Ellis Peters, Bruder Cadfael und ein Leichnam zuviel

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Bild: pixabay.com/azboomer

Historische Romane haben Konjunktur – und das Mittelalter ist zu einem eigentümlichen Ort  rückwärtsgewandter Sehnsüchte geworden. Eine, die früh beides verbunden hat, ist Ellis Peters (eigentlich Edith Pargeter). Sie würzt die beiden Zutaten noch mit einer Kriminalgeschichte. 

Das Jahr 1138 in England ist ein ungemütliches. Der Bruderkrieg zwischen Kaiserin Maud und König Stephan um die Thronfolge tobt und auch Shrewsbury ist betroffen. König Stephan lässt die Stadt belagern, deren Herrscher Arnulf von Hesdin, FritzAlan und Adeney der Kaiserin Maud anhängen. Im Schatten von Shrewsbury liegt das Kloster, in dem Bruder Cadfael friedlich als Mönch seine Tage beschließen will – nachdem er viele Jahre auf Kreuzzug war und als Kapitän auf dem Mittelmeer ein abenteuerliches leben geführt hatte.

Bruder Cadfaels Heilkunst

Er hat sich der Heilkunst gewidmet – und hegt und pflegt den Kräutergarten. Doch sehr bald ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Die Stadt wird gestürmt, deren Verteidiger an den Zinnen der Burg aufgehängt, FritzAlan und Adeney können fliehen. 94 Gehenkte gibt es, Bruder Cadfael und seine Helfer sollen ihnen die letzte Ehre erweisen und sie beerdigen.

Eine Leiche zuviel

Doch der schlaue Mönch zählt nach – es sind 95. Nun beginnt die spannende Suche nach dem Mörder des 95. Ellis Peters lässt das mittelalterliche Leben und die Sitten in vielen Details und Facetten aufscheinen. Sie erscheinen mir stimmig, ich bin aber kein Mittelalterexperte. Aber das Mittelalter ist schon eine Weile her, und mir ist es ehrlich gesagt ziemlich egal, ob wir das Leben dort in allen Einzelheiten erfassen können und so den damals Lebenden in jedem Detail die Ehre erweisen.

Lesenswertes Buch – etwas dickpastig

Das Buch ist lesenswert, spannend wie gesagt – nur die Sprache erscheint mir hie und da ein wenig dickpastig. Vielleicht hat Frau Peters gemeint, sie müsse auch ein wenig altbacken schreiben, wenn sie schon das Mittelalter zum Thema hat; vielleicht tat das der Übersetzer. Aber das mindert kaum den Lesespaß, nach einigen Seiten haben wir uns daran gewöhnt. Eine schöne Urlaubslektüre …

Auf zu Bruder Cadfael

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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