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Bild: pixabay.com/DGlodowska (Daria Głodowska)

Wenn wirklich alles fertig ist an eurem Buch, das Manuskript gut abgehangen und mindestens dreimal überarbeitet ist, wenn ihr es euch und andere laut vorgelesen habt – dann beginnt der härteste Teil: die Suche nach dem Verlag.

Die landläufige Meinung lautet: So viele Kinderbuchautoren gibt es ja nicht, die Verlage suchen ständig nach gutem Material. Die landläufige Meinung irrt. Sehr sehr viele Leute schreiben Kinderbücher. Es sieht fast so aus, als hätten sich die meisten Menschen vorgenommen, ein Kinderbuch zu schreiben, bevor sie sterben. Und sie tun uns nicht den Gefallen und sterben vorher. Die Verlage werden regelrecht überschwemmt mit Manuskripten.

Aber es kommt noch schlimmer. Wie schlimm es ist, das sagte vor ein paar Monaten der bekannte Kinderbuchautor Paul Maar in einem Interview. Er klagte darüber, dass die deutschen Kinderbuchverlage nur noch Lizenzgeschäft betreiben, also darauf schielten, was in den USA und anderen Ländern erfolgreich sei. Junge, unbekannte deutsche Autoren würden sie verschmähen. Paul Maar: „Heute könnte ich kein Kinderbuchautor mehr werden.“

Niederschmetternd, nicht wahr?

Selbst verlegen? Schwierig

Da quält man sich monatelang durch sein Manuskript, verbessert, feilt, schreibt um, liest es sich und anderen laut vor – und dann das. Autoren in anderen Genres stehen jetzt noch ein Weg offen – sie verlegen sich selbst. Das ist heute mit leistungsfähigen books-on-demand-Dienstleistern kein Problem. Eine sexy Alternative ist das kostenlose herausgeben eines eBooks. Das alles ist für Autoren von Kinderbüchern sehr schwierig.

Wer ein Kinderbuch herausbringen will, kommt um ein Hardcover nicht herum. Es ist nun einmal Standard am Markt. Genauso Standard sind farbige Grafiken. Wer jemals versucht hat, ein Hardcover mit farbigen Grafiken bei einem digitalen Dienstleister kalkulieren zu lassen, der weiß: Ihr müsst im Verkauf mindestens 25 Euro nehmen, um ein paar Cent zu verdienen. An einen Verkauf über den Buchhandel ist da natürlich nicht zu denken. Und wenn ihr jetzt bedenkt, dass große Verlage Kinderbücher in der Standard-Aufmachung um die 10 Euro vertreiben (manchmal deutlich darunter), dann wird klar, wie sehr ihr abgehängt seid: Kein Kunde kauft ein Buch über 20 Euro, wenn er die Hälfte für ein anderes bezahlen muss. Und das mit bekannten Namen renommierter Autoren.

eBooks laufen nicht

Und eBooks? Ich hatte meine Paul-Bücher bei einem gut eingeführten eBook-Verlag, der eine Kinderbuch-Abteilung aufmachte. Die Bücher dieser Reihe waren bei allen großen eBook-Verkaufs-Plattformen gelistet. Das Ergebnis war eine Enttäuschung, die Verkaufszahlen nicht der Rede wert.

Kinder lesen nun einmal kaum eBooks, sie haben oft nicht die Lesegeräte und die Eltern wollen, dass ihre Sprösslinge wenigstens beim Lesen von den eGeräten wegkommen.

Gibt es denn gar keine Hoffnung?

Endlich einen Verlag finden

Doch, die gibt es. Versucht, so gut wie möglich zu werden. Das erste Buch ist zum Üben, das zweite als nettes Geschenk fürs eigene Kind, ab dem dritten könnt ihr daran denken, es großen Verlagen oder Agenten vorzustellen. Wenn ihr mit Agenten liebäugelt, kontaktiert erst sie, ehe ihr die Bücher Verlagen vorbeischickt. Sonst sind sie für Agenten verbrannt. Adressen bekommt ihr bei Literaturjahrbüchern wie vom Uschtrin Verlag oder anderen (nicht verzagen, Google fragen).

Vielleicht ist es eine Möglichkeit, euch kleine, risikobereite Verlage zu suchen, die schon ein Kinderbuch gemacht haben. Im Regelfall machen sie das allerdings kein zweites Mal, weil sie eine große Auflage drucken mussten, um das Buch überhaupt in die Nähe der Verkaufbarkeit zu bringen – dann aber auf zu vielen Exemplaren sitzen geblieben sind. Nicht wenige kleine Verlage sind an Kinderbücher zugrunde gegangen.

