Sylvia Schöningh-Taylor, Das schwarze Loch in mir: Eine spirituelle Odyssee

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Bild: pixabay.com/geralt (Gerd Altmann)

Manche haben es wirklich nicht leicht – oder sehen wir das nur falsch und sollten sagen: Sie sind auserwählt? Auserwählt, ein ganz besonderes, oft hartes Schicksal auf sich zu nehmen; um aufzubrechen und an ihrem Schicksal zu wachsen. Zumindest bei Sophia im Buch Das schwarze Loch in mir ist das der Fall. Es ist sehr autobiografisch geprägt.

Und doch – einfach ist das nicht. Denn immerhin wird Sophia früh traumatisiert durch eine emotional verkrüppelte Mutter. Die Folge: Sophia, die Heldin des Romans, vermag sich schon als Kind nur über ihr Sex-Chakra definieren. Das lässt sich natürlich gar nicht mit dem strengen Gott der katholischen Kirche in Einklang bringen, den man ihr aufgedrängt hat. Was bleibt, sind Schuld und die Selbstangriffe. Doch sie begibt sich auf eine spirituelle Reise, die sie schließlich rettet.

Die spirituelle Odyssee rettet sie

Und so heißt es in der Verlagsbeschreibung: „Auf der unermüdlichen Suche nach ihrer Unschuld lernt sie Osho und den tantrischen Weg kennen. Durch die sinnliche Erfahrung der dynamischen Meditation kommt sie in intensiven Kontakt mit der ursprünglichen Einheit allen Seins. Trennung ist eine Illusion und ein Konstrukt des Egos. Bis sie zu ihrem wahren Selbst findet, ist es allerdings noch ein langer und schmerzhafter Weg.

Der Papagei ohne Sketch!

Die Wanderung durch die dunkle Nacht der Seele, auf der sie sich ihren Schatten stellen muss, bleibt ihr nicht erspart. Sie muss erst alles, was ihr lieb und teuer ist, loslassen, um aus dem Schleudergang des Lebens als der Mensch hervorzugehen, als der sie gemeint war: Eine leidenschaftlich liebende Frau, der sich ein neues Universum erschließt, in dem Wunder möglich sind.“

In sorgsamer Sprache geschrieben

Vieles, was Sophia erlebt, weist Parallelen auf mit dem Leben der Autorin. Ob aber Sophia Sylvia ist, braucht uns nicht zu interessieren. Was mir an dem Buch gefallen hat, war die sorgsame Sprache, mit der es geschrieben ist. Und wie einfühlsam sie den Menschen ihres Buches begegnet – auch Sophias Mutter, die keine Liebe empfinden und geben kann. Sie kann es nicht, und Sylvia Schöningh-Taylor zeigt, dass es so ist und warum es so ist und versteht das – auch, wenn die Folgen für Sophia verheerend sind. Sylvia Schöningh-Taylor schafft es außerdem, Sophias Entwicklung sehr folgerichtig und einfühlsam aus der Person zu entwickeln.

Alles in allem ein Buch, das den Leser bereichert.

Über Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....