Kinderbuch schreiben: Intuition und Planung

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Bild: pixabay.com/Alexandra aus München

Es gibt eine Menge Autorinnen und Autoren, die scheuen eine geordnete Arbeitsweise wie der Teufel das Weihwasser. Und von denen höre ich immer wieder: „Ich schreibe spontan los. Das Ende meiner Geschichte kenne ich doch nicht!“

Nun ja, das sind Leute, die ihre Intuition über solides Handwerk stellen. Und die sich nach ein paar Jahren wundern, warum sie kein Buch an den Mann (das Kind) bringen.

Intuition ist prima

Die Antwort ist einfach: Intuition ist prima, ohne sie funktioniert kein kreativer Prozess. Und es ist auch in Ordnung, beim Schreiben der Geschichte wird des ganzen Konzeptes immer noch viel Intuition gefragt sein. Zunächst aber geht es ans Planen – von Prämisse über dramatische Frage bis zur finalen Klimax will alles durchdacht und aufgeschrieben sein. Dabei ist ein Aspekt, das Ende der Geschichte genau zu kennen. Geht ja auch nicht anders, wenn ich die fünf magischen Elemente einer guten Geschichte anwendet – dabei ist das Ende ein wichtiger Aspekt. Nehmt nur die Moral. Ihr baut die ganze Geschichte um diese Moral (Prämisse) auf; sucht euch die Personen, die eure Moral transportieren und am Schluss beweisen, konfrontiert sie mit der dramatischen Frage, bringt sie in Konflikte, ehe ihr im finalen  Konflikt die Moral beweist. Wie soll das gehen, wenn ihr beim Konstruieren der Geschichte das Ende nicht kennt?

Schnäppchen, Schnäppchen!

Personen nach der Moral wählen

Nehmen wir die Prämisse „ehrlich währt am längsten“. Hier lässt sich wunderschön eine Geschichte konstruieren mit zwei Personen, die eine solche Moral leben: Die eine als wahrheitsliebende Person, die andere an Lügnerin und Betrügerin. Klar, dass beide aufeinanderprallen und so manchen Konflikt miteinander auszutragen haben. Im finalen Konflikt muss die wahrheitsliebende Person sich durchsetzen und gewinnen. Sonst würde unsere Moral nicht bewiesen, und das wäre fatal.

Ebenen der Geschichte

Von daher ist das Ende der Geschichte klar. Sie kann und sollte aber noch eine andere Ebene haben. Eine Ebene, die unsere Moral transportiert. Also zum Beispiel sind unsere beiden Antagonisten zwei junge Damen, die sich um die Zuneigung eines jungen Mannes bemühen – die eine mit ehrlichen Methoden, die andere mit fiesen Tricks. Hier passt dann auch unsere dramatische Frage rein – sie könnte lauten: „Schafft es Susie, Jans Liebe zu erobern?“ Oder schafft das die fiese Monika?

Klar ist natürlich auch: Das Ende einer Geschichte muss zu der Geschichte passen; und deine jungen Leser befriedigen und ihnen gefallen. Da ist natürlich auch wieder jede Menge Intuition gefragt …

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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