Moellendorffs kryptische Poesie

Moellendorfs Geschichte ist ein solcher Text – eher kryptische Poesie denn Erzählung. Wer es dennoch wagt, sich auf den Text einzulassen, der verliert sich recht schnell im Knäuel unentwirrbarer Sprachbilder und Wortkaskaden. Was unterm Strich bleibt, kann nur das intellektuelle Vergnügen sein, wieder einmal ein Buch gelesen zu haben, das einem ein paar schöne Formulierungen geschenkt hat. Erinnerung an eine gewisse Nacht ist nichts weiter als die Erinnerung an eine Handvoll Menschen und eine Nacht, in der sie versuchten, mal richtig was zu erleben in der Großstadt Hamburg. Sie ziehen durch anrüchige Bars, sie begehren sich wechselseitig und sie gehen allesamt leer aus.

Eine Nacht voller Gefühl – und nichts passiert

Viel Gefühl, ein wenig Handlung und nichts passiert.
Anna und Susanna, die zwei Seiten ein und derselben Personen sein könnten, begehren sich noch am heftigsten, und damit gewinnt die Geschichte ihren Platz in Claudia Gehrkes Vorlags-Programm der etwas anderen Erotik, der weiblichen zumeist. Das lassen wir gelten, Moellendorffs Text ist reine Geschmacksache. Mancher Leserin wird das gefallen. Und immerhin sind ihre Sätze nicht nur taumelig, sondern bisweilen auch schön, wenn auch nicht immer sinnvoll. Wie schreibt die Autorin selbst am
Ende des Buches?
„Es könnte ein Traum gewesen sein, ein halbwegs unanständiger Traum zwar, aber ein Traum.“
So könnte es sein. Eines zeichnet das Buch in jedem Fall aus – es ist sorgsam gesetzt und weist einige schöne Zeichnungen und Fotos auf. Und das ist ja auch schon was.

Susanna von Moellendorff, Erinnerung an eine gewisse Nacht, Konkursbuch Claudia Gehrke, Tübingen, 111 Seiten ISBN 978-3887690175.

 

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