Pausewang Gudrun, Rettich Rolf: Hütet euch vor Räuber Grapsch

Der Räuber Grabsch

Bild: Clker.com/ClkerFreeVectorImages

Der Räuber Grabsch ist Kult – Gudrun Pausewang hat ein liebenswertes Kinderbuch über einen herzensguten und bärenstarken Räuber geschrieben. Ihn zu lesen, das macht heute noch Spaß …
Er ist riesengroß, bärenstark – und nicht sehr gescheit. Aber er hat ein Herz aus Gold. Was kann der Räuber Grabsch dazu, dass schon sein Großvater ein Räuber war und sein Vater auch? Und alle in der Räuberhöhle hinter dem gefährlichen Sumpf tief im Rabenhorster Forst gewohnt haben – die auch Tassilo Grabsch bewohnt?

Der Räuber Grabsch ist bärenstark

Da muss man schließlich ein Räuber werden, etwas anderes hat Grabsch gar nicht gelernt. Und dass seine Mutter einst dem Vater den Kochtopf vor die Füße schleuderte und auf Nimmerwiedersehen verschwand, hat ihn auch nicht in seinem Entschluss abgehalten, ein Räuber zu sein.

 Alle zittern vor dem Räuber Grabsch

Schließlich ist das ein praktischer Beruf: Man nimmt sich, was man brauchen kann und muss sich nicht damit abplagen, dafür und für alle anderen Dinge, die man eigentlich nicht braucht, so unsinnige Tätigkeiten zu verrichten wie arbeiten. Grabsch verteilt seine Beutezüge aber durchaus gerecht: Ist er in der einen Nacht beim Bäcker Häberle, um sich den Wanst vollzuschlagen, sucht er in der anderen Nacht die Konditorei Schleck auf – damit jeder etwas von seinen Besuchen hat …

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Und weil Tassilo Grabsch so außerordentlich erfolgreich ist und ihn niemand fangen kann, ist er im ganzen Juckener Ländchen gefürchtet. Hütet euch vor Räuber Grabsch!

Hier kommt die Liebe

Nur eine fürchtet sich nicht vor ihm: Olli. Die stöbert Grabsch eines Tages im Wald auf – und die sehr kleine Frau ist fasziniert vom sehr großen Räuber. Sie folgt ihm in die Höhle, räumt auf und kommt wieder. Und sie will ihren Grabsch heiraten, ihrer ungeliebten Tante Hedwig, bei der sie wohnt, Lebewohl sagen und nie mehr Sparschweine anmalen müssen in der Sparschweinefabrik. Doch der Versuch, ihrer Tante den Grabsch als zwar großen und zotteligen und bärtigen, aber ganz harmlosen Gesellen vorzustellen, misslingt – Grabsch wirft in dem kleinen Häuschen alles um, ruiniert es fast; und benehmen kann er sich auch nicht. Seine Tarnung fliegt auf. Aber wenn Tante Hedwig gemeint hat, sie kann ihrer Nichte einfach die Ehe mit diesem Monstrum verbieten, hat sie sich getäuscht – Grabsch raubt einfach seine kleine Olli; und die freut sich darüber.

Der Alltag ist hart

Olli hat in der Räuberhöhle durchaus die Hosen an – sie wäre ja auch die erste Ehefrau, der so etwas nicht gelänge. Aber Pausewang schildert im weiteren Verlauf dieser und der nächsten Geschichte zwar die tiefe Liebe zwischen den ungleichen Eheleuten – sie romantisiert aber nicht. Im Gegenteil – die Beschwernisse des Räuberlebens werden drastisch ausgemalt, es drohen Krankheit und schließlich doch der Kerker für Grabsch, der, noch geschwächt von einem Unfall mit Fliegenpilzen, der Obrigkeit in die Hände fällt.
Aber, so viel sei verraten, die Geschichte hat ein Happyend. Wie das aussieht, das lese man in diesem wunderschönen Jubiläumsbändchen zu 125 Jahre Ravensburger Verlag selbst nach.
Gudrun Pausewang, Hütet euch vor Räuber Grabsch, gebundene Ausgabe: 160 Seiten,Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2008), ISBN 10: 3473369926, ISBN 13: 978-3473369928, vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 7 Jahre.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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