Enid Blyton, 5 Freunde erforschen die Schatzinsel

Die Schatzinsel der 5 Freunde – Bild: pixabay.com/M W Aus Ulm

Die Schatzinsel der 5 Freunde – Bild: pixabay.com/M W Aus Ulm

Das erste Buch der 5-Freunde-Reihe setzt erst einmal genüsslich das Setting für die 20 weiteren Bände. Lesenswert ist es allemal.

Im ersten Band 5 Freunde erobern die Schatzinsel lernen sich die Freunde erst einmal kennen. Und das kommt so: Die Eltern von Julius, Richard und Anne wollen einmal alleine Urlaub machen – also kommen die drei Geschwister zu Onkel Quentin. Der ist ein knorriger Wissenschaftler, der sich in seine Bücher vergräbt und selbst welche schreibt – und mit Kindern eigentlich nichts zu tun haben will.
Allerdings hat er es trotzdem zu einer Tochter gebracht – Georgina.

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Qentin und Fanny brauchen Geld

Und er und seine Frau Fanny brauchen Geld.
Was das alles aber schnell in einem viel besseren Licht erscheinen lässt, ist die wundervolle Lage vom Haus der Verwandten: Direkt an der Küste. Und davor liegt eine geheimnisumwitterte Insel.

Charaktere gut entwickelt

Enid Blyton braucht nun ein gutes Stück, ehe sich alles wunderbar entwickelt: Wie die störrische und eigenwillige Georgina, die nur Georg genannt werden will (weil sie viel lieber ein Junge wäre), sich langsam mit den zwei Cousins und der Cousine anfreundet. Und wie Tim dazukommt – Georgs Hund, den sie bei einem Fischerjungen versteckt, weil ihr Vater ihn nicht im Haus duldet.
Das Wrack auf dem Meeresgrund vor der Küste ist natürlich Anlass für einen Ausflug – und die Schatzinsel auch.
Als dann das Wrack in einem Sturm an Land gespült wird, finden die Kinder eine Schatzkarte – die ein Vorfahr von Georg gezeichnet hat und die auf die Schatzinsel verweist.

Jetzt wird es endlich abenteuerlich – und ein Wettlauf mit finsteren Banditen geht los, die sich auch den Schatz schnappen wollen.

Herrlich unzeitgemäß, die Schatzinsel

Das Buch entwickelt sich recht gemächlich – das ist einerseits wundervoll, weil die Beziehung der Kinder viel Raum gegeben wird. Und ihre Charaktere sich eindrucksvoll und stimmig entfalten können. Das ist so ganz unzeitgemäß – wo es doch heute Crash Boom Bang gehen muss!
Andererseits bleibt für das eigentliche Abenteuer nur wenig Raum – und so entwickeln sich die Dinge später dann Schlag auf Schlag, werden kaum entwickelt, sondern eher grob skizziert. Das ist dann doch wieder ein wenig atemlos.

Alles in allem stört es mich aber kaum – schließlich haben wir im ersten Teil für 20 weitere Bücher viel über die Kinder gelernt. Und das ist ja das Wichtigste …

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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