Die pädagogische Firewall

Tja, Kinderbücher sind etwas ganz Spezielles. Sie sind sehr schwer zu schreiben, richten sich an ein anspruchsvolles, gnadenlos ehrliches Publikum. Ihr könnt dieses Publikum nicht ohne Erwachsene erreichen (Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Eltern) = pädagogische Firewall, die eine ganz genau Vorstellung davon haben, was ihren Kindern guttut. Die Kinder selbst sind nicht in der Lage, eure Bücher oder eBooks selbständig zu kaufen – ohne die pädagogische Firewall.

Wer’s dennoch versuchen will, dem wünsche ich viel Spaß. Auf diesem Blog gibt es etliche Tipps, die euch dabei helfen. Das eBook unten ist auch so konzipiert, dass ihr schnell einen Überblick über die wichtigsten Tipps bekommt.

Alle anderen sollten sich vielleicht überlegen, endlich ihren Krimi fertig zu schreiben.

 

Kinderbuch schreiben: Das Buch überarbeiten

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Bild: pixabay.com(geralt (Gerd Altmann)

Mit unserem Kinderbuch kann es uns ja nicht schnell genug gehen – aber ein bisschen abhängen lassen sollten wir es schon. Und vor allem überarbeiten. Öfter als uns lieb ist. Nur so schreiben wir ein gutes Kinderbuch.

Nun ist es fertig, dein Kinderbuch. Herzlichen Glückwunsch. Hier dir liegen Wochen der Planung und Monate des Schreibens. Und endlich hast du das letzte Wort geschrieben und bist stolz wie ein Schneekönig. Oder eine Schneekönigin. Das darfst du jetzt erst einmal mindestens ein halbes Jahr genießen – weil dein Buch nämlich so lange in der Schublade versenkst. Der Sinn der Übung ist klar: Du musst Abstand gewinnen. Erst so kannst du dein Werk nüchtern betrachten.

Die Arbeit beginnt von vorne

Und dann beginnt die Arbeit wieder von vorne. Oder zumindest fast. Nimm dir vor, dein Buch so lang zu überarbeiten, bis du restlos zufrieden bist. Selbst, wenn du es fünf Mal umschreiben musst. Ich habe mein erstes Kinderbuch 13 Mal umgeschrieben, davon mindestens die Hälfte radikal. Das war natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass ich damals wenig von den Regeln des Kinderbuches wusste und von daher wenig vorab geplant habe. Aber die Bereitschaft, alles noch einmal auf den Prüfstand zu stellen, solltest ihr aufbringen. Es dient ja der Qualität eures Buches.
Jetzt lesen: Zauberhafter Frizzie

Nimm dir vor allem die einzelnen Handlungsstränge vor – sind sie logisch miteinander verflochten oder enden manche im Nirwana? Wie sieht es mit den Personen aus? Bleiben sie ihrem Charakter treu, die ihr ihnen gegeben habt – oder entwickeln sie plötzlich ein Eigenleben, das eure Geschichte auf den Kopf stellt?

Langsam laut vorlesen

Ihr solltet in der Phase des Überarbeitens die Geschichte mindestens einmal langsam laut vorlesen. Ihr merkt dann sehr schnell, wo sie hakt. Noch besser ist es, das Vorlesen auch noch aufzunehmen und später in aller Ruhe und mit dem Manuskript vor euch abzuspielen. Auch hier merkt ihr plötzlich, wo eure Geschichte ins Schwimmen gerät.

Kritische Leser gehören zum Kinderbuch schreiben dazu

Wenn ihr dann noch etwas ganz Besonderes für euer Buch tun wollt, gebt es einem Freund / einer Freundin zum Lesen. Dabei solltet ihr darauf achten, dass euer Freund ein kritischer Kopf ist, der sich nicht scheut, euch auch zu kritisieren. Speichellecker, die euer Buch loben und sich denken „O Gott, was für ein Mist!“, die könnt ihr nicht brauchen. Ihr braucht Leute, die euch sagen, dass es Mist ist und das noch begründen können. Nur so habt ihr die Chance, es noch einmal gründlich zu bearbeiten.

Fein ist auch die Möglichkeit, eure Geschichte in einer Gruppe von Autorinnen / Autoren vorzustellen. Allerdings gibt es nicht allzuviele Gruppen von Kinderbuchautoren. Vielleicht habt ihr ein Literaturhaus in der Nähe, das so etwas bietet. Raue, aber herzliche Kollegenkritik ist das Beste, das ihr bekommen könnt.

