Bild. pixabay.com/Foundry Co

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Nichts für zarte Gemüter ist Leopoldo Azancots Roman »Verboten«. Wer ihn liest, der wird mitunter versucht sein, sich in einem Eierbecher voller Eiter zu ertränken. Ein scheußliches Gebräu ist dieses Buch – höchstens etwas für bevorzugte Feinde.

»Neue erotische Literatur« will der Frank­furter Verlag mit der Fliege in seiner neuen Reihe präsentieren; das eigentlich macht neugierig, ha­ben ja gerade wir Deutschen ein gequältes Verhältnis zur Erotik und zurerotischen Literatur allemal. Die Reihe »Neue erotische Literatur« vereinigt dann auch nur spanische Autoren und Autorinnen.

Kardinaler Purpur

Was sich aber so vollmundig ankündigt und schön gestaltet ist in kardinalem Purpur und Violett, das hält sein hohes Versprechen nicht. Leopold Azancot hat mit der kurzen Ge­schichte keinen Roman geschrieben und einen erotischen schon gar nicht. Sondern ein schauderhaftes Elaborat literarischer Verblasenheit. Und die Sprache ist auch eher dürftig.

[inbound_button font_size=“20″ color=“#c8232b“ text_color=“#ffffff“ icon=“heart“ url=“https://www.amazon.de/Osswalds-Kosmos-besser-Schnurren-Satiren-ebook/dp/B01LYYK09R/ref=as_sl_pc_tf_til?tag=bruderlustig&linkCode=w00&linkId=&creativeASIN=B01LYYK09R“ width=““ target=“_self“]Lang ersehnt[/inbound_button]

Die Story ist simpel: Ein junger Student und sein Freund werden von der Polizei verfolgt, ihr Auto erleidet Totalschaden und der Freund ein jähes Ende; der Student flieht. Und weil an einer Straßenecke gerade eine junge Hure herumsteht, tarnt sich der Ver­folgte mit ihr und folgt ihr nach Hause. Beide erzählen sich ihre Geschichte, in etlichen neuen Anläufen. Er wird als Terrorist ge­sucht, und der so Ausgestoßene ergeht sich in Rhapsodien auf die verrottete spanische Ge­sellschaft.

Verrottete Gesellschaft

Sie ist eigentlich als Junge geboren worden, fühlte sich aber immer als Mädchen und als Frau. Nun, nach einer Hormonbe­handlung, ist sie Transvestitin, die ihr Geld auf dem Strich verdient – die doppelte Ver­werflichkeit stößt auch sie gründlich aus der Gesellschaft aus. Beide sind sich fremd, kom­men sich näher, wenigstens wächst ihr Begeh­ren. Sie aber fühlt sich von ihm nicht als Frau akzeptiert; als sie ihn tuntig in Frauenklei­dern überrascht, ist das Maß ihrer Demüti­gung voll: sie vergewaltigt ihn und verrät ihn an die Polizei.

Nein, keine Angst, die Geschichte ist jetzt aus. Es reicht ja auch …

Ein »Roman«, den man wirklich und wahr­haftig nur seinen bevorzugten Feinden schen­ken sollte.

Alles Liebe – Lichtblau !

Scoop – Evelyn Waughs visionärer Roman

Bild: pixabay.com/marianaviolante950

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Der Journalismus ändert sich nie, sagen manche. Wenn die Welt nicht so ist, wie die Journalisten das wollen, greifen ein paar von ihnen zum Mittel des Grauens und passen die Welt ihren Wünschen an. So lautet ein gängiger Vorwurf. Er mag nicht immer stimmen, manchmal aber doch. Wie das geht mit dem Zurechtbiegen der Wirklichkeit, hat der britische Schriftsteller Evelyn Waugh in seinem brillanten Roman Scoop wunderbar beschrieben. 

Scoop ist das, was Journalisten einen Knüller bezeichnen. Und Knüller kommen mehrfach vor. Der satirische Roman zeigt die Abgründe der menschlichen Natur, der Eitelkeit und der Geltungssucht. Gewürzt mit einer Brise englischen Snobismus, leichthändig serviert.

Der Roman unterhält mit einer wohltemperierten Sprache, die ihren Leser an vielen Stellen einlullt. So, als sitze er in einem klapprigen Kahn auf einem träge dahinfließenden Fluss. Aber die Idylle und die Ruhe trügen, der Fluss steckt voller Untiefen, Stromschnellen und schroffen Felsbrocken. Unversehens blickt der Leser in tiefe menschliche Abgründe.

Familie kauziger Landadeliger

Was steht im Buch? Es erzählt die Geschichte von William Boot, geboren in eine Familie kauzigen Landadels. Snobs natürlich. Boot schreibt für die große Tageszeitung Daily Beast die Landkolumne „Üppige Auen“. William Boot ist es ganz zufrieden, er hat, was er will.

Das kann man von John Courteney Boot nicht behaupten. Er langweilt sich. Das darf natürlich nicht sein, so beschließt die einflussreiche Mrs. Algernon Stich, ihm einen spannenden Job zu verschaffen. Auslandskorrespondent wäre schick. Das müsste sich für einen John Boot, immerhin Lieblingsschriftsteller des Premierministers, ja wohl zu machen sein. Also wendet sie sich an ihren guten Freund Lord Copper, seines Zeichens Herausgeber des Beast. Macht der gerne und beauftragt Redakteur Salter mit den Einzelheiten.

