Kinderbuch schreiben: Konflikt und Dialog

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Bild: pixabay.com/OpenClipartVectors

Kinderbuch schreiben ist kein Sonntagsspaziergang – hier gibt es strenge Regeln. Zumindest für Leute, die gute Bücher schreiben wollen.

Der Plot, also die Handlung der Geschichte, muss sich um grundlegende Emotionen drehen. Und das sollten natürlich Emotionen sein, die Kinder ganz besonders ansprechen.

Auch jede einzelne Szene sollte die Geschichte vorantreiben. Abschweifungen, kilometerlange Naturbeschreibungen, Rückblenden – sie alle haben in einem Kinderbuch nichts zu suchen. Also raus damit.

Kindgerechtes Ziel

Das Ziel des Buches, die Antwort auf die Dramatische Frage also, sollte kindgerecht sein. Das gilt es vorher genau zu testen – enger Kontakt mit Kindern hilft hier entschieden weiter. Das Ziel muss aber auch den Kampf einer langen Geschichte wert sein. Schließlich ringen Held und Gegenspieler hart darum, da darf es nicht um Lappalien gehen.

Moral der Geschichte

Beim Ziel haben wir noch eine wichtige Voraussetzung – es muss mit der Moral der Geschichte in Einklang stehen. An anderer Stelle habe ich bereits über die Dominanz der Prämisse (Moral) geschrieben – hier bewahrheitet sie sich wieder.

Der Held (die Heldin) muss am Ende siegen, sonst ist er/sie nicht der Held/die Heldin. Und ein Scheitern hätte verheerende Folgen, das ist jedem Leser klar. Deswegen hat der Held/die Heldin eine große Verantwortung zu tragen.

Finaler Showdown

Kurz vor dem finalen Showdown, dem Höhepunkt des Buches, sollte der Held/die Heldin eine folgenschwere Entscheidung treffen. Es geht gar nicht anders.

Deine Geschichte besteht aus Konflikten, die Held und Gegenspieler miteinander austragen. Möglicherweise auch noch andere, aber achte darauf, dass es nicht zu viele werden und sie die Leser nicht von der Geschichte ablenken. Die Konflikte müssen immer massiver werden, die Hürden für den Helden immer höher. Kaum ist ein Problem gelöst, kommt das nächste, noch dickere, um die Ecke. Konflikte bringen Spannung in Handlung und Dialog. No trouble, no story, no fun!

Nicht erzählen

Wir sind ja alle Erzähler – aber gerade das sollten wir in einem guten Buch möglichst wenig machen. Viel lebendiger und spannender ist es, wenn wir die Geschichte direkt entstehen lassen, indem wir die Helden unserer Geschichte handeln lassen und das abbilden. Zeigen, nicht erzählen.

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Ganz schlecht sind Rückblenden. Du hast Personen in deiner Geschichte, die ein Mundwerk besitzen, miteinander reden und dem Leser die notwendige Informationen im Dialog übermitteln können. Also tu es!

Gute Dialoge

Versuche, die Dialoge so interessant, bunt, lebendig wie möglich zu schreiben. Gestelztes Sprechen, das überfrachtet ist mit Informationen, ist grausam. Schau den Leuten auf den Mund, wie sie sprechen. Und natürlich den Kindern.

Kinderbuch schreiben ist also eine anspruchsvolle Tätigkeit. Da hilft nur üben, üben, üben …

Weitere  Tipps zum Kinderbuch schreiben gibt es hier:

 

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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