Schreibschule: Werten Sie nicht!

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Jeder, der Sachtexte oder journalistische Texte schreibt, sollte versuchen, so objektiv wie möglich zu schreiben – Wertungen ausgeschlossen!

Schreibschule

Theoretisch wird jeder zugeben: Wertungen haben in Sachtexten nichts verloren! Und dazu gehören auch die journalistischen Texte. Wenn Sie werten wollen, schreiben Sie einen Kommentar; und machen Sie das kenntlich.
Aber der Teufel sitzt in den Details der Praxis. Wie schnell sind und Adjektive in den Text geschlupft – aber Adjektive sind Eigenschaftswörter. Und wir sind es, die Menschen, Dingen oder Zusammenhängen mit Eigenschaften versehen. Das sind pure Wertungen: Ein schönes Konzert, ein begnadeter Erzähler, ein leidenschaftlicher Politiker. Wertung pur. Also: raus mit den Adjektiven!

Werten Sie nicht

Nicht nur Adjektive werten – auch sonstige Formulierungen. Bringen Sie keine „unbeabsichtigten“ Wertungen: „Der Druckindustrie droht ein Streik“. Wenn etwas droht, ist das schon eine Wertung – die Gewerkschaft würde das anders sehen.
 Oder haben Sie schon einmal bemerkt, wie breit die Spanne zwischen Freiheitskämpfer und Terroristen ist? Und wie grundlegend sich eine solche Einschätzung ändern kann – je nachdem, ob die Revolution erfolgreich war oder nicht. So werden aus Terroristen ganz schnell Freiheitskämpfer, wenn die ehemaligen bösen Buben an der Macht sind und das alte Regime weggeputzt ist.

Mehr Informationen über ein erfolgreiches Schreiben von Pressemitteilungen:
Klaus Krüger, Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit, Kindle Edition, ASIN: B005E0C6U8, ISBN: 978-3-8442-0678-4

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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