Zwei Boot stehen zur Wahl. Eigentlich

Nun will es aber das Schicksal, dass Salter, vielleicht ein wenig unbelesen, nur einen Boot kennt: William Boot, der beim Beast die „Üppigen Auen“ verfasst. Er findet die Auen zwar ein wenig schwülstig, wundert sich also über Lord Coppers Wahl, aber der wird schon wissen, was er tut.

Für Boot geht es nach Afrika. Dort soll ein Bürgerkrieg toben in Ishmaelia. Nichts tobt, alles eine Erfindung von Journalisten, die dann bald in Scharen einfallen. Es ist stinklangweilig, die Journalisten schauen dem Regen beim Fallen zu, blasen alles und nichts zu Riesensensationen auf, schreiben einen harmlosen Bahnschaffner zu einem russischen Spion um.

Und Boot? Sendet Wetterberichte an den Beast, pflegt ein Techtelmechtel mit Kätchen, seiner deutschen Freundin. Evelyn Waugh zeichnet mit ihr seine berührendste Figur, die eine wunderbare Mischung aus Keckheit und Scham ist. Am Ende kehrt sie doch wieder zu ihrem Ehemann zurück, vorher aber verhilft sie Boot zu seinem Scoop.

Karawane der eitlen Journalisten

Denn während die Karawane der Journalisten die Hauptstadt Jacksonburg auf der Suche nach der Sensation verlassen, bleibt Boot dort; und findet seine Sensation. Ganz nebenbei wird er selbst zum Helden. Ein Knüller, eine Seite-1-Geschichte. Und da ist er, der Scoop. Boot reist kurz darauf triumphal zum Beast (der ihn vorher schon rausgeworfen hatte wegen seiner nichtssagenden Berichte).

Boot soll natürlich gebührend ausgezeichnet werden, der Premierminister soll ihn adeln. Plötzlich wird klar: Es gibt zwei Boots, beide sind eingeladen. Was tun? Vielleicht bringt ja ein Onkel von William Boot die Lösung. Wirklich, ein ganz reizendes Buch. Selbst, wenn der Vorwurf nicht stimmt, die Journalisten frisierten sich schamlos die Wirklichkeit zurecht – Scoop bleibt eine exquisite Lektüre.

Carl Hiaasen, Der Reinfall

Carl Hiaasen

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Eine recht durchwachsene Leistung liefert Carl Hiaasen mit dem Buch der Reinfall ab. Vielleicht sollten wir es als Teil der Punk-Kultur begreifen; dann ist es wieder witzig.

Auf Amazon schreibt ein Rezensent, er habe das Buch am Strand auf Thailand gelesen. Das würden wir sicher alle gerne tun. Aber glücklich war er damit nicht. Im Gegenteil, es hat ihn aggressiv gemacht, so schlecht war es.

Ein wenig hat wohl auch eine Rolle gespielt, dass es das einzige Buch war, das er noch nicht gelesen hat. Und dann das – so ein Mist!

Genug Alternativen zu Hiaasen

Ganz so schlimm war es bei mir nicht. Ich war auch nicht auf Thailand, um aggressiv zu werden; sondern auf Fehmarn, um mich zu beruhigen. Zum Glück hatte ich in dem Bücherkorb unseres Ferienhauses noch genug Alternativen.

Ich habe das Buch sogar freiwillig zuende gelesen. Ich wollte einfach wissen, ob es tatsächlich so weiter geht, wie sich das androhte. Es ging. Am Ende war ich einigermaßen ratlos. Ein paar witzige Ideen, eine Menge schräger Figuren. Und ein Mord, der keiner war; aber die ganz große Rache der „Ermordeten“ hervorrief. Noch einmal im Buch kopiert in etwas kleinerer Besetzung. Und dann doch noch, ein echter Todesfall.

Worum geht es? Um den Meeresbiologen Dr. Charles Regis Perrone. Obwohl, den Dr. sollten wir gleich wieder vergessen – Chaz, wie Perrone überall heißt, hat ihn sich erschlichen und erkauft. Und Biologe? Eher weniger. Chaz ist so naturverbunden wie ein Kunstrasenplatz. Und deshalb hat er auch kein Problem damit, sich von  Red Hammernut schmieren zu lassen. Der Großfarmer versucht durch die Abwässer seiner Felder die Evergladessümpfe Floridas, der falsche Doktor bescheinigt dem Wasser beste Qualität. Denn Chaz ist für das Messen der Werte bei der Aufsichtsbehörde zuständig.

Was ist hier eigentlich ein Reinfall?

Irgendwann meint er, seine Frau Joey wäre ihm auf die Schliche gekommen – also lädt er sie zu einer Kreuzfahrt ein. Vorgeblich zum zweiten Hochzeitstag, in Wirklichkeit will er sie ermorden.

Joey überlebt. Und nun beginnt ein irrwitziger Tanz um ihre Rache, die sie nimmt. Das und die schrägen Figuren machen den Reiz des Buches aus. Es kommt immer abstruser. Wer das mag, der wird das Buch lieben. Alle anderen stoßen sich eher an der völlig unlogischen Handlung. Das fängt schon damit an, dass so wichtige Sachen wie Wasserproben nicht einer Gegenkontrolle unterzogen werden. Und hört damit auf, warum Joey ihren Mann nicht einfach anzeigt. Angeblich soll es ja für dessen Mordversuch keine Belege geben – doch das ist Unfug. Joey und ihr Helfer Mick Stranahan, ein Ex-Polizist, wissen sehr bald von des Doktors Treiben in den Sümpfen.

