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Bild: pixabay.com/Michael Schwarzenberger

So funktioniert erfolgreiche Pressearbeit  online und offline. Mit seinem eBook über die Geheimnisse guter Öffentlichkeitsarbeit zeigt der Offenburger Journalist Klaus Krüger, wie Sie intelligent für sich und Ihre Firma auf den Busch klopfen.

Mit eigenen Geschichten in die Medien kommen

Mit guten Schlagzeilen in die Medien – das wünschen sich Vereine, Firmen und Existenzgründer. Doch es ist nicht so einfach. Viele zahlen dafür viel Geld für PR-Agenturen. Der Offenburger Journalist Klaus Krüger, Inhaber des Redaktionsbüros Agentur Textkonzept,  zeigt in seinem neusten Buch „Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit“, wie es günstiger und direkter geht. Und wie beide Seiten von guten Geschichten profitieren – Organisationen und Redaktionen gleichermaßen

Journalistischer Aufbau

Dabei deckt er ein Geheimnis guter Geschichten auf, das so simpel, so naheliegend und doch so unbeachtet ist wie das Ei des Kolumbus. Worauf Krüger außerdem Wert legt, ist eine solide Schulung des journalistischen Basiswissens. Damit ein Artikel gleich richtig durchkomponiert ist. So können alle Interessierten ihre Artikel selbst formulieren und handwerklich korrekt erstellen. So lernen Interessierte, wie sie einen Artikel journalistisch aufbauen – etwa mit den W-Fragen.

Sieben W-Fragen


Um zu erkennen, was das Wichtigste ist, stellen Sie die sieben W-Fragen: Wer?, Wann?, Was?, Wo?, Wie?, Warum?, Woher? Die Antworten darauf schreiben Sie an den Anfang Ihres Textes, in den Vorspann. Der muss nicht alle sieben W-Fragen beantworten, die wichtigsten aber schon. Der Rest der Antworten folgt gleich danach. Wenn Sie so schreiben, haben Sie die wichtigste Voraussetzung für Verständlichkeit erfüllt: Sie teilen dem Leser direkt und ohne Schnörkel mit, worum es in Ihrem Text geht. Selbst wenn er nach dem Anfang aussteigt, weiß er, worum es geht. Ziel erreicht, Sie haben sich mitgeteilt.

Das Geheimnis lüften

Nichts wirkt so nachhaltig wie gute Porträts interessanter Persönlichkeiten. Wenn Sie der Redaktion interessante Menschen aus Ihrem Verein zum Porträt vorschlagen, bieten Sie einerseits guten Lesestoff, andererseits halten Sie Ihren Verein im Gespräch. Menschen sind interessanter Lesestoff.

Menschen sind spannender Lesestoff

Also, denken Sie darüber nach, welche Mitglieder Ihres Vereins die Leser der Zeitung gerne kennen lernen würden. Die Übungsleiterin, die schon 20 Jahre Kinder betreut, die Putzfrau, die schon 30 Jahre lang Halle und Vereinsheim sauber hält und die sonntags zu jedem sportlichen Ereignis in die Halle kommt, den Zeugwart, dessen Großvater schon im Verein war. Ein weiterer wichtiger Teil des Buches widmet sich der richtigen Kontaktaufnahme zur Redaktion. Und wie man den guten Kontakt auch hält.

Das Fachbuch Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit ist als eBook unter anderem im Kindle Shop bei Amazon erhältlich und kostet im Download 4,99 Euro.Die Kurzfassung des Buches heißt Sieben goldene Tipps für journalistisches Schreiben und kostet 0.89 Euro.
Zum Autor: Klaus Krüger arbeitet seit über 25 Jahren für verschiedenen Tageszeitungen und Medien und leitet seit zehn Jahren das Redaktionsbüro Agentur Textkonzept.

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Bild: pixabay.com/Anna

Panik vor einem weißen Blatt Papier? Oder der leeren Bildschirm-Seite? Das muss nicht sein. Entspannen Sie sich, arbeiten Sie – und denken Sie um Himmels willen nicht nach!

