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Der Streit zweier Maler entgleist in dieser spinnerten Geschichte völlig  und ruft eine Hexe auf den Plan.

In der kleinen Stadt lebten zwei Maler. Der eine malte den Leuten nach dem Geschmack – und hatte Erfolg, obwohl er  kein großer Künstler war. Der andere war ein Genie, der sich  nicht um den Geschmack des Publikums scherte. Er hatte lange Zeit gar keinen Erfolg und lebte von Tagelöhnerdiensten.

Kunstsinniger Bankdirektor

Doch das änderte sich unvermittelt, als sich der neue, kunstsinnige Direktor der Bank, Basilius Nothelfer, dem verkannten Genie ein Bild abkaufte und es in seiner Bank aufhängte. Es war das Porträt von Frau Nothelfer. Der Künstler hatte es  sehr modern gestaltet, es erinnert nur entfernt an die Frau des  Bankdirektors. Das Bild zeigte arg verrutschte Gesichtszüge und eigenartige Farben – aber vielleicht hatte Herr Nothelfer gerade deshalb das Bild gekauft und in seiner Bank aufgehängt.

Explodierende Pfeffermühle

Er bekam deswegen einen Riesenkrach mit seiner Frau, die  sagte, sie sehe aus wie eine explodierende Pfeffermühle, gefüllt  mit rotem, grünem und gelbem Paprika.  Das aber störte den Bankdirektor nicht weiter – so sehr seine Frau auch sonst die Hosen an hatte, bei Kunst blieb er stur und ließ das Bild hängen.

Der andere Maler, der immer nach dem Geschmack des Pub­likums malte, war wütend, weil der Bankdirektor seine Bilder verschmäht hatte. Er hatte noch nie in der Bank ausgestellt – überall sonst, aber noch nie in der Bank. Direktor Nothelfer hielt viel auf seinen Kunstgeschmack.

Der verschmähte Maler sammelte eines Tages seine Freunde  um sich. Voller Hass standen sie vor einem der Bilder des anderen Malers. Dann lachten sie schrill. Der Kundenberater kam und fragte, ob er ihnen helfen könnte. Sie lachten nur noch schriller, hielten sich die Bäuche und zeigten mit den Fingern auf das Bild. Der Bankdirektor kam und auch dann lachten  sie noch. Einige Minuten ging das so, die Kunden der Bank waren  irritiert. Dann kam die Polizei und bereitete dem Spuk ein  Ende.

Die Hexe Tintenfleck hat einen Plan

Nun hatte der Maler, der dem Publikum nach dem Geschmack malte, auch sonst ziemlich Pech mit der Aktion: In  der Bank war nämlich gerade, als er mit seinen Freunden das  Bild seines Konkurrenten verlachte, die Hexe Tintenfleck. Die  fand das Bild der Frau Bankdirektor zwar auch eher scheußlich als schön, aber die Lachaktion des Malers und seiner Freunde ging ihr vollkommen gegen den Strich. Sie war eine gerecht  denkende Hexe. So etwas tat man nicht – und schon gar nicht  einem Kollegen gegenüber. Wo kam man denn hin, wenn man  sich so aufführte, nur weil man mal nicht zum Zug gekommen war? So etwas war geschmacklos.

Also ging die Hexe Tintenfleck ins Haus des verschmähten  Malers, als er noch bei der Polizei war und verhexte die Leinwand, auf die er gerade malte. Es war das Porträt des Schuldirektors Rotmoser. Der war ein bedächtiger, ruhiger Zeitgenosse.  Aber als der Maler am anderen Tag das Bild fertig gemalt hatte, war es mit der Ruhe und der Bedächtigkeit des Rektors vorbei: Mit einem Mark erschütternden Schrei sprang das Bild aus der Leinwand heraus und stürzte sich auf den Maler. Der  konnte gerade noch die Beine unter die Arme nehmen und Fersengeld geben.

Seltsame Jagd mit dem Maler

Doch der gemalte Schulrektor rannte mit einer affenartigen  Geschwindigkeit hinter dem Maler her. Und brüllte dabei wie ein Urwaldaffe. Dem Maler fielen auf seiner Flucht weg von seinem Plagegeist sämtliche Pinsel aus der Hand. Die Leute in  der kleinen Stadt drehten ihre Köpfe und schauten der seltsamen Jagd nach. Schon erstaunlich, wie sich der Rektor plötzlich benahm; er  war nicht mehr wieder zu erkennen. Das ging so lange, bis die wilde Jagd an einer Schulklasse vorbeikam, die Wandertag hatte – es war ausgerechnet die Klasse von Schuldirektor Rotmoser.  Der machte ein entsetzlich dämliches Gesicht, als er sein Abbild  an sich vorbeijagen sah.