Tröstliche Figur

Was mich ein wenig getröstet hat, war die Figur der Tool. Die war durchgehend stimmig, wenn nicht weniger irre als die anderen. Und Tools stille Hingabe an die alte Lady, die an Krebs stirbt. Wenn Tool auch ein Widerling ist, durch und durch.

Das Ende der Geschichte ist schließlich ähnlich abgedreht, wir dürfen sie nicht mit den Gesetzen der Logik betrachten. Aber stark istes. Vor allem, wenn wir das Buch als Ganzes betrachten. Nehmen wir es als Punk. Dann passt es.

Was die Weiber lieben und hassen-cover-VLBBuchvorstellung: Heidrun Böhms Roman Was die Weiber lieben und hassen bietet uns ein exquisites Lesevergnügen …

Erschienen ist das Buch am 1.4.20015

Als Aprilscherz bezeichnet man den Brauch, am 1. April seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte (meist spektakuläre) Geschichten, Erzählungen oder Informationen hereinzulegen. Zielgruppe sind (oft leichtgläubige) Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen etc. Vor Auflösung des Schwindels sagt man z. B. April April.

Aprilscherze sind in den meisten europäischen Ländern üblich, verbürgt sind sie bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Heidrun Böhm erzählt in ihrem Roman „Was die Weiber lieben und hassen“ die Geschichte von Rita, einer auf den ersten Blick normalen alleinstehenden Frau, die mit ihrem Leben gut zurechtkommt.

Ritas dunkles Geheimnis

Rita ist Altenpflegerin, leistet treu und bescheiden ihren Dienst, liest gerne Trivialliteratur und schreibt Kurzgeschichten. Rita hat ein dunkles Geheimnis. Sie kann nicht mit ansehen, wie alte kranke Männer im Altenheim in ihren Betten vegetieren.

Rita lernt eine bekannte Schriftstellerin kennen. Diese soll auf Grund unangenehmer Ereignisse in ihrem Privatleben eine Biografie schreiben, um ihre Leser nicht zu verlieren. Sie bittet Rita um Hilfe. Wird Ritas Geheimnis dadurch ans Tageslicht kommen? Oder gelingt es ihr, die Vergangenheit aufzuarbeiten, und ein neues Leben anzufangen?

Buchinhalt:

Kommissar Berger (Junggeselle) ist pensioniert und wohnt in Schrobenheim. Für ihn ist es eine Tatsache, dass es einen Fall gibt, den er nie gelöst hat. Ein Mann namens Gernot Winter wurde von seiner zweiten Ehefrau ermordet. Auch seine erste Ehefrau Barbara Winter hat versucht ihn zu töten, aber es gelang ihr nicht. Sie ist geflohen. Kommissar Berger konnte nicht ermitteln, wo sie sich aufhält.

Dieses Ereignis hat sich in seinem Kopf festgesetzt wie eine Klette. Er versteht nicht, dass dieser Fall abgeschlossen und nur noch eine Erinnerung ist. Die zweite Ehefrau ist schon längst im Gefängnis.

Der demente Kommissar

Ein Arzt stellt fest, dass Berger dement ist. Er kommt in ein Altenheim. Dort sucht er weiter nach Barbara Winter.

Eine seiner Betreuerinnen ist Rita Krämer. Rita ist im Laufe vieler Jahre bei ihrer Arbeit im Altenheim abgestumpft. Sie gibt alten pflegebedürftigen alleinstehenden Männern tödliche Injektionen. Dafür hat sie ein Motiv, das in ihrer Kindheit liegt. Ihr Vater hat sie missbraucht. Und als ihre Mutter es bemerkte, hat sie ihn vergiftet.

Der Harry ist nicht treu

Rita liebt Trivialliteratur. Sie lernt die Schriftstellerin (Corinna) kennen, und befreundet sich mit ihr. Corinna ist erfolgreich, in ihrem Beruf, hat aber einen Mann, (Harry), der auf ihre Kosten lebt und sie letztendlich mit Veronika, der Gattin eines Zickenhausener Millionärs, betrügt. Er fährt mit seiner Geliebten an den Gardasee, wo er versucht, einen Tresor für sie zu stehlen, da es ihm an Geld fehlt. Er fällt mit dem Tresor eine Treppe hinunter und wird verhaftet. Corinna und Harry trennen sich. Corinnas Verleger rät ihr, eine Biografie zu schreiben, und so ihre Karriere zu retten. Dadurch kommt zutage, dass Rita und Corinna sich als Teenager kennengelernt, aber bald wieder getrennt haben.

Corinna möchte nun mehr aus Ritas Kindheit erfahren. Rita versucht, aus verständlichen Gründen, sich davor zu drücken.

Berger will den Fall lösen

Kommissar Berger flüchtet indessen immer wieder aus dem Altenheim. Er will seinen Fall lösen. Aufgrund seiner Demenz ist er nicht fähig, an etwas anderes zu denken.

Dabei trifft er eines Tages auf Barbara Winter, die noch einmal von Rio zurückkam, um ihre alte Heimat zu sehen. Berger erkennt sie nicht. Barbara kehrt erleichtert für immer nach Rio zurück. Berger stirbt kurz darauf. Zwischen Corinna und der Freundin ihres Mannes, die im selben Ort wohnt, kommt es zu einer Konfrontation, in die Rita unfreiwillig mit einbezogen wird. Rita entschließt sich dazu, Corinna nichts von ihrer Vergangenheit zu erzählen.

