Edelmann Gitta: Keines natürlichen Todes: Kurzgeschichten

Bild: pixabay.com/Jonny Lindner

Kunstvolle, unterhaltsame und kurze Geschichten in einem kleinen, preiswerten Büchlein – was will man mehr?

Klasse Kurzgeschichten

Kurzgeschichten liegen im Trend – kein Wunder, bieten sie doch einen kunstfertig erzählen Kunstgenuss, der sich nicht unnötig in die Länge zieht. Diesen Kurzgeschichten hat sich der Schutterwälder Testudo Verlag gewidmet – und bringt mit Band 15 seiner Serie von Mini-Geschichten in Mini-Büchern immerhin schon Gitta Edelmanns Keines natürlichen Todes ist ein Band mit sehr kunstfertigen Geschichten – die drei Erzählungen sind manchmal mit Meta-Ebenen versehen, die Rahmen einer Kurzgeschichte fast sprengen.

Dicht erdacht, dicht erzählt

Sie sind dicht, sehr dicht, von der Sprache folgerichtig eng gewoben. Dennoch entbehren sie weder Leichtigkeit, noch ihren Witz – zumindest ist der „Mann ihres Lebens“ mit witziger Pointe versehen. Obwohl die Geschichte den Leser auch ein wenig ratlos zurück lässt. Was wäre, wenn da doch mehr dahinter steckte? Denn am Ende fragt man sich: Ist die Heldin dieser Geschichte wirklich so herrlich naiv und das alles nur ein – wunderbar erzählter – Witz? Das wäre schon eine stramme Leistung, durchaus. Oder haben wir da am Ende eine klitzekleine Pointe übersehen, und müssen die Heldin dieser Kurzgeschichte als durch und durch raffiniertes Biest sehen?

Einfach nur lesen

Es bleibt im Dunkeln, was wiederum gar nicht so schlimm ist – wieso müssen wir alles an einer Geschichte verstehen? Es reicht schon, wenn die Leser sie genießen können und in sich nachwirken lassen. Dafür eignet sie sich wunderbar. Man gehe also von einem rundherum unbeschwerten Lesegenuss aus.

Genieße das Abenteuer Familie!

Kölner Rätsel

In „Colonia“ konstruiert die Autorin den unerwarteten Tod einer jungen Frau, die beim Untergang des Kölner Stadtarchivs vom Rad fällt und sich eigentlich nur leicht verletzt, mit Sequenzen, die den Gifttod einer Germanin im römisch besetzten Köln spiegeln. Reizvoll erdacht, reizvoll gemacht – ohne Zweifel, aber in ihrer gegenseitigen Verwobenheit nicht zwingend und auch nur schwer verständlich. Es sei denn, auch hier hat der Rezensent etwas Entscheidendes im Mittelteil nicht mitbekommen. Es soll ja Autoren geben, da steht der eine oder andere Leser echt auf dem Schlauch – und der Autor kann für den begriffsstutzigen Rezensenten nun wirklich nichts.
Wie dem auch sei – Gitta Edelmanns Geschichten sind vor allem eines – ein echter Lesegenuss.

Die Autorin

Geboren wurde sie 1961 in Offenburg. Sie arbeitete als Fremdsprachenkorrespondentin und Übersetzerin in Bonn, Rio de Janeiro, Freiburg und Edinburgh. Seit 1992 lebt sie mit ihrer Familie in Bonn. Besonders gerne schreibt Gitta Edelmann Kinder-Geschichten, -Gedichte und -Ratekrimis. Und Krimis auch für Erwachsene. Sie ist unter anderem Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller.

Gitta Edelmann, Keines natürlichen Todes, Kurzgeschichten, Mini-Testudo Band 15, ISBN 978-3-942024-14-3, 2 Euro.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

Kommentar verfassen