Max Kruse, Löwe gut – alles gut. Kinderbuch

Kruse, Löwe, Wahnsinn!

Bild: pixabay.com/plasterbrain

Im vierten Band der Löwen-Reihe bekommen es die drei Freunde Sultan, Kamel und Löwe mit drei teuflischen Gesellen zu tun. Es ist die Fortsetzung von Max Kruses erzählerischem Wahnsinn im besten Sinne und auf höchstem Niveau.

Drei schreckliche Gestalten

Sultan, Kamel und Löwe sind immer noch auf der Heimreise von Neulöwenburg – wie die kleine Stadt Irgendwo seit neustem heißt in Erinnerung an die Heldentaten von Löwe. Sie machen noch einen Abstecher auf die Papageienpflegerinsel von Nenekiki und ihren Eltern – da erfahren sie, dass drei schreckliche Gesellen auf ihrem Schiff mit Namen „Hölle“ die Weltmeere unsicher machen. Und auf ganz gemeine Weise die Schiffe kapern und ausrauben. Sie setzen nämlich die Leuchttürme an den Küsten außer Gefecht und rauben die aufs Riff oder Sandbänken aufgelaufenen Schiffe aus.

Der Sultan greift ein

Klar, dass Sultan und Löwe das nicht dulden können. Schließlich geht ihnen beiden alle Schlechtigkeit gegen den Strich – und sie müssen alles tun, um den Schurken das Handwerk zu legen. Kamel ist eigentlich auch dieser Meinung. Nur hat das empfindsame Tier langsam die Nase voll von der ewigen Herumreiserei auf dem schwankenden fliegenden Teppich. Es sehnt sich nach dem gemütlichen Sultanspalast, seinen Pantoffeln und der Wasserpfeife. Aber Sultan lässt sich nicht beirren und steuert die „Hölle“an.

Die Bösewichter bleiben unbeeindruckt

Wer meinte, dass sich die drei wilden Gesellen von den drei seltsamen Gestalten auf dem fliegenden Teppich beeindrucken und von ihrem finsteren Handwerk beeindrucken lassen, der täuscht sich. Die lachen die Drei aus und jagen ihnen eine Kanonenkugel um die Ohren, sodass sie schnell abdrehen und das weite suchen.

Endlich zu Hause

Also geht es endlich nach Hause – doch für das Kamel beginnt jetzt eine furchtbare Leidenszeit. Es macht einen langen Spaziergang, um den Sultan daran zu hindern, so bald wieder abzureisen. Doch es fällt unter die Räuber, die es ins Nachbarland verkaufen. Es muss weite Wüsten durchwandern und sehnt sich nach Löwe und Sultan – und sei es auf dem fliegenden Teppich.

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Kamel im Pech, Sultan im Pech

Aber auch der Sultan hat Pech: Sein fliegender Teppich wird geklaut, an einen Teppichhändler verschachert – und der verkauft das wertvolle Ding an Lord Pampelmouse aus England. Schwuppdiwupp ist das gute Stück auf eine lange Reise nach Europa unterwegs. Also müssen Sultan und Löwe, begleitet vom tapferen Kakadu Ka, mit dem Boot aufbrechen, um auf die Leuchtturminsel zu kommen. Sie befürchten nämlich, dass die drei Seeräuber der „Hölle“ ihre Freunde dort überfallen wollen, um den Leuchtturm auszuschalten und die Schiffe auf die Sandbänke auflaufen zu lassen. Und genauso ist es, die Retter kommen erstmal zu spät.

Geniales Ende

Max Kruse hat auch diesmal wieder ein höchst lesenswertes Kinderbuch über Löwe und seine Freunde geschrieben. Mit vielen Abenteuern, die sie ganz schön auf Trab halten. Und einem Ende, das aufhorchen lässt und in dem der gespenstische König Owigern von der Mitternachtsinsel eine wesentliche Rolle steht. Es ist ein geniales und hoffnungsfrohes Ende, das viel über das positive Menschenbild des beliebten Autors erzählt. Doch das verrät der Rezensent nicht.

Max Kruse, Löwe gut, alles gut, Thienemann Verlag, ISBN 10: 3522169158, ISBN 13: 978-3522169158, 9,90 Euro.

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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