Bei einer Lesung lernt Corinna einen Buchhändler kennen, heiratet ihn, und gibt das Schreiben auf. Rita hat sich an einem Schreibwettbewerb für satirische Kurzgeschichten beteiligt und gewinnt den ersten Preis. Sie hängt ihre Arbeit im Altenheim an den Nagel und wird eine bekannte Satirikerin. Das Bedürfnis, alte kranke Männer zu erlösen, hat sie danach nicht mehr. Harry wird im Gefängnis Weltmeister im Dauerbankdrücken, heiratet nach seiner Entlassung erneut und lebt in Frankfurt. Am Ende treffen sie sich alle im Altenheim in Zickenhausen wieder …

Oder: Mein neues Buch…Was die Weiber lieben und hassen erscheint am 1.April 2015 im AAVA- Verlag.

Auszug aus Wikipedia : Als Aprilscherz bezeichnet man den Brauch, am 1. April seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte (meist spektakuläre) Geschichten, Erzählungen oder Informationen hereinzulegen. Zielgruppe sind (oft leichtgläubige) Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen etc. Vor Auflösung des Schwindels sagt man z. B. April April. Aprilscherze sind in den meisten europäischen Ländern üblich, verbürgt sind sie bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Lasst euch überraschen!

Charaktere:

Der kleine Kommissar: (Herr Berger, der Verwirrte, der eine bestimmte Person immer noch sucht, wie war ihr Name? ….ach ja, Barbara Winter.)

Der kleine Mann hatte eine blank polierte Glatze, seine Stirn war von tiefen Falten durchzogen. Unter seinen blauen Augen lagen schwarze Schatten und seine Mundwinkel hingen nach unten. Er räusperte sich verlegen und sah Rita Hilfe suchend an. „Ich finde mein Zimmer nicht“, sagte er mit rauer Stimme. „Kommen Sie mit, Herr Berger, ich zeige Ihnen, wohin Sie gehen müssen.“ Rita packte den kleinen Mann, den sie schon oft auf sein Zimmer gebracht hatte, energisch am Arm und drängte ihn in den Fahrstuhl, der eben angekommen war. „Ich bin Kommissar Berger“, sagte der kleine Mann mit einem gefälligen Lächeln, als der Fahrstuhl anfuhr.„Und ich bin Rita Krämer, Altenpflegerin und Botin des Altenheims im Dauerdienst“, brummelte Rita.

Rita, Altenpflegerin und Pseudoschriftstellerin, die Frau, die Böses? tut.

Ich habe keine Lust mehr auf Drama und Auseinandersetzung, oder auf das Warum, wie und Weshalb. Unsere eben beendete Beziehung steht mir bis zum Hals, und ich muss meinen Oberkörper wieder frei machen, um es bildlich auszudrücken. Wenn du deine Jacke und deine Krawatte, sowie deine Unterhose nicht bei mir vergessen hättest, würde ich mich nicht mehr bei dir melden.

Reiche Schriftstellerin

Corinna: (die Schriftstellerin) schreibt Trivialliteratur und verdient damit viel Geld:

Corinna sah anders aus, als Rita sie sich vorgestellt hatte. Ihr halblanges blondes Haar glänzte silbern im matten Studiolicht und umhüllte ihren Kopf wie eine Haube. Die vergissmeinnichtblauen Augen wirkten glanzlos. Und um ihren Mund mit den schmalen rot geschminkten Lippen lag ein kleiner bitterer Zug. Sie saß in einem gelben ausladenden Sessel und hatte die Beine übereinander geschlagen. Rita musterte ihre rundliche Figur. Tatsächlich hatte sie gedacht, Corinna wäre eine Schönheit mit ebenmäßigen Gesichtszügen, blonden Locken, die ihr bis auf die Schultern fielen, und der Figur einer Barbiepuppe. Auf jeden Fall sahen Corinnas Protagonistinnen in Ritas Fantasie so aus. Eventuell war Corinna ein Gourmet und schätze gutes Essen ebenso wie sie. Der Gedanke, dass sie etwas mit ihr gemeinsam haben könnte, gefiel Rita.

Ihr Mann Harry http://www.pressenet.info/pr-2012/literatur/alte-liebe-rostet-nicht.html

Anhand dieser Kurzgeschichte habe ich den Protagonisten Harry geschaffen.

Er war ein attraktiver Mann, der von den Frauen beachtet wurde. Wenn er sich in seiner ganzen Männlichkeit vor der Achterbahn präsentierte, sahen ihn die Frauen bewundernd an. Er reckte die Schultern und spielte mit den Muskeln seines breiten Oberkörpers, die unter dem engen T-Shirt deutlich hervortraten. Dann lächelte er gefällig.

Viele Damen wurden bei seinem Anblick schwach, und wollten eine Fahrt mit der wilden Maus machen. Dann half er ihnen galant in den Sitz, und wenn eine der Frauen die ihm gefiel, ängstlich blickte, sagte er: „Keine Panik, die Achterbahn ist lange nicht so wild wie ich.“ Daraus ergab sich manche flüchtige oder intensivere Begegnung, mit den durchgeschüttelten Frauen, die in Harrys Wohnwagen stattfand. Harry vermisste seinerzeit nichts. Er war mit seinem Leben zufrieden. Und keine der Damen hatte an seinem Nachnamen etwas auszusetzen. Hier waren andere Dinge wichtig.