 

Kinderbuch schreiben: Intuition und Planung

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Bild: pixabay.com/Alexandra aus München

Es gibt eine Menge Autorinnen und Autoren, die scheuen eine geordnete Arbeitsweise wie der Teufel das Weihwasser. Und von denen höre ich immer wieder: „Ich schreibe spontan los. Das Ende meiner Geschichte kenne ich doch nicht!“

Nun ja, das sind Leute, die ihre Intuition über solides Handwerk stellen. Und die sich nach ein paar Jahren wundern, warum sie kein Buch an den Mann (das Kind) bringen.

Intuition ist prima

Die Antwort ist einfach: Intuition ist prima, ohne sie funktioniert kein kreativer Prozess. Und es ist auch in Ordnung, beim Schreiben der Geschichte wird des ganzen Konzeptes immer noch viel Intuition gefragt sein. Zunächst aber geht es ans Planen – von Prämisse über dramatische Frage bis zur finalen Klimax will alles durchdacht und aufgeschrieben sein. Dabei ist ein Aspekt, das Ende der Geschichte genau zu kennen. Geht ja auch nicht anders, wenn ich die fünf magischen Elemente einer guten Geschichte anwendet – dabei ist das Ende ein wichtiger Aspekt. Nehmt nur die Moral. Ihr baut die ganze Geschichte um diese Moral (Prämisse) auf; sucht euch die Personen, die eure Moral transportieren und am Schluss beweisen, konfrontiert sie mit der dramatischen Frage, bringt sie in Konflikte, ehe ihr im finalen  Konflikt die Moral beweist. Wie soll das gehen, wenn ihr beim Konstruieren der Geschichte das Ende nicht kennt?

Schnäppchen, Schnäppchen!

Personen nach der Moral wählen

Nehmen wir die Prämisse „ehrlich währt am längsten“. Hier lässt sich wunderschön eine Geschichte konstruieren mit zwei Personen, die eine solche Moral leben: Die eine als wahrheitsliebende Person, die andere an Lügnerin und Betrügerin. Klar, dass beide aufeinanderprallen und so manchen Konflikt miteinander auszutragen haben. Im finalen Konflikt muss die wahrheitsliebende Person sich durchsetzen und gewinnen. Sonst würde unsere Moral nicht bewiesen, und das wäre fatal.

Ebenen der Geschichte

Von daher ist das Ende der Geschichte klar. Sie kann und sollte aber noch eine andere Ebene haben. Eine Ebene, die unsere Moral transportiert. Also zum Beispiel sind unsere beiden Antagonisten zwei junge Damen, die sich um die Zuneigung eines jungen Mannes bemühen – die eine mit ehrlichen Methoden, die andere mit fiesen Tricks. Hier passt dann auch unsere dramatische Frage rein – sie könnte lauten: „Schafft es Susie, Jans Liebe zu erobern?“ Oder schafft das die fiese Monika?

Klar ist natürlich auch: Das Ende einer Geschichte muss zu der Geschichte passen; und deine jungen Leser befriedigen und ihnen gefallen. Da ist natürlich auch wieder jede Menge Intuition gefragt …

Kinderbuch schreiben: Die Sache mit dem Plot

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Bild: pixabay.com/kheinz

Welche Handlungslinien, wie viele Personen, welche Perspektiven? Das Kinderbuch hat seine eigenen Regeln.

Wir wissen bereits: Eine Handlung muss beim Kinderbuch unmittelbar einsetzen, der Held unverzüglich erscheinen. Wie ist das aber mit der Handlung, die danach einsetzt? Die muss ähnlich direkt losgehen und klar erkennbar sein. Mehr als eine Handlungslinie (Plotlinie) solltest du nicht verwenden. Nebenhandlungen und Rückblenden sind also tabu. Um gerade jüngere Kinder nicht zu verwirren, sollten nur wenige Personen in deinem Buch auftauchen. Mich hat immer Der Löwe ist los maßlos verwirrt. Autor Max Kruse lässt ständig irgendwelche Personen auftreten, die er nicht oder kaum erklärt. Die pure Anarchie. Aber irgendwie ist das Buch doch Kult; manche schaffen das, verlassen sollten wir uns nicht darauf. Die weiteren Löwe-Bände hingegen sind dann klar und orchestrieren die Figuren besser.

Die Eigenschaften der Personen im Plot

Im Plot sollten die Eigenschaften der Personen klar zum Tragen kommen. Er sollte ihnen also entsprechen. Das können sie natürlich nur, wenn diese Eigenschaften auf die Prämisse ausgerichtet sind und die dramatische Frage richtig gestellt und ausgearbeitet ist – wie andernorts beschrieben.

