Kinderbuch schreiben – Moral und Spannung, ein starkes Duo

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Bild: pixabay.com/Alexas_Fotos

Ideen haben wir viele – aber wie setzen wir sie um in gute Kindergeschichten? Indem wir die fünf magischen Elemente anwenden.

Was zum Kuckuck sind die fünf magischen Elemente? Ich verrate hier nicht all zu viel, weil ich irgendwann einmal ein Buch darüber schreiben will. Und wenn ich alles auf diesem Blog verrate, kauft es ja keiner mehr.

Die Wichtigsten

Aber zwei von den fünfen verrate ich doch. Vielleicht die Wichtigsten. Aufmerksame Leser dieses Blogs (doch, doch, die soll es geben) könnten sie sich an fünf Fingern zusammenreimen.

Zuerst kommt die Moral. Andere Schreibratgeberschreiber verbrämen das Wort Moral und nehmen lieber Prämisse. Das ist gehupft wie gehickelt. Hauptsache, eure Texte haben eine Botschaft. Denn darauf kommt es an.

Nun bedeuten Botschaft oder gar Moral nicht, dass ihr wie Schulmeister Böck mit dem Rohrstock herumlauft und eure Moral dem Leser / der Leserin einbleut.

Fein gesponnen

Das alles sollte fein gesponnen sein und gar nicht bemerkt werden. Und doch das ganze Buch bestimmen.

Ja, genau, das ganze. Denn die Prämisse/Moral/Botschaft ist eine arge Diktatorin, ich schrieb es schon. Wenn ihr einmal eine Moral ausgesucht habt, bestimmt sie die Eigenschaften jeder Person; zumindest der Hauptpersonen. Ist ja klar, wenn ihr etwa beweisen wollt, dass Lügen kurze Beine haben (eure Botschaft), dann braucht ihr eine Hauptperson und eine Gegenspielerin/einen Gegenspieler, für die Lügen und Aufrichtigkeit bestimmend sind in ihrem Leben. Das spiegelt sich natürlich auch in der Dramaturgie eures Romanes wider.

Die Spannung

Womit wir bei der Spannung wären. Woraus speist sich die? Aus der dramatischen Frage des Romans, dem Kernkonflikt also. Die ist nicht gleich Prämisse, ihr aber unterworfen. Will heißen: Wenn eure bestimmende Prämisse Lügen haben kurze Beine heißt, beeinflusst sie die dramatische Frage. Sie könnte lauten: Schafft es die aufrichtige Heldin Ute, als armes Fischermädchen das Königreich zu retten? Oder schafft es die  verlogene, intrigante Königin Mathilde, es ihrem Mann, dem König zu entreißen?

Gut, das waren jetzt zwei Fragen – aber nur, um euch das Setting klarzumachen. Da ihr normalerweise die Gegenspielerin und deren finstere Absichten kennt, genügt die erste Frage. Schafft es die aufrichtige … Die Prämisse (Lügen …) bestimmt also den Charakter der beiden Gegnerinnen (ehrlich/intrigant), sie gestaltet jedes Kapitel. Und sie ist für die Beantwortung der dramatischen Frage am Schluss des Buches verantwortlich.

Moral beweisen

Und selbstverständlich ist dann, am Schluss, auch noch die Moral bewiesen. Klar gewinnt die Heldin (wenn auch denkbar knapp). Deren Sieg muss allerdings logisch sein – von ihrem Charakter und ihren Eigenschaften her muss sie dazu in der Lage sein. Und auch das weitere Setting sollte ein Sieg eurer Moral stimmig erscheinen lassen.  Wenn Hans-Peter, ein Angsthase, plötzlich aufsteht und gegen den Drachen kämpft und gewinnt, dann habt ihr wesentliche Teile der Entstehungsgeschichte ausgelassen – so etwas muss in der Person eures Helden verankert und logisch möglich sein.

Der Schatz Sprichwörter

Woher nun bekommt ihr die Prämissen für eure Geschichte? Der Schatz unserer Sprichwörter ist schier unerschöpflich hier ist sicher auch für eure Geschichte etwas vorbei.

Viel Spaß nun mit Moral und Spannung – probiert es auch, es funktioniert auch bei kurzen Geschichten. Und wenn ihr bessere Methoden habt, so lasst es mich wissen …

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....
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