Ortiz, Alicia Dujovne: Die tangofarbene Frau

Bild: Clker.com

Die Beziehung zwischen Mann und Frau aus ganz ungewöhnlicher Perspektive – das ist die Geschichte der blonden Pariser Hure und Toulouse Lautrec.

Die tangofarbene Frau – eine Liebesdienerin

Die tangofarbene Frau: Was wäre das für eine Geschichte gewesen: Die rote (blonde) Mireille, Hure aus der Pariser Bordell in der Rue d’Amboise, lernt dort Toulouse Lautrec kennen und lieben. Doch schließlich geht sie mit einem Argentinier nach Buenos Aires. Dort arbeitet sie wieder in ihrem gelernten Beruf, bis sie selbst zur Madame wird und ein einschlägiges Etablissement betreibt. Ganz nebenbei entdeckt sie den Tango für sich, wird eine berühmte Tänzerin und Muse des Tangointerpreten Carlos Gardel.

Großes Leben als Hure

Eine Geschichte aus einem großen Leben – fürwahr. Nur hat sie Alicia Dujovne Ortiz zu statisch erzählt. Sie schreibt zu wenig Farbe hinein, sie gibt zu wenige Details preis; sie reflektiert mehr. Oder vielmehr, sie lässt Mireille reflektieren. Und so tiefe Gedanken, nichts für ungut, nehmen wir der Liebesdame einfach nicht ab – mag sie noch so schlau sein. Außerdem bremsen die Reflexionen den Fluss der Geschichte ungemein. Schade. Wer über die handwerklichen Schwächen hinwegsehen kann, dem bietet das Buch eine gute Geschichte.

Alicia Dujovne Ortiz, Die tangofarbene Frau, Verlag Rütten & Loening, Berlin, 258 Seiten, ISBN-10 3352005176, ISBN-13 978-3352005176.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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