Dann wird es uns in unserem Plot gelingen, in Aktion und Dialog die Geschichte voran zu treiben.
Lesen! Die Abenteuer des faulen Paul

Die Perspektive

Eine letzte wichtige Sache in unserem Kinderbuch ist die Perspektive, aus der es geschrieben ist. Ihr habt grundsätzlich vier Möglichkeiten: Die Ich-Persektive, die neutrale, die personale und die auktoriale. Bei der personalen schlüpft der Erzähler in eine oder mehrere Personen, erzählt aber in der dritten Person; bei der neutralen erzählt er die Geschichte von einem unsichtbaren Beobachter aus. Welche von beiden ihr wählt, ist egal, ihr solltet ausprobieren, was zu eurer Geschichte und zum Kinderbuch besser passt. Ich möchte aber ganz stark dafür plädieren, eure Geschichte aus nur einer Perspektive zu erzählen – das ist zwar schwieriger, aber ehrlicher. Und eure Leser identifizieren sich viel stärker mit eurem Helden.

Die auktoriale geht am weitesten, weiß alles und spricht den Leser oft direkt an. Mir ist das zu allwissend.

Ich bin ein absoluter Fan der Ich-Perspektive. Sie ist am authentischsten, weil der Held (die Heldin) selbst erzählt. Bei ihr ist die Empathie für den Helden am intensivsten. Aber zugegeben, solche Geschichten sind etwas härter zu schreiben. Weil ihr als Erzähler nicht mal schnell zu einer anderen Szene beamen könnt („Inzwischen im dunklen Wald…“), sondern alles, was Held und Leser wissen müssen, als trickreiche Weise zum erzählenden Helden gelangen muss, auf dass er es dem Leser erzähle. Als gutes Mittel hat sich der Dialog erwiesen. Rückblenden allerdings sind tabu!

Mehr Tipps …

Kinderbuch schreiben: Fasse dich kurz

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Bild: pixabay.com/Alexandra Aus München

In der Kürze liegt die Würze. Das gilt gerade für Kinderbücher.

Wenn wir schreiben, sind wir oft zu lang. Wir schachteln die Sätze nach Belieben, lassen auf die Leser ein Nebensatzgewitter niedergehen, bis sie leise winseln.

Das ist schon für erwachsene Leser nicht mehr zeitgemäß, für Kinder ist es das zweimal nicht. Auch wenn jetzt wieder irgendwelche Spontis, die nie eine Geschichte planen, meinen werden, sie kennen Kinder, die selbst Schachtelsätze der wildesten Spontis überlebt haben.

Wir wollen keine Kinder quälen und bemühen uns um ein wenig Selbstdisziplin und um kurze Sätze. Natürlich dürfen die Nebensätze haben, aber überschaubar.

Gute Bücher lesen

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Satz- und Wortlängen in guten Kindergeschichten angesagt sind, solltet ihr diese auch lesen. Otfried Preußlers Kasperle- und andere Geschichten sind dazu wunderbar geeignet. Du findest kaum eine Sprache, die einfacher und doch kräftiger ist als seine. Nicht nur ein geborener Erzähler, sondern ein geborener Kinderbuchautor.

Um in so eine Sprachwelt abzutauchen, lohnt sich die Lektüre möglichst vieler guter Kinderbücher.

Genau analysieren

Analysiere die Personen in den Geschichten, schau, wie sie handeln. Und wie lang die Sätze sind, das Kapitel, das ganze Buch. Für die Längen gibt es Faustregeln. Sie sind allgemein üblich, wenn auch nicht Gesetz. Du kannst sie natürlich variieren, musst aber damit rechnen, dass Lektoren in den Verlagen die Längen allzu strikt auslegen – um schon mal einen Teil der täglich hereinflatternden Manuskripte abzubauen.

Das ist vielleicht ein Grund, warum Joanne K. Rowlings Agent so lange brauchte, bis er Harry Potter an den Mann brachte – der leidet ja nun wirklich an Wortdurchfall, selbst im kürzesten ersten Band. Und ist nichts für Kinder unter 10 Jahren. Was Rowlings späteren Erfolg auch bei Kindern unter 10 Jahren nicht bremste. Manchmal sind die Leser komische Wesen …

Im zweiten Schritt solltest du ein paar gute Geschichten kopieren – alles, was im Räuber Hotzenplotz nicht steht. Oder die Fortsetzung von Karlsson vom Dach schreiben. Das vermittelt dir sehr schön, welche Sprache der Autor verwendete.

Rowling als Ausnahme. Ansonsten: Fasse dich kurz

Zurück zu Harry Potter: Rowlings Zauberlehrlingreihe ist eher die Ausnahme – und wir sollten uns an die Regeln halten.

