Plane dein Kinderbuch gründlich

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Bild: pixabay.com/Anja Osenberg

Über die Frage, was wir beim Kinderbuch vorab planen müssen, scheiden sich die Geister. Ich zerfalle in Theorie und Praxis …

Natürlich geht es nicht ohne Planung. Die einzelnen Kapitel in meinem Roman muss ich festlegen, die Biografien der Personen müssen stehen – ehe ich anfange mit dem Schreiben. Das betont auch jeder Schreibratgeber eindringlich. So weit die Theorie.

Die Praxis

Und doch arbeite ich mit zunehmender Routine immer freihändiger. Gut, die Kapitel plane ich schon durch. Aber beim faulen Paul bin ich mittlerweile beim 4. Roman, das grundlegende Setting ist bekannt, viele Personen auch. Ich skizziere immer gröber die Handlung, denke zwischendurch über die nächsten Kapitel nach – und ändere viel im Laufe der Geschichte. Manchmal wird es eine ziemlich andere Geschichte, manchmal schiebe ich nach ein paar Seiten ein völlig neues Buch ein; und setze das geplante Buch eben als folgendes an.

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Der Reiz des Kreativen

Das hat zweifelsohne seinen Reiz – weil die Personen und die Handlung den Roman vorantreiben; und nicht ich als Autor. Ich versuche, mich so weit wie möglich zurück zu nehmen.

Aber das spontane Schreiben birgt auch Gefahren. Ich muss höllisch aufpassen, damit ich nicht irgendeinen Faden verlieren – mein Gegenmittel heißt: Handschrift. Ich schreibe den Roman immer erst mit der Hand, dann tippe ich ihn ab. Dabei merke ich dann, wenn etwas fehlt.

Der zweite Punkt: Wenn du so arbeitest, darfst du nicht faul sein; sondern bereit, den ganzen Roman noch einmal von vorne umzuarbeiten – wenn du etwa nach dem ersten Drittel des Buches eine Person neu einführst, weil du die am Ende brauchst. Das ist dann wieder viel Arbeit.

Die Moral der Geschicht

Unterm Strich: Das spontanere Schreiben ist nicht weniger arbeitsreich und verplant – beim Durchorganisieren hast du die Orga vorweg; beim spontanen Schreiben hinterher. Denn stimmig muss der Roman in jedem Fall sein.
Und etwas anderes darfst du auch nicht vergessen: Auch beim spontanen Schreiben musst du immer ALLES nach der Moral der Geschichte ausrichten, die du vorher festgelegt hast. Du schreibst die Geschichte, um deinen Lesern (und dir) etwas zu beweisen – und ALLES muss so komponiert sein, dass es die These als Moral der Geschichte am Ende auch logisch beweist.

Also: Ich habe mir mittlerweile eine gute Mischung aus Planung und Spontaneität geschaffen. Die Übung macht den Meister!

Unten links bekommst du 41 kurze & hilfreiche Tipps, worauf du beim Schreiben von Kinderbüchern achten solltest. Eine Investition, die sich auszahlt 🙂

 

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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