Frei erfunden

Der Buchhändler: Corinnas zweiter Gatte. Diesen Mann kenne ich nicht…frei erfunden.

Er liebte Bücher mehr als Frauen. Bücher hielten still, beanspruchten nichts, ließen sich in eine Ecke legen, wenn man sie nicht brauchte, und standen zur Verfügung, wenn man Sehnsucht nach ihnen hatte. Davon abgesehen, sie redeten nicht. Seine Frau redete fortwährend. Wie ein Buch redete sie. Und dabei las sie wenig.

Veronika: Ist an Harry sehr interessiert.

Sie wackelte beim Gehen hin und her wie eine gemästete Ente, ihre Augen waren glanzlos und ohne jeden Ausdruck. Von ihrer attraktiven Erscheinung war nichts übrig geblieben.

Veronika nahm Harrys Hand und drückte sie fest. In ihren wundervollen Augen glitzerten Tränen. „Da haben wir beide dasselbe Problem, das dachte ich mir. Ich habe bemerkt, Sie sind immer alleine hier. Mein Mann interessiert sich auch nicht für mich. Er ist ständig auf Geschäftsreise.“

Die Autorin

Heidrun Böhm, geb. 1953 in Albstadt war Mitglied der Autorengruppe Zimmerer in Albstadt.

Mit dem Schreiben angefangen habe ich im Jahr 1986.
Motive finde ich im Alltag: ein Gespräch mit Freundinnen, oder mit meinen Angehörigen. Auch ein Ausflug, ein Spaziergang, und der Austausch mit anderen Autoren motiviert. Das Lesen vieler Bücher ist das A und O für Ideen Motivation, und deren Umsetzung.

An meinem neuen Buch habe ich ein Jahr gearbeitet. Zwischendurch sind wieder viele Kurzgeschichten entstanden, die fast alle veröffentlicht wurden.

Mein Buch ist erschienen als Taschenbuch und als E-Book in der Kinde Edition.

 

 

Radio Bizarr CoverEin emotionsgeladenes Großstadtabenteuer, Thriller und Liebesgeschichte in einem: Radio Bizarr von David Jonathan

Der neue Roman von David Jonathan ist hinreißend lebendig. Nach seinem hochgelobten „Jahrhundertspiel“, dringt er diesmal noch weiter in die Psyche und die inneren Beweggründe seiner Protagonisten vor. Entstanden ist ein emotionsgeladenes Großstadtabenteuer, bei dem es um Intrige, Liebe, Verrat und das Spiel zwischen Menschen geht.

Viel Geld gemacht

Frederik Cervi hat Anfang des neuen Jahrtausends mit dem Verkauf seiner Internetbude viel Geld gemacht. Jetzt kehrt er von London nach Hamburg zurück, um auf der Reeperbahn ein Webradio aufzubauen. Radio Bizarr hat zwar einen holprigen Start, aber mit der Information über den möglichen Rücktritt des Ersten Bürgermeisters will Cervi Quote machen. Da überredet ihn die Journalistin Carola Bergrün, zunächst zu recherchieren. Dabei kommen sich die beiden nicht nur allmählich näher, sondern beginnen auch ein Netz an Korruption und Verschwörung aufzudecken, das sogar Frederik Cervis erfolgreiche Vergangenheit infrage stellt.

„Radio Bizarr“ ist vor allem gute Unterhaltung, interessierte Leser finden darin aber auch philosophische Ansätze. David Jonathan kratzt in seinem Buch ganz behutsam die Fassade ab, die Menschen alltäglich zur Schau stellen, um sich vor ihrer Umwelt und sich selbst zu schützen. Ganz gleich, ob Internetmillionär, Journalistin, Geschäftsmann oder Praktikantin – alle reagieren auf die Anforderungen, Reize und Versprechungen der Gesellschaft. Sie setzen ihren Verstand und ihren Körper ein, um ihre Seele zu verkaufen. Oft merken sie zu spät, dass sie sich damit nicht wohlfühlen und manchmal gibt es eine Wendung, die alles in ein neues Licht rückt.

 

David JonathanÜber den Autor

David Jonathan lebt und arbeitet in Hamburg. Schon während seines Studiums machte er mit einigen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam. Später war er viele Jahre international als Journalist tätig, bevor er sich wieder der Literatur zuwandte. Sein Hamburg-Thriller „Jahrhundertspiel“ wurde zu einem überraschenden Erfolg und brachte ihm die Bezeichnung „deutsche Evolution von Dan Brown“ ein.

 

 

 

 

 

Der Link zu David Jonathan

Blog: http:davijonath.blogspot.com

Homepage: http://davijonath.jimdo.com/

David Jonathan, Radio Bizarr ISBN 978-3-7380-1958–2, € 3,99 (eBook), ISBN 978-3-7375-3800-8, € 7,99 (Print)

 BuchDavid Jonathans Jahrhundertspiel ist ein Roman über Macht und Einfluss in fiktiven, realen und virtuellen Welten.

Es gibt Bücher, die werden nach dem Lesen schnell wieder vergessen. Andere verändern den Blick auf die eigene Umgebung. Zu letzteren gehört der Roman ,Jahrhundertspiel‘ von David Jonathan. Die Geschichte um Macht, Einfluss und Intrigen spielt so authentisch in fiktiven, realen und virtuellen Welten, in Gegenwart und Vergangenheit, dass sie die Wahrnehmung für die Welt verändert.