Der Maler keuchte ihm zu: »Kein Problem, kein Problem,  das Bild kommt später!« Seitdem hieß Rektor Rotmoser bei seinen Schülern nur »Kein Problem, kein Problem!«  Ein paar Meter weiter bog der Maler rechts in eine Gasse  und das Bild links – warum auch immer. Damit war der Spuk  vorbei.  Am nächsten Tag hatte der Maler einen Brief von der Hexe Tintenfleck im Briefkasten. Darin schrieb sie, das Bild könnte aus dem Rahmen gesprungen sein, weil er das Bild seines Kollegen verlacht hatte. So könnte es gewesen sein, vermutete die  Hexe in ihrem Brief. Das sollte er nicht mehr tun. Der Maler  war nicht dumm – er tat, was die gute Frau ihm empfahl. Denn  damit fährt man immer besser.

Mehr spinnerte Geschichten

Buchtitel

Zum Buch »Kinkerlitzchen für die Leselust«, Teil 1: »Alfreds Geheimnis«.

Haben Sie Kinder oder Enkel, die gern lesen? – Ja? – Dann können Sie sich echt glücklich schätzen!

Viel schlechter geht es da dem Verleger und dem Cheflektor des Kinkerlitzchen-Verlags. Diese beiden Büchermenschen haben Enkelkinder, die sich geradezu weigern, ein Buch in die Hand zu nehmen, um zu lesen. Mit Engelszungen reden sie auf Anna und Tim ein, damit die Kinder lesen.

Es klappt nicht

Doch vergebens! Selbst ein Buch, das sie Weihnachten auf dem Gabentisch finden, kann sie nicht locken. Dabei ist gerade dieses Buch des Autors Felix Grimmig mit dem Titel »Die Fee Leselust« entscheidend für die beiden Kinder und den Fortgang der Handlung. Grimmig erzählt in seinem Buch, das vom Kinkerlitzchen-Verlag herausgegeben wird, die Geschichte der Fee, die den Menschen die Lust aufs Lesen gibt. Den Autoren aber macht sie Lust darauf, neue, interessante und spannende Bücher zu schreiben. Durch einen Zufall hört nun diese Fee, die just im richtigen Moment dem Manuskript entstiegen ist, von der Sorge der Großväter über ihre Enkelkinder. Und sie beschließt, ihnen zu helfen. Schließlich nimmt sie Anna und Tim, die ihre Warnung nicht ernst nehmen, über Nacht die Fähigkeit, lesen zu können. Der letzte Schultag vor den Winterferien wird für die Kinder zum Desaster! Nun ist guter Rat teuer.

Silberstreif am Horizont

Da besinnt sich der Opa des Jungen einer Geschichte, die er von einem Urahn hörte. Und plötzlich erscheint ein Silberstreif der Hoffnung am Horizont. Vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit, die Fee umzustimmen. Aber werden die Kinder es allein schaffen? Ohne jede Hilfe der Erwachsenen müssen sie losziehen, um ins Reich der Fee zu gelangen.
Auf ihrem spannenden Weg finden sie neue, interessante Freunde und erfahren, wie Bücher gemacht werden, was dazugehört, ein Büchermensch zu sein und weshalb Bücher so ungeheuer wertvoll sind für das Überleben der Phantasie sowie das Überleben der Menschheit. Doch werden sie letztendlich auch ihre Lesefähigkeit zurückbekommen?
Der Autor zeigt in diesem Roman, dass die deutsche Sprache nicht langweilig ist und dass man keinesfalls auf Anglizismen zurückgreifen muss, wenn man spannend erzählen will.
»Kinkerlitzchen für die Leselust« ist keine ausgesprochene Kinderlektüre. Es richtet sich vielmehr an alle Eltern, Großeltern, Verwandte, Paten, Erzieher und Lehrer, die das Virus des Lesens an die Jüngsten weitergeben können, dürfen und sollen. Doch natürlich auch sind alle Kinder ganz herzlich eingeladen, dieses Buch zu lesen!