Die Muse ist eine launische Geliebte: Je mehr sich der Künstler nach ihr verzehrt, desto rarer macht sie sich. Zeigt er ihr jedoch die kalte Schulter, umwirbt sie ihn heiß. Wer das berücksichtigt, wird nie wieder vor einem leeren, weißen Papier sitzen und mit dem schweren ersten Wort kämpfen.
Einfache Lösung
Die Lösung ist ganz einfach: Der Autor muss immer nur für sich schreiben. Nie für andere. Und nie sollte er sich einbilden, ein unsterbliches Werk für alle Ewigkeiten zu verfassen. Er muss das schreiben, was ihm gefällt. Was in ihm drinsteckt und was unbedingt raus will. Seine Geschichte. Er muss das erzählen, was ihn ausmacht. Je weniger Bedeutung er seinem Text beimisst, desto weniger Versagensängste suchen ihn heim.

Munter losschreiben

Also, munter losgeschrieben – und wenn es eine Seite Kokolores ist über Tante Ernas unmögliches Kleid und wie sich Onkel Ewald auf seinen Hut gesetzt hat bei der Familienfeier am vergangenen Wochenende. Haha! Das ist allemal besser, als vor lauter Ehrfurcht vor dem Jahrhundertroman, der in Ihnen rumort, schier gar nichts hinzubekommen, weil der Schreibkrampf Sie im Griff hat.
Das Geheimnis guten Schreibens sind zwei Dinge: Die Entspannung und die gute Vorbereitung. Zuerst zum Zweiten: Nehmen Sie sich die Zeit, selbst die kleinste Kurzgeschichte akribisch durchzuplanen.

Akribische Vorbereitung

Überlegen Sie, was Sie damit sagen wollen, formen Sie also die Moral der Geschichte (die Prämisse). Arbeiten Sie dann die Charaktere anhand dieser Prämisse aus. Sie brauchen Personen, die stark sind. Die einerseits die Moral der Geschichte beweisen und transportieren, zweitens interessant sind (mit Ecken und Kanten) und die drittens etwas unbedingt wollen. Und Gegenspieler, die ebenso interessant sind und mit aller Macht verhindern wollen, dass der Held sein Ziel erreicht. Mit mindestens ebenso starken Motiven.

Personen mit Tiefgang

Personen von Tiefgang bekommen Sie, wenn Sie für die wichtigsten eine ausführliche Biografie schreiben. Um diese Romanfiguren bauen Sie die Konflikte, bis zum finalen Showdown, der einen Sieger zurücklässt und die Moral ihrer Geschichte zeigt – und das beweist, was Sie beweisen wollen. Danach müssen Sie alle Personen und Konflikte ausrichten.

Das Drehbuch schreiben

Wenn Sie das haben, schreiben Sie das Drehbuch Ihrer Geschichte. Komponieren Sie jedes Kapitel einzeln durch, lassen Sie die Personen auftreten, treiben sie diese in Konflikte, die immer heftiger werden – mit vielen unerwarteten Wendungen. Notieren Sie alles auf Karteikarten oder anderen handlichen Blättern, die Sie einzeln und bequem zur Hand nehmen können.
Und dann setzten Sie sich hin und arbeiten Ihre Kapitel einzeln ab. Jeden Tag eines. Wenn Sie die Vorbereitung gewissenhaft erarbeitet haben, werden Sie nie wieder hilflos vor einem leeren weißen Blatt sitzen – Sie wissen nämlich schon, was gleich darauf stehen wird, vor Ihrem geistigen Auge spielen sich spannende Szenen ab, die Sie nur schreiben müssen.

Entspannen Sie sich

Und nun zur Entspannung: Selbst wenn Sie jeden Tag zur selben Zeit schreiben, sollten Sie sich in einem Zustand versetzen, den Pulitzer-Preisträger Ray Bradbury einmal so formulierte: „Arbeiten – entspannen – nicht denken“. Das klingt auf den ersten Blick paradox, ist es aber nicht. Denn wenn Sie nicht entspannt sind, sondern krampfhaft daran denken, dass Ihnen jetzt sofort, auf der Stelle, zackzack, der große Wurf gelingen soll, dann wird das nichts. Andererseits befinden sich viele Schriftsteller, wenn das Schreiben dann mal läuft, in einer Art Trance – sie denken nicht mehr, sie lassen es aus sich fließen.

In Trance versetzen

Um diesen Zustand zu erreichen, gibt es mehrere Methoden. Einer ist Ausdauersport oder lange Spaziergänge vor der Arbeit. Die Methode hat den Vorteil, dass Sie dabei schon mal im Geiste an Ihrer Geschichte formulieren können. Und vielen Autoren fallen dabei auch tatsächlich tolle Ideen ein.