Und die lauten: Sätze für junge Leser sollten eher kurz sein und höchstens 10 Wörter haben.

Für Leserinnen und Leser zwischen 6 und 9 Jahren solltet ihr Geschichten von 500 bis 2000 Wörter schreiben. Für Kinder zwischen 7 und zehn Jahren habt ihr 1000 bis 10.000 Wörter zur Verfügung und von 10 bis 12 Jahren zwischen 20.000 und 40.000 Wörtern.

Wer noch nichts für Kinder geschrieben hat, kopiere oder ergänze fleißig gute Kindergeschichten und schreibe dann eigene. Für den Anfang reichen Geschichten von 1000 bis 3000 Wörtern.

Viel Erfolg. Und natürlich noch mehr Spaß!
Mehr Infos gibt es hier:

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Bild: pixabay.com/OpenClipartVectors

Kinderbuch schreiben ist kein Sonntagsspaziergang – hier gibt es strenge Regeln. Zumindest für Leute, die gute Bücher schreiben wollen.

Der Plot, also die Handlung der Geschichte, muss sich um grundlegende Emotionen drehen. Und das sollten natürlich Emotionen sein, die Kinder ganz besonders ansprechen.

Auch jede einzelne Szene sollte die Geschichte vorantreiben. Abschweifungen, kilometerlange Naturbeschreibungen, Rückblenden – sie alle haben in einem Kinderbuch nichts zu suchen. Also raus damit.

Kindgerechtes Ziel

Das Ziel des Buches, die Antwort auf die Dramatische Frage also, sollte kindgerecht sein. Das gilt es vorher genau zu testen – enger Kontakt mit Kindern hilft hier entschieden weiter. Das Ziel muss aber auch den Kampf einer langen Geschichte wert sein. Schließlich ringen Held und Gegenspieler hart darum, da darf es nicht um Lappalien gehen.

Moral der Geschichte

Beim Ziel haben wir noch eine wichtige Voraussetzung – es muss mit der Moral der Geschichte in Einklang stehen. An anderer Stelle habe ich bereits über die Dominanz der Prämisse (Moral) geschrieben – hier bewahrheitet sie sich wieder.

Der Held (die Heldin) muss am Ende siegen, sonst ist er/sie nicht der Held/die Heldin. Und ein Scheitern hätte verheerende Folgen, das ist jedem Leser klar. Deswegen hat der Held/die Heldin eine große Verantwortung zu tragen.

Finaler Showdown

Kurz vor dem finalen Showdown, dem Höhepunkt des Buches, sollte der Held/die Heldin eine folgenschwere Entscheidung treffen. Es geht gar nicht anders.

Deine Geschichte besteht aus Konflikten, die Held und Gegenspieler miteinander austragen. Möglicherweise auch noch andere, aber achte darauf, dass es nicht zu viele werden und sie die Leser nicht von der Geschichte ablenken. Die Konflikte müssen immer massiver werden, die Hürden für den Helden immer höher. Kaum ist ein Problem gelöst, kommt das nächste, noch dickere, um die Ecke. Konflikte bringen Spannung in Handlung und Dialog. No trouble, no story, no fun!

Nicht erzählen

Wir sind ja alle Erzähler – aber gerade das sollten wir in einem guten Buch möglichst wenig machen. Viel lebendiger und spannender ist es, wenn wir die Geschichte direkt entstehen lassen, indem wir die Helden unserer Geschichte handeln lassen und das abbilden. Zeigen, nicht erzählen.

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Ganz schlecht sind Rückblenden. Du hast Personen in deiner Geschichte, die ein Mundwerk besitzen, miteinander reden und dem Leser die notwendige Informationen im Dialog übermitteln können. Also tu es!

Gute Dialoge

Versuche, die Dialoge so interessant, bunt, lebendig wie möglich zu schreiben. Gestelztes Sprechen, das überfrachtet ist mit Informationen, ist grausam. Schau den Leuten auf den Mund, wie sie sprechen. Und natürlich den Kindern.

Kinderbuch schreiben ist also eine anspruchsvolle Tätigkeit. Da hilft nur üben, üben, üben …

Weitere  Tipps zum Kinderbuch schreiben gibt es hier:

 

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Bild: pixabay.com/Alexas_Fotos

Ideen haben wir viele – aber wie setzen wir sie um in gute Kindergeschichten? Indem wir die fünf magischen Elemente anwenden.

Was zum Kuckuck sind die fünf magischen Elemente? Ich verrate hier nicht all zu viel, weil ich irgendwann einmal ein Buch darüber schreiben will. Und wenn ich alles auf diesem Blog verrate, kauft es ja keiner mehr.