Die Stimme einer Rezensentin: »… dass es wohltuend ist, wenn man ein Buch lesen darf, das offensichtlich von jemandem geschrieben wurde, der ein absolutes Gefühl für Sprache, Satzbau, Grammatik und Rechtschreibung besitzt. Eine Perle!!!«

Zum Autor:

Jörg F. Nowack wurde in den frühen 1960er Jahren in Nebra geboren. Er ging bereits in jungen Jahren in der dortigen Volksbuchhandlung ein und aus. Schnell fand er so den Weg zum Buch, zu den Märchen, Sagen, Fabeln und Geschichten der Welt. Bücher und die deutsche Sprache sind und waren immer das Leben des Autors. Er ist Staatswissenschaftler, Mediengestalter und arbeitet neben seiner Tätigkeit als Autor auch als Lektor in Rudolstadt. Dort wohnt er auch mit seiner Familie, zu der mittlerweile zwei Enkel gehören. Der größere der Enkel brachte ihn im Sommer 2012 auf die Idee zu den »Kinkerlitzchen«.

Klasse Tools, tolle Gemeinschaft – alles gratis. Komm zu uns!

 

Detektivroman: falsches Spiel

Bild: pixabay.com/Thomas Breher

Auch Schnüffler leben gefährlich – wenn sie Dinge sehen, die sie nicht sehen sollen. Aber für Dave Ofrion wird ein falsches Spiel in seiner eigenen Spionagefirma beinahe zum Verhängnis. Wer spielt das falsche Spiel?

Perfekter Spion

Dave Ofrion liebt seinen Beruf. Für die Spionagefirma Surveyor Systems anderen Leuten hinterher zu schnüffeln, ist genau das, was er will. Dabei hat es Dave zu einer ernsthaften Perfektion gebracht. Er ist ein echter Profi beim Schnüffeln. Und er kennt sich mit der ausgefuchstesten Technik aus. Vieles davon bastelt er selbst.

Ziemlich geschockt

So ist Dave völlig geschockt, als ausgerechnet bei einem seiner Überwachungen alles aus dem Ruder läuft: Sein Klient (oder Überwachungsopfer) wird gekidnappt, dessen Leibwächter erschossen. Als Dave sich davon überzeugen will, ob wirklich passiert ist, was er im gegenüberliegenden Zimmer auf seinen Überwachungsmonitoren sieht, wird er von der Bande gesehen, die den Anschlag auf dem Gewissen hat.

Tödlicher Wettlauf

Für Dave beginnt ein tödlicher Wettlauf. Die Killer wollen Dave zum Schwiegen bringen; vor allem, weil sie zwar seine Aufzeichnungsgeräte zerstört haben, Dave aber automatisch ein Backup in seinen Wagen überspielt. Für die Profikiller – offensichtlich steckte Daves Überwachungsopfer tief in Waffenschiebergeschäften – geht es um alles oder nichts. Sie dürfen Dave nicht entkommen lassen. Eine gnadenlose Jagd beginnt.

Finstere Machenschaften, falsches Spiel

Aber es ist seltsam: Dave bekommt von seiner Firma nicht die Unterstützung, die er sich erwartet. Schlimmer noch: Irgend etwas stimmt da nicht. Surveyor Systems scheint selbst in die Machenschaften verstrickt zu sein, die Dave entdeckt hat.
Nun wird der junge Mann zweifach zum Gejagten. Aber allmählich wird den Lesern klar, dass Dave nicht in diese Sache hineingestolpert ist, wie anfangs alles vermuten lässt. Nein, er ist ein FBI-Agent, der sich in die Spionagefirma eingeschleust hat, um das Leck in der Firma aufzudecken.
Leute aus der Firma verkaufen Sicherheitsware an Terroristen und verdienen damit ein Vermögen. So lautet die Vermutung, und Dave soll das beweisen. Mit dem Fall des Gekidnappten ist Dave plötzlich ganz dicht dran am Geschehen. Zu nah dran.

Auftrag erfüllt

Er schafft es aber, trotz Flucht und Lebensgefahr, seinen Auftrag zu erfüllen und seinerseits die Maulwürfe von Surveyor Systems auszutricksen und zu enttarnen. Das schafft Dave am Ende mit einem fulminanten Trick und Täuschungsmanöver. Der Überraschungscoup ist Autor Michel Honaker durchaus gelungen.
Das Buch liest sich leicht, die Geschichte ist spannend von der ersten Seite an.
Ein prima Buch für Jugendliche Spionage- und Thrillerfans ab 14 Jahren. Für alle, die James Bond lieben.