Werden Sie monoton

Andere monotone Tätigkeiten, bei denen Sie nicht viel denken müssen, sind ebenfalls geeignet: Putzen, Staub saugen, abwaschen. Danach sind Sie in einer Art Denktrance und können wunderbar losschreiben. Eine andere Methode ist es, tatsächlich erst einmal drei Seiten Unsinn zu schreiben – als Fingerübung. Denken Sie jedoch immer daran, ehe Sie anfangen: Sie werden den Text noch unzählige Male umformulieren, wenn Sie die Schriftstellerei ernsthaft betreiben. Bis er so gut ist, wie er nur sein kann. Lassen Sie sich also nicht von der ersten Fassung ins Bockshorn jagen.
Weitere Methode: meditieren. Setzen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen, denken Sie an gar nichts und achten Sie zehn Minuten nur auf ihren Atem. Auch das wirkt Wunder. Dann sind Sie herrlich entspannt, nehmen Ihren Stift, lächeln dem netten weißen Papier zu und füllen es mit wunderbaren Einfällen, die nur so aus Ihnen heraussprudeln.
Natürlich gilt das oben Geschriebene für weibliche wie männliche Autoren gleichermaßen. Ich habe mich, faul wie ich bin, auf die männliche Form beschränkt.

Schreibschule – formuliere treffend

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Schreibe deine Artikel für die Medien doch einfach selbst. Die besten Texte sind verständlich, klar und genau. Und zwar so genau wie möglich.

Schreibe so anschaulich und treffend wie möglich: Je genauer du bist, desto anschaulicher bildest du die Wirklichkeit ab. Das dienst letztlich dem höchsten Ziel jeder Kommunikation – der Verständlichkeit. Die Grenze der Genauigkeit zieht dabei das Medium, für das du schreibst.

Verständlich bleiben

In der Fachzeitschrift des Blasmusikverbands wirst du wesentlich detaillierter und genauer schreiben als in einem Konzertbericht in der Tageszeitung. In der Zeitung musst du die wichtigsten Informationen einem Publikum vermitteln, das wenig über Blasmusik weiß und sich auch nicht so brennend dafür interessiert. Das ist bei der Fachzeitschrift schon anders – hier lesen Kenner mit.

Verständlich solltest du aber immer bleiben. 

Weitere Beispiele, wie du genauer und anschaulicher schreibst:

25 Prozent – ein Viertel (besser); Infrastruktur – eine Straße bauen (besser); nach einiger Zeit – genau 43 Minuten später … (besser); das Fest war gut besucht – mit 700 Besuchern war die Halle ausgebucht (besser); Tier – Hund, Katze, Maus; Verwandter – Vater, Mutter, Onkel.

Geschichte vor der Geschichte

Erzähle die Geschichte vor der Geschichte. Viele Journalisten setzen voraus, dass der Leser sich an den Artikel erinnert, der eine Woche zuvor im Blatt war. Die meisten Leser tun das nicht. Außerdem kommen immer wieder neue hinzu. Vorgeschichte = das Warum bei den W-Fragen.

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Wiederholen ist gut

Wiederhole dich. Was Deutschlehrer erzürnt, dient eigentlich der Verständlichkeit. Weil du es noch einmal wiederholst und somit dem Leser ermöglichst, es zu behalten. Und die Verständlichkeit geht immer vor der Schönheit des Ausdrucks. Dreimal im Text Feuerwehrmann zu schreiben ist immer noch besser als „Brandschützer“ (schützt er Brände?) oder gar „Blauröcke“ – aus Angst, das „Ding beim Namen zu nennen“.

Oder gar die Marotten des Spiegels zu übernehmen, der neue Wörter erfindet und darauf auch noch stolz ist. Das ist oft peinlich, meist aber unverständlich. Und verstößt so gegen das Gebot, dass wir uns verständlich ausdrücken sollen.

Erweitere deinen Wortschatz

Die Suche nach dem treffenden Wort lohnt sich. Beim Schreiben haben wir mehr Zeit als beim Sprechen. Benutze Synonym-Wörterbücher. Lese gute Zeitungen und Bücher; das erweitert deinen Wortschatz.

