Reiche, Dietlof, Freddy, Ein wildes Hamsterleben

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Freddy ist ein außergewöhnlicher Hamster: Er kann lesen und schreiben und erzählt seine Geschichte. Und die ist wirklich wild. Ein tolles Kinderbuch.

Ein Hamster zum Verlieben

Freddy ist ein Hamster zum Verlieben – wie er sich so durch seine Geschichten schnoddert, das ist hoch lesenswert. Und das Beste daran: Sie stammen alle aus Freddys Feder. Und wer jetzt weiß, dass Freddy ein Goldhamster ist, der weiß auch – Freddy ist wirklich etwas Besonderes. Dabei fing es für ihn so an wie für die meisten anderen Goldhamster auch: Er kam in einem engen Käfig in einer Zoohandlung zur Welt. Als Sechster in einem Zehner-Wurf.

Ein hartes Leben für Freddy

Klar, was das bedeutete: Revier-Rambos, Gedränge und der ständige Kampf um einen guten Platz am Fressnapf. Wenig gute Aussichten also. Nur Urgroßmutter Goldhamster erzählte ihnen von Assyria, dem gelobten Land für Goldhamster – und pflanzte eine unstillbare Sehnsucht in Freddy. Etwas, woran er glauben konnte. An Assyrien, aber auch daran, endlich raus aus der Zoohandlung zu kommen. Und, etwas Besonderes zu sein.

Öde und langweilig

Doch zunächst geht alles seinen gewohnten Gang: Eng, öde, langweilig und stressig ist’s in der Zoohandlung. Und als Freddy endlich rauskommt, gerät er an Mutti. Nun, nicht direkt, sondern an Sofie, ein wirklich nettes und außergewöhnliches Mädchen. Und auch Papa ist ok. Nur Mutti nicht. Sie mag Freddy nicht. Und sie hat zu allem Unglück eine Hamsterallergie. Es ist herzerfrischend und gehört zu den Höhepunkten des Buches, wenn Freddy bitterböse Sachen über sie schreibt. Ein Hochgenuss für alle, die unter Mutti leiden.

Freddy lernt schreiben

Das mit Mutti geht aber gar nicht gut, weil Freddy jetzt natürlich einen schweren Stand bei ihr hat. Aber dann geschehen zwei Dinge: Freddy verschafft sich, clever wie er ist, eine dauerhafte Möglichkeit, aus seinem Käfig herauszukommen, wann immer er will. Und er schaut Sofie dabei zu, wie sie lesen und schreiben lernt. Dabei merkt er: Das kann ich auch!
Doch dann ändert sich sein Leben radikal. Freddy kommt, wegen Muttis Allergie, zu Master John. Das schafft Freddy auch nur deshalb, weil er schlau ist und selbst einen Ausweg findet aus der verfahrenen Situation.

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Zwei Scherzschweine

Bei Master John, einem Engländer, haben Sir William, ein sehr vornehmer Kater und die beiden Meerschweine Enrico und Caruso das Sagen. Eigentlich nicht so schlecht, zumal Sofie Freddy dort oft besucht und immer einen fetten Mehlwurm mitbringt – aber die beiden Scherzschweine treiben so ihre Scherze auf Freddys Kosten. Und sie stehen unter dem persönlichen Schutz des Katers.

Freddy als Schriftsteller

Aber nur ein kleiner Wermutstropfen – und für die Leser ein lustiger. Und Freddy? Nun, der holt sich sein Assyria zu sich, anstatt nur davon zu träumen. Sein gelobtes Land ist die Schriftstellerei.
Denn Freddy darf Master Johns Macintosh benutzen und seine Geschichten aufschreiben. Und wir haben das Vergnügen, einen wunderhübsch frechen Roman für Kinder zu lesen – aus der Feder eines Hamsters, was auch nicht alle Tage passiert.

Dietlof Reiche, Freddy, Ein wildes Hamsterleben, Gulliver im Verlag Beltz & Gelberg, ISBN 978-3-407-78613-5, 6,95 Euro

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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