Hupfeld, Renate: Theodor Althaus: 1822 – 1852 – Revolutionär in Deutschland

Revolution

Bild: pixabay.com/Benjamin Balazs

Revolution in Deutschland, ein leidiges Thema. Renate Hupfeld hat es wunderbar recherchiert und beschrieben – am Beispiel von Theodor Althaus.

Deutschland und seine Revolutionen

Revolution in Deutschland ist ein trauriges Kapitel. Irgendwie versandet und versickert der revolutionäre Impuls und verkleistert sich zu einer dickpastigen Sauce, die so niemand gewollt hat. Ergebnis der Revolten des Vormärz waren nach dem Jahr 1848 Biedermeier und Restauration. Das dicke Ende der Novemberrevolution 1918 kam – nach der Episode Weimarer Republik – mit dem braunen Gefreiten und seinen Mordbrennern. Und die Montagsrevolution im sozialistischen Teil Deutschlands mündete 1989 das bekannte westdeutsche Gruselkabinett.

Schauderhaftes Ergebnis

Da kann es einen fürwahr schaudern!
Immer aber ließ die herrschende Klasse nicht mit sich spaßen – und kartäschte die Revolution eifrig nieder. Von daher hat das Volk in der damaligen DDR 1989 doch wieder Glück gehabt.
Während aber die Nachgeborenen die Suppe deutscher Revolution auslöffeln müssen, war es für die Revolutionäre selbst die ganz harte Tour. Wer nicht bei den Kämpfen auf dem Feld blieb, wurde meistens nach niedergeschlagener Revolution exekutiert oder verschwand für Ewigkeiten in feuchten Verließen.

Wichtiges über Theodor Althaus

Von daher gesehen hat sich Renate Hupfeld kein leichtes Thema ausgesucht. Aber ein wichtiges – um auszuloten, wie deutsche Revolutionäre ticken, wie sie Revolution machten und weshalb sie scheiterten.
Sie hat sich dazu einen recht unbekannten Revolutionär ausgesucht: Theodor Althaus. Der helle Kopf kam 1822 in der lippischen Residenzstadt Detmold zur Welt. Und starb 30 Jahre später, krank und ausgezehrt von seiner einjährigen Haft, im Krankenhaus Gotha.

Althaus‘ liberales Elternhaus

Das liberale Elternhaus und die Familie von protestantischen Pfarrern und Gelehrten legte den Keim seiner Rebellion gegen den Stände- und Obrigkeitsstaat. Das wird noch befeuert vom Theologiestudium an den damals freiheitlich gesinnten Universitäten Bonn und Jena.
Schon in dieser Zeit hatte Althaus einen eigenen Kopf und einen aufrechten Gang. Und bekam schon Schwierigkeiten – denn freiheitlich waren eigentlich nur einzelne Lehrer, nicht aber die schwerfällige Verwaltung der Universitäten.
Althaus wählte den Beruf des politischen Redakteurs … doch da gingen die Schwierigkeiten erst richtig los.

Saubere Recherche

Renate Hupfeld hat sauber recherchiert und verständlich und spannend geschrieben. Das Buch flicht sehr persönliche Akzente ein, die sie aus den Tagebüchern von Althaus gefischt hat. Und manchmal malt sich auch ihre Fantasie aus, wie der Gefängnishof aussah, auf den Althaus schauen muste; und dergleichen mehr.
Ein gutes, lesenswertes Buch.
Und ein wichtiges – denn wir sollten uns nicht einbilden, schon alle Ziele der Revolutionäre von 1848 erreicht zu haben.

Wie wäre es etwa mit dem Art. 10. der Forderungen des Volkes in der Offenburger Versammlung am 12. Sepzember 1847:
„Wir verlangen Ausgleichung des Mißverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital.
Die Gesellschaft ist schuldig, die Arbeit zu heben und zu schützen.“

Klingt nach genug Arbeit für uns Zeitgenossen …

Die Autorin

Renate Hupfeld lebt und arbeitet in Hamm in Westfalen. Ihre Gedichte, Reiseberichte, Kurzgeschichten und historischen Erzählungen wurden in Anthologien und Zeitschriften gedruckt.
Sie hat die Biografie eines Protagonisten des deutschen Vormärz geschrieben, die im November 2011 erschienen ist: „Theodor Althaus (1822 – 1852) – Revolutionär in Deutschland“, erhältlich als E-Book in der Kindle Edition und als Taschenbuch. Informationen zu E-Book und Druckausgabe sowie Direktbestellung auf www.text-und-byte.de
Auf ihrer Homepage veröffentlicht Renate Hupfeld Texte und Bilder: www.renatehupfeld.de.

Lichtblau

Renate Hupfeld, Theodor Althaus: 1822-1852 – Revolutionär in Deutschland, ISBN 978-3942594172

Die Welt braucht Platin!

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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