Die Wichtigsten

Aber zwei von den fünfen verrate ich doch. Vielleicht die Wichtigsten. Aufmerksame Leser dieses Blogs (doch, doch, die soll es geben) könnten sie sich an fünf Fingern zusammenreimen.

Zuerst kommt die Moral. Andere Schreibratgeberschreiber verbrämen das Wort Moral und nehmen lieber Prämisse. Das ist gehupft wie gehickelt. Hauptsache, eure Texte haben eine Botschaft. Denn darauf kommt es an.

Nun bedeuten Botschaft oder gar Moral nicht, dass ihr wie Schulmeister Böck mit dem Rohrstock herumlauft und eure Moral dem Leser / der Leserin einbleut.

Fein gesponnen

Das alles sollte fein gesponnen sein und gar nicht bemerkt werden. Und doch das ganze Buch bestimmen.

Ja, genau, das ganze. Denn die Prämisse/Moral/Botschaft ist eine arge Diktatorin, ich schrieb es schon. Wenn ihr einmal eine Moral ausgesucht habt, bestimmt sie die Eigenschaften jeder Person; zumindest der Hauptpersonen. Ist ja klar, wenn ihr etwa beweisen wollt, dass Lügen kurze Beine haben (eure Botschaft), dann braucht ihr eine Hauptperson und eine Gegenspielerin/einen Gegenspieler, für die Lügen und Aufrichtigkeit bestimmend sind in ihrem Leben. Das spiegelt sich natürlich auch in der Dramaturgie eures Romanes wider.

Die Spannung

Womit wir bei der Spannung wären. Woraus speist sich die? Aus der dramatischen Frage des Romans, dem Kernkonflikt also. Die ist nicht gleich Prämisse, ihr aber unterworfen. Will heißen: Wenn eure bestimmende Prämisse Lügen haben kurze Beine heißt, beeinflusst sie die dramatische Frage. Sie könnte lauten: Schafft es die aufrichtige Heldin Ute, als armes Fischermädchen das Königreich zu retten? Oder schafft es die  verlogene, intrigante Königin Mathilde, es ihrem Mann, dem König zu entreißen?

Gut, das waren jetzt zwei Fragen – aber nur, um euch das Setting klarzumachen. Da ihr normalerweise die Gegenspielerin und deren finstere Absichten kennt, genügt die erste Frage. Schafft es die aufrichtige … Die Prämisse (Lügen …) bestimmt also den Charakter der beiden Gegnerinnen (ehrlich/intrigant), sie gestaltet jedes Kapitel. Und sie ist für die Beantwortung der dramatischen Frage am Schluss des Buches verantwortlich.

Moral beweisen

Und selbstverständlich ist dann, am Schluss, auch noch die Moral bewiesen. Klar gewinnt die Heldin (wenn auch denkbar knapp). Deren Sieg muss allerdings logisch sein – von ihrem Charakter und ihren Eigenschaften her muss sie dazu in der Lage sein. Und auch das weitere Setting sollte ein Sieg eurer Moral stimmig erscheinen lassen.  Wenn Hans-Peter, ein Angsthase, plötzlich aufsteht und gegen den Drachen kämpft und gewinnt, dann habt ihr wesentliche Teile der Entstehungsgeschichte ausgelassen – so etwas muss in der Person eures Helden verankert und logisch möglich sein.

Der Schatz Sprichwörter

Woher nun bekommt ihr die Prämissen für eure Geschichte? Der Schatz unserer Sprichwörter ist schier unerschöpflich hier ist sicher auch für eure Geschichte etwas vorbei.

Viel Spaß nun mit Moral und Spannung – probiert es auch, es funktioniert auch bei kurzen Geschichten. Und wenn ihr bessere Methoden habt, so lasst es mich wissen …

Weitere Tipps:

 

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Bild: pixabay.com/15299

Jack M. Bickham hat einmal geschrieben: „Kurzgeschichten sind nichts für emotionale Feiglinge.“

Das stimmt, gilt aber nicht nur für Kurzgeschichten – sondern für Romane, Theaterstücke und Kinderbücher gleichermaßen. Du kannst den Satz auf jede Literatur ausdehnen. Jede gute Literatur lebt von den Gefühlen, die sie beim Leser (der Leserin) auslöst.

Totes Stück Holz

Löst sie nichts aus, ist sie nur ein Stück totes Holz.

