Osswalds Kosmos: E-Zigaretten sind nicht gefährlich – Satire

Bild: pixabay.com/Lindsay Fox

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 „Wie seht ihr denn aus?“ fragt Mutter Osswald, als sie ihre Söhne nach zwei Partys wiedersieht. Jeder der beiden hat seine eigene Antwort darauf. – Satire

Die Söhne waren am Vorabend weg. Atlas (17) hatte bis ein Uhr in der Früh bei Freunden in der Nachbarschaft gefeiert, Distel (14) gar bei seinem Freund übernachtet. Dort gab es eine Geburtstagsfeier. Am späten Vormittag fanden sich alle wieder ein oder stiegen aus dem Bett. Frau Oswald schaute von einem zum anderen: „Wie seht ihr denn aus? Gelb und grün im Gesicht. Ihr habt wohl den ganzen Abend Shisha geraucht und Weißbier getrunken?“

E-Zigaretten sind nicht gefährlich

„Ach Blödsinn, wir haben ein bisschen an einer E-Zigarette gezogen. Aber die ist je nicht gefährlich.“

„So. Nicht gefährlich. Die ist so was von gefährlich! Da ist ein Scheiß drin, von dem keiner weiß, dass er drin ist!“, ereifert sich Frau Osswald.

„Ein unglaublicher Scheiß“, pflichtet Osswald bei, „Vogelfutter, Katzendreck, geraspelte Fußnägel.“

„Und Nikotin. Jede Menge Nikotin“, ergänzt Frau Osswald.

„Und dann erst der Strom“, sagt Osswald, „was denkst du, wie du aussiehst, wenn du an der E-Lulle ziehst und die einen Kurzschluss bekommt? Da bekommst du einen Stromschlag, da verkokeln dir alle Haare.“

Stromschlag von der E-Zigarette?

„Ihr spinnt doch“, antwortet Distel trocken und geht auf sein Zimmer.

Atlas ist nicht so hart im Nehmen wie Distel – als ihm seine Mutter vorhält, er sehe grünkariert aus, weil er gesoffen und Shisha geraucht hat, sagt Atlas verärgert: „Ich rauche nicht, ich bin Sportler.“

„Dafür säufst du umso mehr“, kontert seine Mutter.

„Auch das ist nicht gut bei Leistungssport“, weiß sein Vater.

Ich saufe nicht!

„Unsinn. Ich saufe nicht, höchstens mal ein Bier. Und heute putze ich auch nicht das Treppenhaus. Macht es doch selbst!“ Und damit verschwindet er in seinem Zimmer.

„Hör mal, er schiebt seinen Schrank vor die Tür“, wundert sich Frau Osswald.

„Du hättest ihn halt nicht so reizen dürfen“, sagt Osswald.

„Wieso ich? Das warst doch du! Und überhaupt, wie soll ich jetzt mit meinem Sohn reden?“

„Schreib ihm ne SMS.“

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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