Vorsicht mit Sprach-Bildern und Sprach-Klischees. „Das Herz des Bürgermeisters schlägt in einer Reiterhose“ geht, sprachlich gesehen, in dieselbe. Geize mit Fremdwörtern. Versuche es in Deutsch, das ist doch deine Muttersprache. Gibt es kein deutsches Wort dafür, nimm das Fremdwort – aber erkläre es auf jeden Fall.

Kein Nominalstil

Vermeide Behörden-Deutsch, der sich in unverständlichen Substantiven gefällt. Juristen schreiben übrigens auch nicht besser. Sie versuchen, sich über-exakt auszurücken, damit man ihnen juristisch nicht am Zeug flicken kann. Das zieht aber in der Regel völlig unverständliche Satzgebilde nach sich. Gepaart mit einem Nominalstil. Du musst  als Schreibender nicht so über-exakt formulieren. Stimmen muss es, aber übersetze die behördlichen Verwaltungsakte in verständliches Deutsch. Wenn die Polizei Maßnahmen zur Feststellung der Identität der Zielpersonen ergreift, dann kontrollieren die Beamten Verdächtige. Das ist außerdem viel dynamischer, weil du das in einen flotten Satz mit starkem Verb übersetzt hast.



Führe nie durch

Manche Wörter solltest du ganz vermeiden. Durchführen gehört dazu. Es ist ein hoheitlicher Begriff. Von einer Obrigkeit, die etwas durchzieht, ob die Betroffenen das wollen oder nicht. Wenn die Polizei eine Razzia durchführt, dann mag das noch angehen; ein Fest, einen Vereinsausflug oder ein Vernissage führt man aber nicht durch. Außerdem stammt das Wort aus dem Dritten Reich, zumindest erlebte er hier seine freudigste Würdigung.

„Die Durchführung des Feuerwehrfestes der Stadt Oberunterhausen oblag dem dritten Zug.“ Besser: „Der dritte Zug der Berufsfeuerwehr organisierte das Feuerwehrfest der Stadt Oberunterhausen.“

Anders ausgedrückt

Also: organisiere, mache, veranstalte, biete an, lade ein zu, halte ab – aber führe bitte NIE durch. 
Zusammenfassend zur Behördensprache zitieren wir Helmut Hammerschmidts sarkastischen Satz : „Warnung vor Verhunzung der Wortbildung bei Berichterstattung und Schilderung.“ (Zitiert nach Walther von La Roche, Einführung in den praktische Journalismus).

Unsere zwei Fachbücher mit vielen guten Tipps gibt es hier …

Was ist der Unterschied zwischen Nachricht und Bericht? Wie schreiben Sie so etwas? Und wie führen Sie ein Interview?

Schwierige Kürze

Wenn Sie für die Medien schreiben wollen, sollten Sie die Unterschiede zwischen den einzelnen journalistischen Genres kennen. Die Nachricht (Meldung) wird häufig in der Pressearbeit eingesetzt. Sie ist knapp gehalten, transportiert sachliche Informationen und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Ohne Blähstil

Beachten Sie die verständliche Schreibweise in kurzen Sätzen ohne Blähstil, Adjektive und Kommentare. Vermeiden Sie das Passiv. Schreiben Sie aktiv, nennen Sie die Redenden und Handelnden mit Vornamen und Namen. Und bringen Sie alle Fakten kompakt. Vermeiden Sie alles, was nicht unbedingt in die Nachricht gehört. Interessant ist auch ein Hinweis auf weitere Informationen – etwa die Internet-Adresse oder eine Telefonnummer. Das war‘s schon.

Fakten ordnen

Die größte Schwierigkeit bei Nachrichten ist die Kürze. Und die Gedankenarbeit, alle Fakten erst zu ordnen und zu werten und sie dann gemäß der sieben W-Fragen anzuordnen – und das auch noch in absteigender Wichtigkeit. Das Wichtigste nach vorne (wer, was, wann, wo, wie, warum, wozu?), danach das weniger Wichtige. Freie Mitarbeiter einer Tageszeitung schreiben lieber opulente 200 Zeilen von einem Ereignis als knappe 20. Denn sich zu überlegen, was man in nur 20 Zeilen bringt, ist oft schwieriger, als schnell 200 Zeilen herunter zu klappern. Der Redakteur hat dann die Mühe, das alles einzudampfen. Seien Sie kooperativ, denken Sie vor dem Schreiben.

