Enid Blyton, 5 Freunde im Zeltlager

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Bild: pixabay.com/ClkerFreeVectorImages

Auch im Zeltlager wird es spannend – die 5 Freunde sind fiesen Gestalten auf der Spur. Und einem Geisterzug!

Ein Sittenbild

Wenn wir die alte Geschichten wieder lesen von Julius, Georg, Richard, Anne und Hund Tim – dann sollten wir uns den Spaß machen, sie in der deutschen  Erstausgabe zu genießen. Denn da haben wir nicht nur die ganze Geschichte von Enid Blyton als damaliges Sittenbild ihrer Zeit – sondern auch eine Übersetzung, die dem in nichts nachsteht.
Gut, ich gebe zu, die vor ein paar Jahren neu herausgegebene „Geheimnis-um-Reihe“ im Erika Klopp Verlag war wirklich stark. Das ist ein wunderschön aufgemachtes zeitgenössische Lektüre. Und Enid Blyton hat es durchaus verdient, ihre Geschichten ein wenig vom Muff der Nachkriegszeit  zu befreien.

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 Der Nachkriegsmuff macht Spaß

Aber genau dieser Muff ist es wiederum, aus dem die 5-Freunde-Geschichten heute ihren Reiz beziehen. Denn sie wirken eigentlich mit immer der gleichen Konstruktion: Drei artige Kinder, die es gelernt haben, höflich und zuvorkommend gegenüber Erwachsenen zu sein (mit unterschiedlichen Gewichtungen in der Ergebenheit), sind dennoch unabhängig genug, die Schurken unter den Respektspersonen zu erkennen.

Kleine Rebellion der Kinder

Ihren Reiz beziehen die Geschichten also aus der kleinen, verbotenen Rebellion der Kinder gegen die Erwachsenen – denn auch die Schurken sind erst einmal unantastbare Respektspersonen. Aber die schlauen Kinder lassen sich von falschen Fuffzigern kein X für ein U vormachen. Das war schon gewaltig emanzipatorisch für die damalige Zeit – lässt uns aber heute, mit unseren selbstbewussten bis renitenten Kindern, eher müde lächeln.
Ich habe heute manchmal das Bedürfnis, eher die Erwachsenen vor dem Furor der Kinder zu schützen. Respekt? Fehlanzeige.

Die schlaue Georg

Aber ich schrieb ja „drei“ Kinder. Das vierte, Georg, die eigentlich Georgina heißt und ein Mädchen ist, aber eben doch nur ein Junge sein will – sie hat  ihren Querkopf; und riecht den Braten und die falschen Fuffziger zumeist schon viel früher als die wohlerzogenen anderen. Und sie kommt dem Geheimnis als erste am nächsten – gerät aber auch direkt in Gefahr.

Die Geschichte mit dem Zeltlager folgt diesem Strickmuster. Der schuftige Erwachsene ist der etwas zwielichtige Stiefvater von Jockel, einem Bauernsohn in der Nähe des Zeltlagers der 5 Freunde. Dort zelten sie mit Professor Krabbler, einem netten und harmlosen Erwachsenen, der aber am Ende ziemlich wichtig wird.

Ein Geisterzug

Eine große Rolle spielt noch der Geisterzug im verlassenen Tunnel. Jetzt wollen wir aber nichts mehr verraten – sondern dringend zum Lesen raten.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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