Rupert Frieling: Seltsame Erlebnisse und Killerkekse

In seinem Buch Angriff der Killerkekse versammelt Prinz Rupi wieder höchst amüsante Glossen.

Achtung, Suchtgefahr!

Es soll ja Leute geben, die schlechte Laune haben. Wenigstens hin und wieder. Für die gibt es ein Heilmittel: Prinz Rupi. Oder vielmehr seine Bücher. Der Autor ist nicht nur seit 1980 im Internet unterwegs (als es das fast noch gar nicht gab); er versteht es auch prächtig, die Leser seiner vielen eBooks bei Laune zu halten. Weil er nämlich den täglichen Wahnsinn aufgreift, satirisch verstärkt, so den eigentlichen Irrsinn noch viel deutlicher zu Tage treten lässt – nur, um das alles in ein sardonisches Lachen aufzulösen. So zaubert er auch den größten Knotterköppen ein Lächeln aufs Gesicht.

Prinz Rupis seltsame Erlebnisse mit den Killerkeksen

Prinz Rupi berichtet von seinen seltsamen Erlebnissen mit so modernen Einrichtungen wie eine Paketstation, von idiotischen und überaus dicken Menschen in einem engen Flugzeug  oder vom virtuellen Shopping 3000 – bei dem sich aus dem Katalog direkt die bestellte Ware materialisiert. Die kann man auch wieder virtuelle und dematerialisierende – zurückgeben; theoretisch wenigstens. Was dabei alles schief gehen kann, vor allem, wenn man sich ein paar Tiere zur Ansicht bestellt, das fabuliert der Autor wunderschön aus.
Und wer schon mal das Missvergnügen hatten, mit einem seltsamen Psychiater näheren Kontakt zu haben, der wird die Geschichte mit dem verklemmten, sprechenden Gummibaum im Wartezimmer eines Vertreters dieser Zunft zum Brüllen komisch finden.

Irrwitzige Geschichten

Die Geschichte ist so irrwitzig, dass wir uns am Ende fragen: Ist der Patient verrückt, der Arzt (der es ganz normal findet, dass ein Gummibaum Neurosen hat und auch noch spricht) oder doch der Gummibaum?
Oder wie wäre es mit der Titelgeschichte – in der die polnische Putzfrau, eine dicke, völlig verfressene Frau, ein paar seltsame Kekse findet im Haus ihrer Herrschaft und sie frisst. Und dann den Trip ihres Lebens hat. 
Wunderhübsch das alles. Da verzeihe ich Prinz Rupi auch locker ein etwas falsches Etikett auf dem Buch. Reportagen im strengen Sinn sind das nicht. Aber wen juckt’s? Nennen wir es Kolumnen, Glossen, spinnerte Geschichten – sie sind in jedem Fall ganz vorzüglich gelungen!

Pressetimme

Wie heißt es so schön in einer Pressestimme, zitiert von Amazon: „23 unglaubliche Reportagen und atemlose Geschichten sind dem alltäglichen Wahnsinn auf der Spur. Ein Gärtner verwandelt sich im Kampf gegen Unkräuter in einen Feuerteufel. Eine polnische Putzhilfe fällt in Trance, nachdem sie von Killerkeksen gekostet hat.“ 
Dem ist nichts  hinzuzufügen…

Ruprecht Frieling, Angriff der Killerkekse, Kindle Edition, ISBN 978 3 941286 65 8

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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