Kinderbuch schreiben: Die richtigen Gefühle auslösen

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Bild: pixabay.com/15299

Jack M. Bickham hat einmal geschrieben: „Kurzgeschichten sind nichts für emotionale Feiglinge.“

Das stimmt, gilt aber nicht nur für Kurzgeschichten – sondern für Romane, Theaterstücke und Kinderbücher gleichermaßen. Du kannst den Satz auf jede Literatur ausdehnen. Jede gute Literatur lebt von den Gefühlen, die sie beim Leser (der Leserin) auslöst.

Totes Stück Holz

Löst sie nichts aus, ist sie nur ein Stück totes Holz.

Die Frage ist: Wie weckst du Gefühle? Wie lässt du deine Leser sich emotional voll in deiner Geschichten engagieren? Das schaffst du am besten, wenn du die Personen so lebendig und so dreidimensional wie möglich anlegst. Wenn Held (und in Maßen auch) Gegenspieler sympathische Kerle sind, dann fiebert der Leser (die Leserin) mit ihnen mit.  Der Gegenspieler braucht wirklich nicht nur eindimensional böse, fies und dämlich sein. Du musst also den Figuren eine Tiefe geben, die sie lebendig und sympathisch macht.

Sympathisch oder nicht?

Du solltest die Eigenschaften deiner Personen exakt planen (und den Schuss Negatives beim Helden nicht vergessen; macht ihn glaubwürdiger). Das heißt, dass du dich ganz genau über die Wirkung der Eigenschaften bei deinen Lesern klar sein musst. Am besten, du testet das bei guten Freunden – lasse sie die Beschreibung der Eigenschaften lesen und frage sie, wie sie den Typen / das Weib beurteilen. Sympathisch? Oder eher nicht?

Moral der Geschichte

Und vergiss bitte nicht, die Eigenschaften nach dem Verlauf der Geschichte zu wählen. Will heißen, die Figuren und ihre Eigenschaften ordnen sich der Prämisse, also der Moral der Geschichte, unter. Weil du ja genau deshalb schreibst – um die Moral zu beweisen, die du dir ausgesucht hast. Und der ordnet sich bekanntlich alles unter, auch die Personen. Also: Deren Eigenschaften bitte an der Moral entwickeln.
Lesen! Die Abenteuer des faulen Paul

Schließlich müssen die Leser deine Figuren erst einmal kennenlernen, ehe die Geschichte ihre dramatische Fahrt aufnimmt. Wenn die Figuren zu schnell in Konflikte verwickelt und vor Schwierigkeiten gestellt werden, bleibt die Empathie der Leser aus; einfach, weil sie die Figuren noch nicht genug kennen.

Viel Arbeit das alles? Klar! Aber sie macht Spaß …

 

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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