Schreibe dein Buch mit Konzept

Bild: pixabay.com/Bruno Glätsch

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Manche Autoren sind wirklich naiv – sie meinen, sie müssten nur losschreiben – und schon brummt der Laden. Gerade in Zeiten des problemlosen Selbst-Publizierens ist das eine tödliche Verlockung.

Warum schreibst du? Nur, um Erfolg zu haben? Dann richte dich mal auf verdammt harte Zeiten ein. Erfolg wirst du nur haben, wenn du wie ein Fettauge oben auf der Suppe schwimmst. Und das erreichst du nur, wenn du die den Verlagen anbietest wie eine Hure ihren Freiern.

Verlage vermarkten nur noch

Die meisten Verlage schauen heute nur noch aufs Vermarkten. Was andernorts (vornehmlich in den USA, in England oder anderswo) Erfolg hat, das wird in Lizenz gedruckt. Oder die Verlage gieren nach genau demselben Strickmuster. Bis das Thema ausgelutscht ist. So musste ich mir von einer Lektorin anhören: „Ihr Frizzie ist toll. Aber seit dem 5. Buch von Harry Potter (und allen epigonalen Werken seitdem) gehen Jungs, die zaubern, gar nicht mehr. Haben Sie nicht eine Geschichte über Pferde und Mädchen?“

Nein, hatte ich nicht.

Jetzt werde viele denken: „Was jucken mich Verlage? Ich publiziere selbst!“ Und genau damit fängt ja das Elend an. Weil viele ihre eBooks nur noch so rauswursten. Eines nach dem anderen. Und sich dann wundern, dass sie sich nicht verkaufen.
Sie vergessen dabei nur eines: Auf Dauer verkauft sich nur Qualität.
Von daher mag ich die Verlage schon. Sie stellen eine Hürde dar, die wir brauchen, um die Qualität zu erreichen, die in uns steckt. Wollt ihr euch mit weniger zufrieden geben?

Stopp den Wort-Durchfall!

Ein gewichtiger Vorteil wird dir nicht gleich auffallen: Ein Verlag stoppt den Wort-Durchfall. Das heißt, du wirst erst dann verlegt, wenn du gut genug dazu bist.
Willst du dich mit weniger zufrieden geben?
Ich werde auf der mopsmaschine also viele Posts schreiben, in denen ich mich mit dem Publizieren beschäftigen – auch in Verlagen.
Natürlich ist das Selbst-Publizieren auch höchst legitim; wenn wir uns um Qualität bemühen.
In beiden Fällen aber gilt: Ohne Marketing geht es nicht. Und auch der Autor eines guten Verlages muss seine Werke promoten. Auch das wird oft unser Thema sein. Von daher sind die Verlagsleute gar nicht so schlecht – wenn sie ans Vermarkten denken. Sie sollten nur die Kreativität nicht ganz über Bord werfen!
Woran liegt es eigentlich, dass Autoren so wenig mit Marketing am Hut haben? Oder auf die falschen Pferde setzen? Vielleicht ist der Geniekult dafür zuständig – viele meinen, sie müssten nur ihre Ergüsse publizieren – und schon liege die Kritikerszene flach auf dem Bauch vor Ehrfurcht; und die Leser stürmten ihren digitalen Buchladen.

So läuft der Laden nicht

So aber läuft das nicht. Bücher verkaufen ist ein Knochenjob. 
Der erste Ratschlag von mir lautet daher: Überlege dir gut und gründlich, ob du wirklich als Autor/Autorin Karriere machen willst!
Wenn du ein angenehmes Leben haben willst, Luxus, Freizeit und Spaß – geh in die Finanzbranche und lass die Finger vom Schreiben. Lass dich auf keinen Fall blenden von den paar Stars, denen die Presse hofiert, die zahllose Fans haben und die genug Geld verdienen, um davon zu leben.

Kaum jemand wird berühmt

Das ist genauso wie bei Rockbands. Ein paar werden berühmt, Tausende krebsen ein paar Jahre herum, tingeln in den Clubs und machen sich und ihre Partner/Familien kaputt mit dem Wahn, berühmt zu werden.
Wenn du unbedingt für andere schreiben und nicht nur bloggen willst, dann gewöhne dich langsam an den Gedanken, dir vor jedem Buch ein genaues Konzept zu machen. Einfach losschreiben ist klasse – wenn du nur für dich schreibst.

Alle anderen sollten sich jede einzelne Szene, jedes Kapitel genau in ihrem Ablauf durchkomponieren. Und jede Person mit der notwendigen Tiefe versehen.
Wie das genau geht? Auch das werden wir hier noch zur Genüge darstellen.

Also: Arbeite verdammt hart an deinen Texten. Lerne, lerne, lerne. Gehe in Autorengruppen und Foren, setze dich dem Shitstorm der Kritik aus – und komme dann wieder.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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