Strenger Aufbau

Die Nachricht hat einen strengen Aufbau. Sie ist in Abschnitte gegliedert. Der erste ist der Lead (Vorspann), in dem alle wichtigen W-Fragen zusammengefasst sind. Der Lead muss die Leser ausreichend informieren, die danach aussteigen.
Der Bericht ist der Zwillingsbruder der Nachricht – aber umfangreicher. Das ist eine längere Mitteilung, die sich an dieselben Regeln hält wie die Pressemitteilung. Schreiben Sie nie chronologisch, auch wenn Sie über eine Hauptversammlung berichten. Auch hier gilt: das Wichtigste zuerst.

Bericht im Lokalteil

Der Bericht findet sich meist im Lokalen – wie der Bericht über die Hauptversammlung und anderes. Nachricht und Bericht sind die gebräuchlichsten journalistischen Formen in der Pressearbeit für Vereine.
Weitere Formen: Reportage, Feature, Kommentar und Glosse sind journalistisch anspruchsvolle Formen. Sie werden in der ersten Zeit Ihres Wirkens in der Presse eher nichts für Sie sein. Haben Sie einmal Blut geleckt, fragen Sie ruhig Ihren Redakteur, ob Sie einmal Glosse, Interview oder Kommentar versuchen dürfen. Er wird Sie gerne beraten. Außerdem helfen gute Lehrbücher und die Lektüre guter Zeitungen.

Erkundigen Sie sich vorher

Das Interview: Es setzt sehr viel Wissen um die Person und die Sache voraus. Dabei sollten Sie die eigene Meinung zurückhalten und dennoch das Gespräch führen. Ein Interview ist aber in jedem Fall mehr als die pure Abfrage nach dem Termin eines Festes und der Frage, was es zu essen und zu trinken gibt.
Regeln: Sie sollten den Gesprächspartner ernst nehmen, nur solche Fragen stellen, die er auch beantworten kann, präzise und ruhig penetrant fragen, nur eine Frage auf einmal, möglichst unter vier Augen (nicht vor Publikum) befragen. Keine Diskussionen anzetteln. Fragen Sie aber ruhig kritisch nach.

Autorisieren lassen

Das Wortlaut-Interview sollten Sie autorisieren lassen – das heißt, Ihr Gesprächspartner sollte es so zu lesen bekommen, wie es später in der Zeitung steht. Wenn der Interviewte Änderungen haben will, lassen Sie diese zu. Sie sollten aber aufpassen, dass der Interviewte Ihnen nicht die Fragen im Mund verdreht und das Interview einen ganz anderen Zungenschlag bekommt. Wenn dem so ist, bitten Sie den Redakteur um Hilfe. Zur Not lässt der dann das Interview ganz ausfallen. Schade, aber nicht zu ändern. Ansonsten gibt der Journalist seine Texte niemandem zum Lesen.

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Schreibschule: Werten Sie nicht!

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Jeder, der Sachtexte oder journalistische Texte schreibt, sollte versuchen, so objektiv wie möglich zu schreiben – Wertungen ausgeschlossen!

Schreibschule

Theoretisch wird jeder zugeben: Wertungen haben in Sachtexten nichts verloren! Und dazu gehören auch die journalistischen Texte. Wenn Sie werten wollen, schreiben Sie einen Kommentar; und machen Sie das kenntlich.
Aber der Teufel sitzt in den Details der Praxis. Wie schnell sind und Adjektive in den Text geschlupft – aber Adjektive sind Eigenschaftswörter. Und wir sind es, die Menschen, Dingen oder Zusammenhängen mit Eigenschaften versehen. Das sind pure Wertungen: Ein schönes Konzert, ein begnadeter Erzähler, ein leidenschaftlicher Politiker. Wertung pur. Also: raus mit den Adjektiven!

Werten Sie nicht

Nicht nur Adjektive werten – auch sonstige Formulierungen. Bringen Sie keine „unbeabsichtigten“ Wertungen: „Der Druckindustrie droht ein Streik“. Wenn etwas droht, ist das schon eine Wertung – die Gewerkschaft würde das anders sehen.
 Oder haben Sie schon einmal bemerkt, wie breit die Spanne zwischen Freiheitskämpfer und Terroristen ist? Und wie grundlegend sich eine solche Einschätzung ändern kann – je nachdem, ob die Revolution erfolgreich war oder nicht. So werden aus Terroristen ganz schnell Freiheitskämpfer, wenn die ehemaligen bösen Buben an der Macht sind und das alte Regime weggeputzt ist.