Die Frage ist: Wie weckst du Gefühle? Wie lässt du deine Leser sich emotional voll in deiner Geschichten engagieren? Das schaffst du am besten, wenn du die Personen so lebendig und so dreidimensional wie möglich anlegst. Wenn Held (und in Maßen auch) Gegenspieler sympathische Kerle sind, dann fiebert der Leser (die Leserin) mit ihnen mit.  Der Gegenspieler braucht wirklich nicht nur eindimensional böse, fies und dämlich sein. Du musst also den Figuren eine Tiefe geben, die sie lebendig und sympathisch macht.

Sympathisch oder nicht?

Du solltest die Eigenschaften deiner Personen exakt planen (und den Schuss Negatives beim Helden nicht vergessen; macht ihn glaubwürdiger). Das heißt, dass du dich ganz genau über die Wirkung der Eigenschaften bei deinen Lesern klar sein musst. Am besten, du testet das bei guten Freunden – lasse sie die Beschreibung der Eigenschaften lesen und frage sie, wie sie den Typen / das Weib beurteilen. Sympathisch? Oder eher nicht?

Moral der Geschichte

Und vergiss bitte nicht, die Eigenschaften nach dem Verlauf der Geschichte zu wählen. Will heißen, die Figuren und ihre Eigenschaften ordnen sich der Prämisse, also der Moral der Geschichte, unter. Weil du ja genau deshalb schreibst – um die Moral zu beweisen, die du dir ausgesucht hast. Und der ordnet sich bekanntlich alles unter, auch die Personen. Also: Deren Eigenschaften bitte an der Moral entwickeln.
Lesen! Die Abenteuer des faulen Paul

Schließlich müssen die Leser deine Figuren erst einmal kennenlernen, ehe die Geschichte ihre dramatische Fahrt aufnimmt. Wenn die Figuren zu schnell in Konflikte verwickelt und vor Schwierigkeiten gestellt werden, bleibt die Empathie der Leser aus; einfach, weil sie die Figuren noch nicht genug kennen.

Viel Arbeit das alles? Klar! Aber sie macht Spaß …

 

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Bild: pixabay.com/Michael Schwarzenberger

So funktioniert erfolgreiche Pressearbeit  online und offline. Mit seinem eBook über die Geheimnisse guter Öffentlichkeitsarbeit zeigt der Offenburger Journalist Klaus Krüger, wie Sie intelligent für sich und Ihre Firma auf den Busch klopfen.

Mit eigenen Geschichten in die Medien kommen

Mit guten Schlagzeilen in die Medien – das wünschen sich Vereine, Firmen und Existenzgründer. Doch es ist nicht so einfach. Viele zahlen dafür viel Geld für PR-Agenturen. Der Offenburger Journalist Klaus Krüger, Inhaber des Redaktionsbüros Agentur Textkonzept,  zeigt in seinem neusten Buch „Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit“, wie es günstiger und direkter geht. Und wie beide Seiten von guten Geschichten profitieren – Organisationen und Redaktionen gleichermaßen

Journalistischer Aufbau

Dabei deckt er ein Geheimnis guter Geschichten auf, das so simpel, so naheliegend und doch so unbeachtet ist wie das Ei des Kolumbus. Worauf Krüger außerdem Wert legt, ist eine solide Schulung des journalistischen Basiswissens. Damit ein Artikel gleich richtig durchkomponiert ist. So können alle Interessierten ihre Artikel selbst formulieren und handwerklich korrekt erstellen. So lernen Interessierte, wie sie einen Artikel journalistisch aufbauen – etwa mit den W-Fragen.

Sieben W-Fragen


Um zu erkennen, was das Wichtigste ist, stellen Sie die sieben W-Fragen: Wer?, Wann?, Was?, Wo?, Wie?, Warum?, Woher? Die Antworten darauf schreiben Sie an den Anfang Ihres Textes, in den Vorspann. Der muss nicht alle sieben W-Fragen beantworten, die wichtigsten aber schon. Der Rest der Antworten folgt gleich danach. Wenn Sie so schreiben, haben Sie die wichtigste Voraussetzung für Verständlichkeit erfüllt: Sie teilen dem Leser direkt und ohne Schnörkel mit, worum es in Ihrem Text geht. Selbst wenn er nach dem Anfang aussteigt, weiß er, worum es geht. Ziel erreicht, Sie haben sich mitgeteilt.

Das Geheimnis lüften

Nichts wirkt so nachhaltig wie gute Porträts interessanter Persönlichkeiten. Wenn Sie der Redaktion interessante Menschen aus Ihrem Verein zum Porträt vorschlagen, bieten Sie einerseits guten Lesestoff, andererseits halten Sie Ihren Verein im Gespräch. Menschen sind interessanter Lesestoff.

