Maggioni, Boris, Next People

Bild: pixabay.com/Clker-Free-Vector-Images

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Was für eine Horrorvision der Genveränderung und -manipulation ist dem Autor Boris Maggioni mit seinem Thriller Next People gelungen! 
Hut ab!

Misstrauen gegen jede Tomate

Geahnt habe ich es ja schon lange. 
Nun weiß ich es, Dank Boris Maggioni und seinem Thriller NEXT PEOPLE. Vielen Dank, sehr nett, Herr Maggioni! Sie sind Schuld, dass ich ab jetzt jede Tomate, jede Kartoffel und jedes Schnitzel mit erheblichem Misstrauen beäugen und schließlich doch verspeisen werde, denn von irgendwas muss der Mensch ja leben!
Auch wenn dieser kurze Thriller reinste Fiktion ist, stimmt er bedenklich. Denn was für Pflanzen und Tiere gilt, kann durchaus auch eines Tages für Menschen gültig werden.


Was für eine Horrorvision

der Genveränderung und –manipulation ist dem Autor denn da gelungen! Verpackt in dramatische Vorgänge, große Verzweiflung und einer gehörigen Portion gekonnt geschriebener Action-Szenen bin ich atemlos den Geschehnissen gefolgt. Wenn so etwas Wirklichkeit werden könnte, na Grüß Gott, alle miteinander. Dann haben wir es nämlich geschafft, uns selbst zu entsorgen.
 Diese Kinder, die Nex, erregen mein Mitgefühl einerseits, andererseits sind sie spezialistierte Genmonster, die Gänsehaut erzeugen. Nicht zuletzt dadurch, wenn man ihre brachiale Geburt erlebt, wie der Protagonist jene seines Sohnes. Sehr plastisch und schmerzhaft schildert der Autor dieses Moment.

Der eigene Junge

eine Ausgeburt. Wie damit umgehen? Ja, wie Kontakt aufnehmen mit einem Sohn, der schon im Alter von 4 Tagen zu einem Fünfjährigen herangereift ist? Tom, sein Vater, ehemaliger Boxer und nun Professor, weiß nicht, ob er verrückt geworden ist, oder ob alles, was nun auf ihn einstürzt, Realität ist. Eine Realität, von der er wünschte, es wäre bloß ein nicht enden wollender Albtraum. Tom wird in schauerliche Machenschaften verstrickt, erlebt die Hölle ganz persönlich, aber auch global gesehen, denn die Folgen, die kann er sich fast nicht ausmalen. Im entscheidenden Moment erinnert er sich an seine Boxerlaufbahn und den „Klick“, wie Tom es nennt, wenn es im Ring nur noch ums Überleben geht. Wird er den richtigen Klick hinkriegen, kann er die Menschheit vor dem wahnsinnigen Wissenschaftler bewahren? Muss er das Genmonster, welches sein Sohn ist, töten?

Erschrocken

liest man gleich zu Beginn, dass Tom die Waffe auf sein eigen Fleisch und Blut richtet, um Julian zu töten. Dann schwenkt der Text zu dem Zeitpunkt vor drei Tagen, als der Junge geboren wird. Von da an bis zum Ende des Buches, als man wieder zur Anfangsszene gelangt, rätselt man, wie es enden wird.

Wird es einst so enden?

Nicht nur der wissbegierigen Wissenschaft ist hier der Vorwurf zu machen, nein, denn manches entsteht von ganz allein. Zufall? Zufälle gibt es nicht, aber die Schöpfung. Und die ist von Zeit zu Zeit von merkwürdigem Humor. Wenn dann aber noch die Wissenschaft dazustößt, die sich Entgleisungen zum Vorbild nimmt und potenziert, na dann, dann entstehen NEXT PEOPLE.

Respekt, Herr Maggioni. Das ist nun das zweite Buch des Autors, das ich voll und ganz genossen habe. Flüssig, packend, niemals langweilige Sequenzen, einfach knackig und ausdrucksstark geschrieben.

Elsa Rieger

 

Boris Maggioni: „NEXT PEOPLE – Die Geburt“, ISBN: 
9781477666777, Preis: 8.91 EUR

 

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

2 Kommentare:

  1. Erbarmen!
    Aus meiner kurzen Evolution heraus – denke ich – das wird nie wahr.
    Nur – ich täusche mich meistens…
    Nun sollte ich mich auch bedanken, für die Vorstellung, des Ganzen.
    Klar, ich tu`s!
    Danke, Elsa.

  2. Hallo James, danke für einen lieben Kommentar! LG BL

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