Marcus Sammet, Aderlass (Sterbe Wohl)

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Bild: clker.com/ocal

In seinem München-Krimi spielt Marcus Sammet geschickt auf der Klaviatur verschiedener Spannungsbögen. Uns Lesern bleibt nur, dem Autor atemlos zu folgen – und wenn es sein muss, in die schwärzesten Abgründe.

Der Krimi beginnt haarsträubend: Thomas Mattern wacht nach einer durchzechten Nacht auf, als die Polizei an seiner Türe läutert. Sie führt ihn zu einem Tatort mit einer toten Frau. Soweit wäre es eigentlich Albtraum genug – doch Kommissar Burger verdächtigt Mattern, weil alles in der Mail, die vom Täter kommt, auf ihn hindeutet.

Noch dicker

Aber es kommt noch dicker: Das nächste Opfer soll Barbara Stein sein, die Frau, die Mattern liebt.

Deine Chance

Es beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod. Und es beginnt eine aberwitzige Jagd des Mörders nach seinen Opfern. Wir wiederum haben das zweifelhafte Vergnügen, das alles hautnah mitzuerleben.

Frage der Perspektive

Die wechselnden Perspektiven zwischen Mattern, dem Mörder und den Opfern geben uns tiefe Einblicke in die Situation – literarisch wagemutiger und anspruchsvoller wäre allerdings  lediglich eine Perspektive gewesen – die von Mattern nämlich.  Das hätte uns nur immer so viel wissen lassen, wie der Held des Romans; und wir wären mit ihm im Dunkeln getappt. Eine wunderbare Möglichkeit, die Spannung zu erhöhen, wie ich finde. Aber so wäre natürlich Sammets  Jeanny-Variation frei nach Falco nicht so dramatisch in Szene zu setzen gewesen – der Mörder inszeniert hier Falcos Moritat, und uns stockt der Atem, wenn er sein auserwähltes Opfer zur Jeanny werden lässt. Wird er erfolgreich sein? Das geht natürlich nur, wenn wir die Perspektive von Opfer und Täter wechselseitig präsentiert bekommen. Von daher gesehen bringe ich meinen Einwand nach nur einer Perspektive recht zaghaft vor; es gibt gute Gründe dagegen.

Wie dem auch sei – dem Buch tun die wechselnden Perspektiven keinen Abbruch; und spannend bleibt es allemal. Alles in allem ein atemberaubendes Buch, das sich flott liest. Sehr zu empfehlen …

Genieße das Abenteuer Familie!

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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