Menschen sind spannender Lesestoff

Also, denken Sie darüber nach, welche Mitglieder Ihres Vereins die Leser der Zeitung gerne kennen lernen würden. Die Übungsleiterin, die schon 20 Jahre Kinder betreut, die Putzfrau, die schon 30 Jahre lang Halle und Vereinsheim sauber hält und die sonntags zu jedem sportlichen Ereignis in die Halle kommt, den Zeugwart, dessen Großvater schon im Verein war. Ein weiterer wichtiger Teil des Buches widmet sich der richtigen Kontaktaufnahme zur Redaktion. Und wie man den guten Kontakt auch hält.

Das Fachbuch Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit ist als eBook unter anderem im Kindle Shop bei Amazon erhältlich und kostet im Download 4,99 Euro.Die Kurzfassung des Buches heißt Sieben goldene Tipps für journalistisches Schreiben und kostet 0.89 Euro.
Zum Autor: Klaus Krüger arbeitet seit über 25 Jahren für verschiedenen Tageszeitungen und Medien und leitet seit zehn Jahren das Redaktionsbüro Agentur Textkonzept.

Marketing für Autoren: Bloggen

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Bild: pixabay.com/Gerd Altmann

Du bist Autorin/Autor? Dann solltest du bloggen. Es gibt nichts Besseres, um deine Leser an dich zu binden …

Manche Autoren sind tatsächlich Blog-Muffel und setzen lieber auf ihre statischen Webseiten (wenn überhaupt). Da müssen sie weniger im Internet schreiben – und präsentieren sich und ihre Werke mit weniger Aufwand.

Wohl aber auch mit weniger Zuspruch – denn das Bloggen ist zwar zeitintensiver, lohnt sich aber. Wobei ich gleich warnen will: Auch beim Bloggen bohrst du dicke Bretter. Bis ein Besucher deiner Webseite/deines Blogs, ist ein langer Prozess notwendig.Die Konversionsraten gehen liegen meist knapp über  einer schwarzen 0. Das bedeutet: 0,1 Prozent deiner Besucher kauft auch dein Buch. Vielleicht sind es mal – in einem guten Monat– 5 Prozent.

Bloggen bringt Vorteile

Das ist alles nicht sehr viel, und lässt manche Autoren Abstand halten vom Internet. Das ist soweit in Ordnung bei bekannten und etablierten Großschriftstellern, die auf den Seiten ihrer Verlag mit kurzer Bio zu Wort kommen, und deren Bücher dort auch vorgestellt werden. Doch, wer gehört schon zu den Großschriftstellern? Und selbst für die ist bloggen kein Nachteil.

Was sind nun die Vorteile?

Suchmaschinen lieben Blogs – weil sie im Regelfall viel aktuellen Inhalt bieten. Das bedeutet aber im Umkehrschluss: Wenn du nicht mindestens zweimal in der Woche einen aktuellen Post schreibst, der spannend für deine Leser ist, dann lass es lieber. Statische Webseiten sind auch ganz schön. Der Inhalt muss einzigartig sein. Gib dir Mühe!

Vorteil 2: Im Blog kannst du immer sehr aktuell deine Arbeit als Schriftsteller begleiten. Egal, ob du dich mit deiner momentanen Geschichte und den Schwierigkeiten befasst; ob du Personen vorstellst, die in deinem aktuellen Roman eine Rolle spielen; oder ob du von deinen Lesereisen berichtest – deine Leser werden das mit Hochgenuss lesen. Manche Kolleginnen und Kollegen führen auch fiktive Interviews mit ihren Roman-Figuren (machen sie eh beim Erstellen der Biografie) – und veröffentlichen sie auf ihrem Blog. Ein durchaus witziger und kurzweiliger Lesespaß.

Lebendiges Band zum Leser

Damit schaffst du ein lebendiges Band zu ihnen – und schaffst es sicher so viel besser, Menschen zum Kaufen eines Buches zu bewegen. Sie lernen dich erst einmal kennen und schätzen – und sind dann auch auf deine Werke neugierig.

Wenn du also dein Web-Tagebuch geschickt einsetzt, also charmant, witzig und geistreich schreibst, dann ist das die beste Werbung für dich.

Du solltest allerdings darauf achten, dass Rechtschreibung und Grammatik stimmen. Ein bisschen Verlust ist beim online Schreiben ja immer – aber allzu kreativ sollten deine Posts nicht sein. Sonst geht der Schuss nach hinten los.

Wer sich für SEO interessiert, hier gibt es affenscharfe Tipps: Affenblog

Extratipp: Tolle Kinderbücher schreiben!

 

 

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