Mehr Informationen über ein erfolgreiches Schreiben von Pressemitteilungen:
Klaus Krüger, Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit, Kindle Edition, ASIN: B005E0C6U8, ISBN: 978-3-8442-0678-4

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Professionelle Texte sind verständlich. Vor allem, wenn es um Sachtexte geht. Klarheit kommt also vor (eingebildeter) Schönheit. Wie machen wir das?

So schreiben Sie gut

Ein Sachtext will informieren. Oberste Richtschnur für einen (journalistischen) Text ist daher die Verständlichkeit. Und um sich verständlich zu machen, stellen Sie das Wichtigste an den Anfang. Ihre Leser wissen gleich, worum es geht. Sachlich schreiben ist auch ein Gebot der Fairness.
Das Wichtigste in Ihren Texten muss nach vorne.

Die berühmten W-Fragen

Um zu erkennen, was das Wichtigste ist, stellen Sie die W-Fragen: Wer?, Wann?, Was?, Wo?, Wie?, Warum?, Woher? Die Antworten darauf schreiben Sie an den Anfang Ihres Textes, in den Vorspann. Der muss nicht alle sieben W-Fragen beantworten, die wichtigsten aber schon. Der Rest der Antworten folgt gleich danach. Wenn Sie so schreiben, haben Sie die wichtigste Voraussetzung für Verständlichkeit erfüllt: Sie teilen dem Leser direkt und ohne Schnörkel mit, worum es in Ihrem Text geht. Selbst wenn er nach dem Anfang aussteigt, weiß er, worum es geht. Ziel erreicht, Sie haben sich mitgeteilt.

Verständlich schreiben, sachlich schreiben

Wir beantworten unter anderem deshalb alle W-Fragen am Anfang unseres Artikels, um uns verständlich zu machen.

Ganz nebenbei: Auch literarische Texte sollten verständlich sein – sonst geht die Botschaft verloren. Und deshalb schreiben wir doch: dass man uns versteht. Der richtige Weg dazu: sachlich schreiben. So sollten wichtige Informationen auch hier an den Anfang des Textes. Und nur funktioniert am Schluss der Überraschungseffekt – wenn die Leserin/der Leser informiert war. Selbst, wenn wir unsere Leser auf eine falsche Fährte setzen: Ohne wichtige Informationen am Anfang geht das nicht.

Weitere Tipps: Klaus Krüger, Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit, Kindle Edition, ASIN: B005E0C6U8, ISBN: 9783844206784.

Pressemitteilungen selbst schreiben

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Schreiben Sie Ihre Pressemitteilungen und Artikel für die Medien doch einfach selbst. Die besten Texte sind verständlich, klar und genau.
Schreiben Sie so anschaulich und treffend wie möglich. Und das Schöne: Beides hängt zusammen – je genauer Sie sind, desto anschaulicher bilden Sie die Wirklichkeit ab. Das hat natürlich auch wieder Grenzen, wie alles im Leben. Juristisch exakte Texte sind meistens nicht gut lesbar. Deshalb sind Behördentexte auch so grausig.

Schreiben Sie verständlich

Nehmen wir deshalb noch ein wichtiges anderes Gewürzmittel zu unserem Text hinzu: die Verständlichkeit. Wenn Sie anschaulich, treffend und verständlich schreiben, dann haben Sie alles für Ihren Text getan, was Sie für ihn tun können.
Die Grenze der Genauigkeit zieht dabei das Medium, für das Sie schreiben. In der Fachzeitschrift des Tauchverbands werden Sie wesentlich detaillierter und genauer schreiben als in einem Tauchbericht in der Tageszeitung. In der Zeitung müssen Sie die wichtigsten Informationen einem Publikum vermitteln, das wenig über das Tauchen weiß und sich auch nicht so brennend dafür interessiert. Das ist bei der Fachzeitschrift schon anders – hier lesen Kenner mit. Verständlich sollten Sie aber immer bleiben.

Literaturtipp …