Michel Honaker ist 1958 in Frankreich geboren und als Autor preisgekrönt. Er hat mittlerweile über 60 Romane veröffentlicht, der erste Roman von ihm erschien mit 22 Jahren.

Michel Honaker, Falsches Spiel, ein Spionage-Krimi im FBI-Milieu, Kosmos Verlag, 10,95 Euro, ISBN 978-3-440-12635-6.

Der Teufelsberg und die drei ???

Bild: pixabay.com/Unsplash

Im Kosmosverlag ist Klassiker der Serie Die drei ??? von William Arden, dem Vater der Kultserie, wieder aufgelegt worden. Der Teufelsberg ist ein Leckerbissen für alle Fans der drei jungen Detektive.

Teuflischer Berg

Wenn William Arden, der Vater der Detektivserie mit den drei ???, eine Geschichte mit den jungen Detektiven Justus, Peter und Bob schrieb, waren sie oft gespenstisch und mystisch angehaucht – aber das Übersinnliche hatte hatten bei dem nüchternen Amerikaner stets einen natürlichen Grund. So auch in der Geschichte „Die drei ??? und der Teufelsberg“, 1977 das erste Mal im Kosmos Verlag erschienen und jetzt, als Klassiker der Reihe schön aufgemacht, wieder aufgelegt.

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Mystische Geschichte mit dem Teufelsberg

Und wie gespenstisch die Sache anfängt. Die drei jungen Detektive sind nicht weit von ihrem kalifornischen Heimatort Rocky Beach in Ferien auf der Ranch der Daltons. Die liegt in der Nähe des Tals der Wehklagen und am Fuße des Teufelsbergs. Und aus dem sind seit einiger Zeit wieder seltsame Wehklagen zu hören.
Das beunruhigt die Arbeiter auf der Ranch und die Bewohner der Gegend – zumal es eine Menge alter Sagen aus der Gegend zu der Zeit gibt, als die Amerikaner die Mexikaner aus Kalifornien verdrängt haben.

El Diablo, der Teufelskerl

Zentrale Figur dabei war El Diablo, der gegen die Amerikaner kämpfte, gefangen und zum Tode verurteilt wurde und vor seiner Hinrichtung floh. Er floh verletzt in das weitverzweigte Höhlensystem im Teufelsberg und tauchte nie wieder auf. Auch die Expeditionen, die ihn fangen sollten, fanden ihn nicht im Berg. Kein Wunder, dass sich um El Diablo zahlreiche Sagen ranken.

Genaue Recherchen und ein geheimer Gang in den Teufelsberg

Und das ist wieder eine Spezialität Ardens. Die genau recherchierte Geschichte, in der er seine Detektiv-Geschichten einbettete. Wir lernen dabei immer wieder viel aus der amerikanischen Geschichte.
Die drei Detektive machen sich auf, um das Geheimnis des Berges zu ergründen. Doch es ist wie verhext. Kaum sind Justus und Peter im Berg, hört das Heulen auf. Also schleichen sie sich unbemerkt in den Berg – und das Heulen hält an.

In großer Gefahr

Im Berg geraten sie in Gefahr und werden gefangen. Damit bleibt das Abenteuer spannend und für die Drei gefährlich – denn das war es auch schon außerhalb. Sie laufen immer wieder einem geheimnisvollen Fremden mit Narbe und Augenklappe über den Weg, dem sie nicht trauen. Immerhin geht es, wie sich bald herausstellt, um wertvolle Diamanten im Berg. Und da hört der Spaß auf.

Clevere Detektive und der Teufelsberg

Doch auch aus größter Not befreien sich Peter und Just mit Schlauheit und Tapferkeit.
Und dann kommt es zum Show-Down und zur Lösung des Falles, bei dem sich mancher Halunke als Helfer und mancher Helfer als Halunke entpuppt. Auch das gehört zu Ardens Spezialitäten. Und natürlich, dass sich alles Mystische, sogar das Auftauchen El Diablos, natürlich erklären lässt.
William Arden, eigentlich Dennis Lynds (1924 bis 2005), schrieb 14 Folgen der drei ???, mehrere Folgen stammen auch von seiner Frau Gayle Lynds, die unter dem Pseudonym G. H. Stone an der Serie mitschrieb.