Als Henner Klaasen sein Unternehmen verliert, tritt er das Erbe seines Großvaters an und beschäftigt sich mit Ahnenforschung. Was er nicht weiß: Vor 400 Jahren gehörte seine Familie zu einer Bruderschaft, die bis in die Gegenwart hinein auf Hamburg einwirkt. Ein Wettlauf um Macht und Einfluss beginnt. Doch Henner Klaasen will in diesem ,Jahrhundertspiel‘ nur das Ansehen seiner Familie wiederherstellen – und den Schatz der ,Fratres coniuncti‘ finden.

Realistische Handlungsorte

Der Hamburger Journalist und Autor David Jonathan hat mit seinem ‚Jahrhundertspiel‘ einen Roman geschrieben, bei dem sich der Leser immer wieder fragt: Kann es nicht wirklich so sein? Die scheinbare Authentizität der Geschichte wird durch Lokalkolorit und realistische Handlungsorte betont. Fiktion und Wirklichkeit prallen sehr überzeugend aufeinander.

Dabei kann der Leser jederzeit die Handlung aktiv miterleben, indem er die Rätsel im Buch selbst zu lösen versucht und die Orte, an denen der Roman spielt, besucht. So wird das ‚Jahrhundertspiel‘ zu einem Erlebnisroman, der fiktive, virtuelle und reale Welten miteinander verknüpft. Dazu trägt auch die lebendige Sprache des Autors bei, der es versteht, seinen Figuren mit wenigen Worten Charakter und Persönlichkeit einzuhauchen.

Das ‚Jahrhundertspiel‘ ist keine leichte Kost, aber jeder Leser wird danach mit anderen Augen durch seine Stadt gehen und sich fragen: „Welche Geheimnisse schlummern hinter den Mauern dieser Gebäude?“ Daher: Der Roman ist absolut empfehlenswert und ein „Muss“ für alle Fans von spannender Unterhaltung.

David Jonathan, Jahrhundertspiel, ISBN 978-3-8442-5031-2, € 5,99 (eBook), ISBN 978-3-8442-5193-7, € 9,99 (Print)

 

David JonathanÜber David Jonathan

David Jonathan lebt und arbeitet in Hamburg. Schon während seines Studiums machte er mit einigen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam. und erhielt den Literaturförderpreis des Landes Niedersachsen sowie den Wiener Werkstattpreis. Sein Hamburg-Thriller „Jahrhundertspiel“ brachte ihm die Bezeichnung „deutschte Evolution von Dan Brown“ ein. Mit seinem aktuellen Buchprojekt „Hide“ geht er neue Wege und veröffentlicht den Roman Abschnittsweise. So können Leser Einfluss auf Fortgang und Handlungselemente nehmen. Auf seinem Blog „David Jonathan“ schreibt der Autor unter dem Kürzel „davijonath“ über seine Arbeit, veröffentlicht Kurzgeschichten, Gedanken und Impressionen: http://davijonath.blogspot.com

 

 

 

 

 

Cover Dorf der Wolkenmacher

 

 

Im Frühjahr 2012 begann im Rheinischen Braunkohlenrevier zwischen Köln und Düren eine Waldbesetzung, die bis heute andauert. Bundesweit ging diese Umweltaktion, die sich gegen die Rodung des alten Waldes richtet, durch die Medien, als mit einen tagelangen Großaufgebot Aktivisten von Spezialkräften aus Baumhäusern und selbst gegrabenem Tunnel geholt wurden.

Diese Besetzung des Hambacher Forsts begann mit einer Lesung aus Kay Löfflers Roman „Dorf der Wolkenmacher“, in dem er bereits Jahre zuvor eine Clique Kinder beschreibt, die erfährt, dass ihr Wald und ihr Dorf einem industriellen Großprojekt geopfert werden soll. Marvin, der gerade erst die Liebe entdeckt, und seine Freunde leben sorglos in den Tag hinein, bis sie die Wahrheit erfahren. Und damit beginnt für sie das Erwachsenwerden.

Nehme ich den Kampf auf?

Wie gehe ich mit Problemen um? Ignoriere ich sie und hoffe darauf, dass sie sich von selbst lösen? Nehme ich den Kampf auf? Wehre ich mich mit Gewalt? Und wenn ich den Kampf verliere, wie mache ich weiter? Verkrieche ich mich schmollend in einer Ecke? Ducke ich mich, mache mich unsichtbar? Oder starte ich erhobenen Hauptes einen neuen Versuch? Lohnt sich ein Kampf überhaupt, wenn man auf verlorenem Posten steht, wenn der Gegner übermächtig ist?

Die Kinder nehmen den Kampf gegen den Industriegiganten auf. Und ausgerechnet Marvins Vater, Polizist in dem kleinen Städtchen, wird mit den Ermittlungen gegen die Störer beauftragt.

