Spiel: Ken Follett, Die Tore der Welt

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Reise ins Mittelalter: Das Spiel des Jahres 2010 Ken Folletts „Die Tore der Welt“ bietet Spaß und Spannung für die ganze Familie.

Spiel des Jahres

Wer die Welt der Mittelalters mag und die Fantasie eines Ken Follett, der ist hier genau richtig. Das Spiel „Tore der Welt“, immerhin ausgezeichnet als Spiel des Jahres 2010, bietet ebenso viel Spannung, wie es Wissen vermittelt. Die Spieler bekommen in den vielen Runden durch das England des ausgehenden Mittelalters im 14. Jahrhundert ein gutes Gefühl für die Situation der Mensch damals. Das Spiel ist wirklich eines für die ganze Familie – und nicht nur für Kinder ab 12 Jahren. Auch clevere Jüngere halten da locker mit. Vor allem, weil das Spiel reizvoll ist und in eine fremde Welt entführt. Und es überträgt den Kindern Verantwortung für sich und andere. Das lernen sie hier spielerisch.

Auch für Jüngere

Das Spätmittelalter ist in Kingsbridge des Jahres 1337 allgegenwärtig: Die Bauern, Wollhändler und Baumeister streben mühsam nach Wohlstand und Ansehen. Sie errichten Bauwerke, treiben Handel und kümmern sich um das Wohl ihrer Mitmenschen – letzteres gibt am meisten Punkte. Und je nach Fortschritt, Großherzigkeit und Loyalität bekommen sie Siegpunkte, die ihnen weiterhelfen, am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen anzukommen.

Caritas kommt an

Caritas kommt an, Spenden sind gerne gesehen und fördern Ansehen und Weiterkommen. Vielleicht verhelfen sie sogar zum Sieg? Aber es ist nicht so einfach, die Aufgaben sind verzwickt, entwickeln sich oft erst allmählich. Da braucht es einen langen Atem. Und den eigenen Lebensunterhalt verdient man sich im späten Mittelalter auch nicht sorgenfrei und im Handumdrehen.

In vier Kapiteln

In vier Kapiteln durchlaufen die Spieler die Welt des Mittelalters bauen, treiben Handel und buhlen sich die Gunst der Herrschenden. Doch spätestens, wenn die Pest ausbricht, wird das Leben kompliziert – hat sich jeder rechtzeitig mit medizinischem Wissen versorgt? reicht das Geld?

Am Ende des Kapitels wird abgerechnet; auch dafür gibt es Siegpunkte, die Figuren rücken weiter im Rund, dem Ziel entgegen. Und wer seine Aufgabe nicht erfüllt hat oder nicht die notwendigen Karten hat, der bekommt Strafen.

Voller Tempo und Spaß

Die Aktionskarten wiederum sorgen dafür, dass das Spiel an Tempo gewinnt.Alles in allem ist es ein temporeiches und sympathisches Spiel voller Spaß, das an sich schon eine spannende Geschichte erzählt – wie man es von Ken Follett gewohnt ist. Auf dessen historische Roman „Die Tore der Welt“ basiert das Spiel. Kongenial umgesetzt von den Autoren des Spiels, Michael Rieneck und Stefan Stadler.

Nur ein wenig Zeit muss man sich schon nehmen, um das Spiel mit seiner ausführlichen Anleitung zu verstehen – es ist nun mal ein sehr komplexes Spiel, das sich einem nicht auf den ersten Blick erschließt.

Ken Follett, Die Tore der Welt, Kosmos Verlag, 29,5 x 29,5 x 7 cm ; 1,4 Kg, Modellnummer: 6908090, ASIN: B002BJD4TW, 31,99 Euro.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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