William Arden, Die drei ??? und der Teufelsberg, Kosmos Verlag, gebundene Ausgabe: 217 Seiten, ISBN-10: 3440124355, ISBN-13: 978-3440124352, 8 Euro.

Die drei ???, Die Spur des Spielers

Schachspieler

Bild: pixabay.com/Alexis (El Caminante)

Wenn die drei ??? ermitteln, wird es spannend – so auch wieder in André Marx‘ Buch um ein wertvolles Schachspiel. Und die Spur eines genialen Spielers …

Was ist los mit dem Schachspiel?

Warum das Schachspiel so verteufelt wertvoll ist, wissen die drei ??? nicht. Aber sie bekommen sehr schnell mit, dass ein paar ziemlich skrupellose Ganoven hinter ihm her sind. Sie schrecken auch vor drastischen Methoden nicht zurück. Das bekommen die drei jungen Detektive am eigenen Leib zu spüren.

Die Spur des Spielers

Doch langsam erkennen die drei jungen Detektive aus Rocky Beach, Kalifornien: Das Spiel gehörte dem berühmten, wenn auch letztlich erfolglosen Schachgroßmeister Lansky.

Skrupellose Ganoven

Gut, das erklärt, warum es manche haben wollen – aber erklärt es auch, dass sie derart skrupellos vorgehen? Und, dass sie recht illustre Zeitgenossen sind.

Die drei begabten und hochmotivierten jungen Leute kommen natürlich schließlich hinter das Geheimnis des Schachspiels; und hinter das Geheimnis von Großmeister Lansky. Es ist dann doch eine ziemliche Überraschung …

Svea Andersson

Bild: clker.com/ClkerFreeVectorImages

Im zweiten Krimi der Svea-Andersson-Reihe hat es die 14-jährige Schülerin mit einer gefährlichen Bande zu tun – die ihr Unwesen an ihrer Schule treibt.

Junge Detektivin

Die Geschichte beginnt für Svea, die junge Detektivin, direkt in der Zeit nach ihrem ersten Fall. Darin musste sie den Tod ihrer Freundin Mikaela verkraften – und konnte ihr zumindest soweit helfen, dass sie den Mörder überführte. Noch hat Svea die Ereignisse kaum verarbeitet. Mikaela fehlt ihr immer noch, das junge Mädchen meidet erst einmal den Wald, in dem alles geschah.

Seltsames geschieht

Als sie aber in einen anderen Teil des Waldes unterwegs ist, sieht sie Seltsames: Eine Band kleinerer Jungs wirf am Haus einer alten Frau ein Kellerfenster ein – und kokelt ein Gebüsch an. Svea glaubt, einen der Jungs aus ihrer Klasse bei der Bande zu entdecken – was eigentlich gar nicht sein kann, weil der schüchtern, zurückhaltend und eigentlich ein Streber ist.
Aber kaum hat sich Svea, die junge Detektivin, versehen, ist sie selbst schon unter Verdacht, die Untaten am Haus der alten verübt zu haben und später deren Schmuck geklaut zu haben.

Svea unter Verdacht

Und so geht es weiter – eigentlich unscheinbare Klassenkameraden verhalten sich immer seltsamer, verängstigt, unter Druck. Sie machen höchst eigenartige Dinge. Und Svea, die ermittelt, gerät immer mehr in Verdacht, hinter vielem zu stecken – bei den Lehrern. Außerdem bezichtigt sie die Nachbarin der alten Frau des Diebstahls – denn bei der ist Schmuck geklaut worden; und Svea findet einen Teil des Schmucks in ihrem Schulranzen.

Im Fadenkreuz der Bande

Und sie gerät ins Visier der Bande. Die Bedrohung steigert sich allmählich, für Svea, junge Detektivin, wird es unangenehm. Aber die junge Frau gibt nicht auf, sie ermittelt beharrlich. Eine gute Voraussetzung für ihren Berufswunsch: Polizistin.
Mit Mut, Schlauheit und Beharrlichkeit bekommt sie immer Unglaublicheres über die Bande heraus, die an der Schule ihr Unwesen treibt. Die schüchtert die Kinder ein, indem sie deren Haustiere bedroht – und im Fall, sie weigern sich, mitzumachen, sogar qualvoll tötet. Auch Svea bekommt Drohungen unglaublicher Art – und sie weiß: Ihre Hundedame Wuff ist in höchster Gefahr.