„Dorf der Wolkenmacher“ wird empfohlen vom BUND NRW und wird an einigen Schulen im Unterricht verwendet, ist dennoch aber fast nur in den Braunkohlenrevieren bekannt. Dabei steht diese Art der Umweltzerstörung nur als Synonym für viele andere Möglichkeiten. „Das kann überall passieren,“, sagt der Vater an einer Stelle des Buches, „aus vielen Gründen: Kohle wird gefunden oder ein Stausee geplant, eine Autobahn gebaut, Grenzen verschoben, ein Flughafen erweitert … In irgendeiner Form kann das überall passieren.“

Der AutorOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Kay Löffler, geboren 1958, veröffentlichte 1999 seinen ersten Roman „Ermittlungsdienst Chorweiler“, der nahe der Realität das Arbeiten und  Leben in einem deutschen Getto beschreibt. Er lebt heute in Elsdorf, am Rande eines Loches mit gewaltigen Ausmaßen. Von dem 5.500 Hektar großen, über 1.000 jährigen Wald, der dort einmal stand, sind derzeit nur noch 1.000 Hektar geblieben.
Homepage: http://kayloeffler.eu/

 

Buchvorstellung – Sayumi: Sayu Smiles

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Welche Ausmaße kann es annehmen, wenn ein kleines, achtjähriges Mädchen aus dem schützenden Kreis der eigenen Familie gerissen wird?
Dass es für das betroffene Kind und seine Familie von Beginn an der unvergleichliche Horror sein wird, kann sich jeder ausmalen. Doch die Ereignisse, welche folgen, nachdem die kleine Sayumi nach einem häuslichen Unfall aus dem Krankenhaus entführt wird, übertreffen alle Vorstellungen eines rational denkenden Menschen.
Fernab jeglicher Bindung von Zeit und Raum entwickelt sich für die kleine Antiheldin eine Geschichte, die weit über den Kampf um Leben und Tod hinausgehen wird.

Auf der Suche nach dem eigenen Ich, nach den Erklärungen für ihre abstrakte und kaum verständliche Lebenssituation, wird sie begleitet von mehrschichtigen und nicht immer von eindeutigen Motivationen getriebenen Menschen.

Gesetze des Wahnsinns

In einer Welt, die sich zwar an der unsrigen anzulehnen scheint, in der die Gesetze der Vernunft, des Wahnsinns und des Verständnisses jedoch andersfarbige Ausmaße anzunehmen scheinen, gibt es kein Schwarz und Weiß, kein Gut und Böse.
Jeder ist dein bester Freund und zugleich dein ärgster Feind.
Der Schlaf kann Stunden der Erholung bedeuten, oder ein aufreibender Wegweiser für das Leben sein.

Die Geschichte der kleinen Sayumi hat ihre Inspiration nicht aus anderen Büchern. Auch der bemühte eigenständige und in der Perspektive wechselhafte Stil lehnt sich nicht bewusst an anderen, mir möglicherweise bekannten Autoren an.
Inspiration für dieses Wechselbad der Gefühle waren die vielseitigen Bilder des Films und die akustischen Meisterwerke der Musik.
Sayu Smiles ist alles andere als eine Geschichte, von der man behaupten kann, sie könnte niemals verfilmt werden. Es ist der Sinn und Zweck der Geschichte, einen filmartigen Eindruck im Kopf des Lesers zu erschaffen und diesen Film Szene für Szene und Schnitt für Schnitt vor dem geistigen Auge ablaufen zu lassen.

Vier Gefühle

Aufgeteilt in vier Intervalle. Benannt nach vier Blutgruppen. Vier Abschnitte in ihrem noch jungen Leben. Vier Gefühle und vier Buchstaben.
Wer ist denn nun die Zielgruppe von Sayumi, wenn es schon nicht an einem Genre festgemacht werden kann? Es sind die Leser, welche nicht über Genres nachdenken möchten.
Leser, die sich nicht dagegen wehren, in einer Geschichte aus subtilem Horror auch rasanter Action und gefühlvoller Freundschaft zu begegnen.
Leser, die sich gerne durch die Grenzen von Traum und Realität hindurch bewegen möchten und hinter der rasanten und spannenden Geschichte eine Botschaft im Subtext für sich und die Welt entdecken möchten.
Beinahe jedes gewählte Element hat eine Bedeutung. Jede Farbe, jede Geste und jede Szene hat ihren Ursprung in einer Schicht, hinter der zwar rätselhaften aber dennoch nicht unverständlichen Geschichte.

Meine Website findet ihr auf www.sayumi.de

DieFruchtdesOelbaums_2

Buchvorstellung:  Gabrielle C. J. Couillez, Die Frucht des Ölbaums: Der Ketzer …

Okzitanien – der Süden Frankreichs im 13. Jahrhundert. Der gerade erst zehn Jahre alte Olivier erlebt zusammen mit seiner Familie den Ausbruch des Kreuzzuges gegen die Katharer. Sie fliehen vor der Brutalität des Krieges in das nahe gelegene Königreich Aragon, während der Vater Oliviers auf der Festung Termes im Languedoc zurückbleibt.
Erzogen von seinem Stiefvater und seinem Onkel, einem berühmten Führer dieser vom Vatikan abtrünnigen Glaubensgemeinschaft, wächst Olivier de Termes im Exil auf und wird nach seiner Ausbildung zum Ritter am Hofe von Barcelona und seinem ersten Abenteuer als Beschützer von geheimen katharischen Schriften zum rebellischen Freiheitskämpfer. Er lernt auf vielfältige Weise die Liebe kennen und hat im Kontakt mit Franziskus erste Zweifel an seiner Religion. Aber die Rückeroberung seiner väterlichen Ländereien hat Vorrang. Für deren Besitz ist er sogar bereit, sich mit Papst und französischer Krone zu arrangieren und seine wahre Denkweise zu leugnen. Doch sein Herz schlägt für sein Land und sein einst stolzes und freies Volk, welches von der Inquisition geknechtet wird.

