Schweizer, Angelika – Mein Weg mit Dir

Bild: pixabay.com/Klaus Stebani

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Angelika Schweizer hat ein anrührendes Buch über ihr Pferd Etienne geschrieben. Sie macht sich für eine Partnerschaft zu Tieren stark.

Ein Tier ist keine Sache

Angelika Schweizer ist von ihrer Mission beseelt – und die lautet: Das Tier, speziell das Pferd, ist gleichwertiger und -berechtigter Partner. Und nicht mehr als bloße Sache, wie die Juristen heute noch Tiere einstufen. Die Pferdefreundin weiß, wovon sie schreibt – den sie ist Pferdebesitzerin aus Leidenschaft; und Juristin gleichermaßen.

Stute Etienne und andere

In ihrem Büchlein erzählt sie auf gut 100 Seiten von ihrer Freundschaft zur Stute Etienne; und einem zweiten Pferd. Das ist ein spannender Lesespaß für jeden Tierfreund; wobei es an manchen Stellen gefährlich wird – Angelika Schweizer schreibt selbst, dass sie sich in den gemeinsamen Jahren regelrecht in das Pferd hineingesteigert hatte. Beziehung zum Pferd und die Reaktionen des Pferdes sollten wir nun einmal nicht zu sehr vermenschlichen. Vielleicht sollten wir die Tiere eher als Mitgeschöpfe denn als Partner sehen. Bei aller Sensibilität und allen Emotionen, bei Schmerz und Gefühl, die Tiere auch beseelen – es sind Tiere; keine Menschen.

Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung

Klar, ich liebe unsere Hunde – wie ich zuvor unsere Katze geliebt habe. Aber ich weiß ganz genau, dass wir nicht die gleiche Sprache sprechen. Ich will mich da nicht als besser oder klüger oder wertvoller sehen; der Mensch ist für mich nicht Krone der Schöpfung. Und die Erde hat er sich zwar untertan zu machen versucht – aber an dieser Hybris wird er scheitern.

Ich respektiere unsere Hunde und alle anderen Tiere in unserem Haus und Garten und in Gottes freier Natur als Mitgeschöpfe.

Hunde sind Hunde

Aber ich weiß, unsere Hunde sind eben Hunde; von der Natur darauf abgerichtet, sich ins Rudel einzufügen, um zu überleben. Und dort die Rangordnung zu finden, die ihnen Sicherheit gibt.  Wehe, einer ist als Chef oder nur Ranghöherer nicht in der Lage, seinen Job ordentlich zu machen – dann ist er weg vom Fenster. Hunde kennen keine Gnade. Wenn dein Hund dich anhimmelt, dir auf Schritt und Tritt folgt, herzzerreißend guckt – dann hat das nichts mit Liebe zu tun. Sondern mit dem Überleben in der Natur. Wer dem Hund menschliche Gefühle unterstellt, vergewaltigt seine Natur und nimmt ihm das Recht, einfach nur Hund zu sein. Und sich selbst macht er zum Lakaien seiner Tiere.

Liebe bei Tieren?

Liebe setzt außerdem eine freie Willensbildung voraus – wenn ich gar nicht anders kann als zu „lieben“, dann liebe ich nicht.
Trotz alledem: Ich liebe unsere Hunde; obwohl ich weiß, dass in ihrer „Liebe“ ein ganzes Stück Berechnung steckt. Der Dicke auf zwei Beinen versorgt mich mit Sicherheit und Futter … also spure ich. So „denkt“ der Hund.

Wenn ich das als Maßstab nehme, dann schießt Angelika Schweizers in ihrer Eloge auf Stute Etienne manchmal wenig übers Ziel hinaus.

Schweizers gute Absicht

Aber das macht sie erkennbar in der guten Absicht, den tumben Menschen zu erklären: Dein Tier ist ein Geschöpf Gottes wie du. Nimm es ernst und respektiere es. Und dann finde ich das wichtig und gut.
Wer Pferde mag, der wird auch dieses Buch lieben. Und andere Tierfreunde dürfen es gerne auch lesen – es lässt niemanden unberührt.

Schweizer, Angelika – Mein Weg mit Dir, Spirit Rainbow Verlag, Taschenbuch: 110 Seiten, Auflage 23. Juli 2012, ISBN-10: 3940700525, ISBN-13: 978-3940700520, 14,80 Euro.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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