 Junge Detektivin, auf sich allein gestellt

Viele Verbündete hat Svea nicht. Aber wenigstens hat ihr Vater jetzt eine Arbeitsstelle in der Nähe ihres Hauses angenommen und ist während der Woche zu hause. Und er gehört diesmal nicht zur Gruppe der Verdächtigen, was das gute Verhältnis von Vater und Tochter wiederherstellt. Doch Linus, der hübsche Nachbarjunge, in den Svea so verliebt ist, enttäuscht sie gleich zweifach; und er spielt eine fast schon finstere Rolle.

Was ist mit Linus?

Am Ende der Geschichte wendet sich Svea von ihm ab – zumindest schlägt sie die andere Richtung ein, als Linus mit ihr spazieren gehen will. Ob dieser Riss zwischen den beiden von Dauer sein wird, zeigt wohl eher der nächste Band der Reihe.
Ritta Jacobsson ist wieder ein wunderbarer Schwedenkrimi für Jugendliche gelungen – voller Spannung und Nervenkitzel, der sich von Seite zu Seite steigert und einen schier alles andere vergessen lässt.

Sehr realistisch

Was die Svea-Reihe zudem so lesenswert macht: Die junge Frau ist in weiten Strecken ein ganz normaler Teenager – mit problematischen Verliebtheiten, zickigen Freundinnen, doofen Lehrern, ätzendem Stoff in der Schule und verständnislosen Erwachsenen. Das Leben nimmt wieder einen ganz normalen Raum ein und ist schön durchdekliniert und stimmig beschrieben. Der Fall wuchert da so langsam ins Leben hinein; ohne jemals wirklich die gesamte Kontrolle über alles zu übernehmen.
Das ist sehr realistisch; auch, dass Svea, die junge Detektivin, nicht mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet ist. Sondern nur mit Mut, Zähigkeit und einem klaren Verstand – aber das ist auch schon ziemlich wertvoll. Ein erstklassiger Krimi für Jugendliche!

Ritta Jacobsson, Gefährliches Schweigen, ein Sea-Andersson-Krimi, Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440-12376-8, 10,95 Euro.

Sonnleitner, Marco, Nacht der Tiger (Drei ???)

Drei ???

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In diesem Abenteuer haben es die drei jungen Detektive Justus, Peter und Bob mit einer Autoschieberbande zu tun – und einem schlimmen Verdacht.

Mysteriöser Fall für die drei Detektive

Der Fall beginnt für die drei jungen Detektive mysteriös – ein Einbrecher in ihrer Zentrale auf dem Schrottplatz nimmt nichts mit, sondern lässt etwas da. Allerdings dauert es eine ganze Zeit, ehe das die drei herausbekommen.

Geheimnisvolle Gedichte

Und was der Unbekannte da lässt, ist ebenso geheimnisvoll: Er hat den Computer manipuliert, ohne dass die drei gleich merken, was er dort wollte. Kurz danach gibt es eine Datei auf dem Desktop des Computers, die vorher nicht da war. Darin steht ein Gedicht, mit dem Justus, Peter und Bob erst einmal nichts anfangen können. Doch allmählich entschlüsseln sie das Gedicht – und siehe da, es führt die drei jungen Leute auf eine Spur. Sie sollen eine Bande überwachen, die noble Autos stiehlt und verschiebt.

Polizisten in der Bande

Bald merken die drei ???, dass in der Bande wohl auch Polizisten ihr Unwesen treiben. Und das macht die Sache brandgefährlich – sie können nicht so ohne weiteres auf die Hilfe ihres Freundes Inspektor Cotta bauen – denn die Polizisten könnten im Revier könnten etwas spitz bekommen. Schlimmer noch: In der verschlüsselten Botschaft des Gedichts steht, dass auch Cotta zu den Verdächtigen zählt. Das ist ein herber Schlag für die drei Jungs. Zumal Cotta sie ziemlich unsanft aus der Zentrale herauswirft, als sie bei ihm vorsprechen wollen. Das hat es noch nie gegeben. Auch Cottas Schwester ist beunruhigt, weil sie ihren Bruder nicht wieder erkennt.

Auf eigene Faust

Also beschließen die drei ???, den Fall auf eigene Faust zu lösen. Sie müssen etwas wagen, was höchst gefährlich und sicher nicht legal ist: Sie brechen in die Wohnungen der verdächtigen Polizisten ein. Doch die Suche nach Indizien bringt sie auch nicht weiter. Die Beweislage ist zu dünn. Und selbst, als sie einen Autodiebstahl beobachten, hilft das nicht wirklich weiter: Die Täter haben als Tarnung Tigermasken auf. Und entkommen Bobs Käfer, der sie verfolgt, mit Leichtigkeit.