Vollkommener Ritter

„Ich wollte ein vollkommener Ritter sein. Alle Zeit meines Lebens habe ich gekämpft: Für die Freiheit meines Landes Okzitanien und sein Volk, für meine Ideale, um mein Überleben…
Man nannte mich einen Verräter. Könige ernannten mich zu ihrem Vertrauten.
Ein vollkommener Ritter bin ich nie gewesen.
Es wird Zeit, dass die Welt die Wahrheit erfährt!“

Burgen – Ketzer – Scheiterhaufen – und ein südfranzösischer Ritter, der für die Freiheit gegen eine Übermacht kämpfte

Ein dramatischer Historienroman über das Leben des Olivier de Termes (1200 – 1274)

Über die Autorin:

2011-47Geboren und aufgewachsen ist Gabrielle C. J. Couillez im Jahre 1965 im Südwesten Deutschlands, wo sie noch heute mit ihrer Familie lebt. Mit dem Schreiben hat sie begonnen, als ihr ältester Sohn aufgrund mehrfacher Behinderungen besonderer Förderung bedurfte. So entstanden zunächst Bilderbücher nur für den Hausgebrauch. Auch andere Geschichten folgten, die sie auf Mittelalter-Events in passender Gewandung für Groß und Klein gerne zum Besten gibt. So vertiefte sich ihr Faible für vergangene Zeiten und die Autorin dieser besondern Bilderbücher für Kinder verlegte sich vor ein paar Jahren auf das Schreiben von historischen Romanen für Erwachsene. Ihr Romandebüt gibt sie nun mit DIE FRUCHT DES ÖLBAUMS, von dem der erste Band mit dem Untertitel „Der Ketzer“ im Verlag 3.0 erschienen ist.

Willst du dein Buch auch vorstellen? Dann nimm das!

Krüger, Michael: Der Mann im Turm

Bild: pixabay.com/Unsplash/Mann im Turm /

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Michael Krüger hat mit dem Buch Der Mann im Turm eine wunderbare Parabel auf die Kunst geschrieben; und auf das Leben. Krügers Mann im Turm – stark!

Ein Maler lebt in einem Turm. Er hat sich dorthin zurückgezogen, um seinen Auftrag zu erfüllen und Bilder zu malen, auf denen die vier Jahreszeiten Gestalt annehmen. Er braucht dazu Ruhe, muss sich dem hemmungslosen Geschwätz der Leute in der Stadt entziehen. Und er entzieht sich seinem Heimatland – denn der Turm steht in Frankreich, einem freiwilligen Exil für ihn. Gleichzeitig, und das ist eine weitere Skurrilität, die sich Krüger leistet, übersetzt der Maler Dante.

Übermütiger Beginn

Zunächst ist er übermütig und seiner Sache sicher, denn schließlich hat er schon ganz andere Sachen gemalt. Doch die Inspiration ist ein launisches Kind, sie will sich nicht einstellen, die Tage des Malers sind eine einzige Verwaltung der Leere. Erst allmählich kehrt so etwas wie ein tastender Beginn bei ihm ein, und der Maler lernt zögernd andere Menschen kennen. Doch dann wird‘s gleich wieder turbulent: Er verbringt mit einer seltsamen Frau ein paar Nächte und prompt verschwindet die mit seinem Auto.

Dicker Mann mit undurchsichtiger Rolle

Und ein dicker Mann kommt auch noch vor, der eine undurchsichtige Rolle spielt in dem ganzen Drama. Die Erlebnisse werfen den Maler in den langersehnten Schaffensrausch. Krüger hat in seinem kleinen Büchlein eine Parabel geschaffen für den Künstler und seine Kunst – und für die aberwitzigen Situationen, die einerseits den Schaffensdrang lähmen, andererseits ihn beflügeln. Der Turm ist der berühmte Elfenbeinturm, aber auch eine Festung, die von anderen Menschen eingenommen wird. Dass er am Ende abbrennt, ist ebenfalls ein starkes Symbol.

Krügers Schalk bei Mann im Turm

Doch trotz des parabelhaften Charakters und des so würdigen Themas, blitzt immer Krügers ganz eigener Schalk in den Zeilen auf und benetzen die Anekdoten, die ansonsten unerträglich spröder und ein wenig konstruiert wirkte, mit dem feinen Nebel des erzählerischen Humors. ?All die Fehlschläge, die unseren Maler zusätzlich noch mit der Polizei in Konflikt bringen, entmutigen den Maler nicht. Darin erweist er sich als starker Charakter, der noch Nektar für seine Kunst aus Situationen saugt, die andere eher in die Flucht getrieben hätten. Der Maler ist kein Weichling, kein Schöngeist und kein Sensibelchen. Er ist ein Steher.

Der Turm – ein starkes Symbol

Von daher wird der Turm dann nicht nur das Symbol für die Abgeschiedenheit des Künstlers, sondern auch für die Festung – die mag erobert werden und am Ende zuschanden gehen, aber der Herr der Festung hat auch dann noch Mumm genug, de Leben ins Gesicht zu lachen. Der letzte Satz lautet. „Es ist Zeit, mit einem neuen Bild zu beginnen.“

Michael Krüger, Der Mann im Turm, Roman, ISBN 978-3596113897, 7,95 Euro

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