Die drei ??? kommen nicht weiter

Es ist zum Verzweifeln – vor allem, weil sie nie, wie sie insgeheim hoffen, ihren geliebten Inspektor von dem Verdacht reinwaschen können.
Da entschließen sie sich zu einem wirklich harten Schritt. Sie stellen den Gangstern Mortons Roll‘s Roys hin; oder vielmehr den Roll‘s Roys, den Morten für die Autovermietung immer fährt und mit dem die drei Jungs lebenslange Freifahrten haben.
Und die Bande tappt in die Falle – sie klaut den verwanzten Wagen, die drei Detektive und Morten folgen in Peters MG.

In der Falle

Nur leider merken die Banditen die Falle und lassen ihrerseits die vier in die Falle tappen. Dort wollen die Verbrecher kurzen Prozess machen …
Das ist echt haarsträubend! Wie es ausgeht, steht in diesem spannenden Buch …
Marco Sonnleitner, Die drei ???, Nacht der Tiger, Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440123348, 7,95 Euro.

Vollenbruch, Astrid, Geisterbucht (Drei ???)

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Jugendbuch: Geisterbucht heißt der 150. Band der Detektiv-Reihe die drei ???. Im Jubiläumsband ist Spannung garantiert.

Der 150. Fall der drei ???

Pünktlich zum 150. Fall der drei Fragezeichen wird’s knifflig – so knifflig, dass die drei Detektive Justus, Peter und Bob eigentlich nichts lieber hätten, als den Fall von der Backe zu haben und lieber wieder nach verlorenen Katzen zu fahnden; naja, vielleicht Justus nicht so sehr, denn der Erste Detektiv und Superhirn der Drei ist seinen Freunden immer eine Nase voraus. Und er ist cool genug, um den Gefahren zu trotzen.

Es wird brenzlig für die drei ???

Und die sind wirklich vielfältig, es wird brenzlig. Diesmal haben es die Drei mit dem verschwundenen Schatz eines indischen Maharadschas zu tun. Vor allem mit einem unendlich wertvollen Saphir, dem Stern von Kerala. Der war vor vielen Jahren gestohlen worden, in die Hände eines amerikanischen Soldaten in Indien gefallen – doch er brachte Unglück. Ein indische Geheimagentin, die dem Stein auf der Spur war, verschwand auf mysteriöse Weise, als sie den Edelstein an sich nehmen wollte. Schuld daran hatte einer der drei Soldaten.

Das Unglück schlägt zu

Und das Unglück setzt sich fort und sucht alle drei Amerikaner heim, die damals in Indien stationiert und befreundet waren – auch, als sie schon längst wieder in der kalifornischen Heimat waren. Das alles stellt sich erst nach und nach bei den Ermittlungen der drei Fragezeichen heraus. Zunächst einmal liegt alles im Dunkeln.

Das geheimnisvolle Testament

Selbst der Auftrag wird auf recht seltsame Weise erteilt: In einem Testament beauftragt Mr. Shreber, einer der drei Ex-Soldaten, die Detektive damit. Aber nicht direkt, sondern mit verschlüsselten Botschaften. Und wie sich ganz am Schluss herausstellt, ist das Testament gefälscht – direkt vom Bösewicht Rashura, der die drei ??? benutzt, um an den Schatz zu kommen.

Fiese Bande jagt die drei Detektive

Und weil der Stein so wertvoll ist, bekommen die Drei es bald hautnah mit Bösewicht Rashura und seiner Bande zu tun. Deren Mitglieder schrecken wirklich vor nichts zurück, ein Menschenleben bedeutet ihnen nichts. Die drei ??? sollen verschwinden, wenn sie ihren Job gemacht haben. Bob entkommt ihnen nur mit knapper Mühe, die anderen beiden auch. Selbst der Polizei können die drei nicht trauen. Immer wieder wandeln sich Freunde in Feinde und umgekehrt. Am Schluss löst sich alles auf – auch die Überraschung ist gelungen, wer Rashura eigentlich ist. Auch der Schatz findet sich.

Gute Spannung in der Detektivgeschichte

Das hält den Roman in einer guten Spannung. Aufgelockert wird das Ganze durch amüsanten, witzige Dialoge der drei Detektive. Der Jubiläumsband aus der Feder von Astrid Vollenbruch erinnert mit der Konstruktion einer unerwarteten Erbschaft, einem seltsamen Rätsel und den undurchsichtigen Gegnern an die frühen Fälle. Aber die Spannung ist hier deutlich höher, nicht nur einmal stockt einem beim Lesen der Atem. Bis zum Schluss rätselt man über die wahren Hintergründe und so sind auch drei Bücher ganz schnell durchgelesen.

Die drei ???, Band 150., Geisterbucht, 3 Bände zu je 128 Seiten, ISBN 978-3-440-12144-3, Kosmos, 14,95 Euro.

Bild: pixabay.com/Gerd Altmann

Fußball und Kalifornien; dazu finstere Machenschaften. All das vereint der Sammelband: Die drei ???, Fußballfluch.

Fußball-Krimi für Jugendliche

Die drei Fragezeichen (???) und Fußball – das passt eigentlich gut zusammen. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die drei im Umfeld von Fußballspielern ermitteln. So lag es nahe, zur EM 2012 wieder einen Sammelband herauszubringen, der Fußballfieber mit kriminalistischem Geschick und spannenden Geschichten zusammenbrachte.
Und was können die drei ??? dazu, dass Jogis Fußballhelden nicht ganz so weit gekommen sind, wie sich das mancher erträumt hat?
Wir wollen auch nicht darüber spekulieren, ob so ein Sammelband zu einem Fußball-Großereignis überhaupt ankommt – spricht, ob jugendliche Fußballfans überhaupt Krimis lesen; oder ob jugendliche Krimifreunde sich für Fußball interessieren.

Etwas arg zurechtgebogen

Die Frage stellt sich durchaus – denn sie berührt nicht nur die Erfolgsbilanz des Verlages, sondern auch das Vergnügen für die Leser. Mir scheint, als sei dieser Sammelband mit arg heißer Nadel gestrickt. Das geht ein wenig auf die Glaubwürdigkeit.
In der ersten Geschichte Die drei ??? – Fußballgangster von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer – geht es um die finstere Machenschaften einer Lebensmittelfirma mit Namen Smell. Die will sich mit dubiosen Tricks und viel Geld Werbeblöcke in attraktiven Fußballspielen erkaufen. Nicht offiziell, sondern mit Fouls. Ich kenne ja nun den amerikanischen Fußball nicht; ich weiß zudem, dass Werbung mächtig und omnipräsent ist im Land der untergehenden Sonne. Aber ist es nicht reichlich an den Haaren herbeigezogen, dass eine Firma Werbeblöcke bekommen will, indem sie in Spielen foulen lässt? Selbst, wenn die korrupte Fernsehanstalt mitmacht. Im Regelfall wird da erstmal die erste bis fünfte Wiederholung des Fouls laufen; gerade, wenn es windig war. Kein Platz also für Werbeeinblendungen.

Nun ja, Schwamm drüber.
Reizvoll ist die Geschichte vor allem, weil die Freundinnen der drei junge Detektive mit ermitteln und sich ziemlich clever anstellen.

Sonnleitner pur

Zwei Geschichten (Die drei ??? und die Fußball-Falle, Die drei ?? und das Fußballphantom) sind von Marco Sonnleitner. Und sie sind typische Sonnleitner: atemberaubend spannend, leicht abgedreht – aber die Lösung ist meist reichlich verquast. So hängen die Auftritte des Totengottes Anubis bei der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft weniger mit Fußball als mit Kunst und deren Verfälschungen zusammen. Und das Fußballphantom lässt einem wirklich live und in Farbe mitfiebern; irrer Suspense, der sich dann in ein Schneegestöber von Unsinn auflöst. Wenn Lösungen so in die Hose gehen, so platt sind, dann hinterlassen sie einen schalen Geschmack  – gerade, wenn vorher die Fieberkurve der Spannung stieg und stieg und stieg.

Aber, wie gesagt, es sind die drei ???. Und Justus, Bob und Peter sind mittlerweile so sehr Kult, dass wir zwischendrin auch mal etwas schwächere Bücher von ihnen mannhaft wegstecken. Immer in der Hoffnung auf das nächste Buch …

Henkel-Waidhofer, Brigitte Johanna und Sonnleitner, Marco: Die drei ???, Fußballfluch, ISBN 9783440126974