Drei Eigenschaften eines Kinderbuchautors

Bild: pixabay.com/tookapic

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Es ist die Frage, wer zuerst da war: die Henne oder das Ei? Also: Kann man gutes Schreiben lernen? Oder ist es eine Begabung? Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte.

Jede Kunst fußt auf Können. Und Können erwerben wir uns durch Tun. Du kannst noch so begnadet sein, voller Fähigkeiten stecken – wenn du nichts tust, werden die Fähigkeiten nicht ans Tageslicht kommen.

Für zielgerichtete Tätigkeiten aber braucht du Handwerk. Das ist in der Malerei genauso wie in der Musik – und beim Schreiben ist das auch nicht anders. Nur, weil du täglich mit Sprache umgehst, kannst du noch nicht geniale Kinderbücher schreiben.

Lebendige Personen

Wie die aufgebaut sind, welche Themen du brauchst, welche Längen die Sätze haben, wie du lebendige Personen schaffst, wie du Konflikte aufbaust und wie du die Moral der Geschichte durchgehend komponierst – das ist Handwerk.Anzeige

Die Regeln kennen

Natürlich sind Regeln dazu da, sie zu hinterfragen, es vielleicht ein wenig anders zu machen – aber du musst sie erst einmal kennen. Wer eine Kurzform dieser Regeln und Vorschläge lesen will, der besorge sich das Buch rechts oben in der Laufleiste.

Aber gibt es nicht auch Begabungen? Was muss ein guter Kinderbuchautor mitbringen? Gut, ich verrate es euch – und weise gleich darauf hin, dass ihr auch an diesen Begabungen arbeiten könnt.

Ich glaube, wir brauchen drei Dinge: das Pumuckl-Gen, eiserne Disziplin und inspirierte Geduld.

Was ist das Pumuckl-Gen?

Für mich eine anarchisch-kindliche Sicht auf die Welt. und die Lust, den Großen eines auszuwischen und sich nicht unterkriegen zu lassen – so übermächtig die Mächtigen, Erwachsenen und Großen auch erscheinen mögen. Das findet sich in allen guten Kinderbüchern, von Pippi Langstrumpf über das Sams bis zum Räuber Hotzenplotz. Kinder an die Macht!

Es findet sich auch übrigens in jedweder Literatur, die ihren Namen verdient.

Von daher ist es hilfreich, wenn ihr dieses wilde, ungezügelte, empörte, anarchische Sicht auf die Welt und ihre Strukturen habt. Wenn ihr jeden Tag den schier aussichtslosen Kampf des Trotzdem kämpft – die Lage ist hoffnungslos, aber dennoch kämpfe ich. Wenn ihr das in eure Bücher übertragt, habt ihr spannende, lesenswerte Geschichten, die Kinder begeistern. Wer nur die Verhältnisse loben und Kinder zu ordentlichen Erwachsenen erziehen will, der sollte als Pädagoge werden.

Disziplin – Perfektionismus

Wir Autoren sind verspielte Menschen. Disziplin ist von daher vielen ein Graus. Es geht aber nicht ohne. Du musst dir jeden Tag einen Freiraum schaffen, in dem du ungestört schreiben kannst. Wenn du dein Buch zuvor gut durchkomponiert hast,  jeden Tag vor dem Schreiben schon weißt, wie die Geschichte weitergeht und schnell schreibst, reicht dir vielleicht eine halbe Stunde. Aber die muss sein. Und es gibt keine Entschuldigung! Nicht den neusten Tatort, nicht die Party, nicht den neuen Freund! Wenn du absehen kannst, dass du abends, zur gewohnten Zeit, nicht zum Schreiben kommst, darfst du ausnahmsweise mal am Vortag die doppelte Menge schreiben; oder zu einer anderen Zeit am selben Tag vorarbeiten.

Schriftsteller sind einsame Menschen. Ulknudeln, die auf jeder Party herumfallen und jede Disko auswendig kennen, schreiben keine Bücher!

Das alles hat mit Perfektionismus zu tun. Wir arbeiten so lange, bis wir das beste Ergebnis haben, das wir zurzeit abliefern können. Weniger ist eine Beleidigung für unsere Leser – willst du Kinder beleidigen?

Und schließlich: Geduld

Einen langen Atem brauchst du in mehrfacher Hinsicht. Etwa zum Planen deiner Bücher. Hier musst du so lange geduldig sein und nicht losschreiben, bis das ganze Drehbuch deiner Geschichte steht. Gerade die erste Arbeit an einer Idee ist schwer. Denn von der ersten Eingebung bis zu einem funktionierenden Drehbuch sind es viele Schritte, die du mit Geduld gehen musst.

Geduldig schreiben

Auch beim Schreiben ist Geduld gefragt. Jeden Tag nur wenige Seiten zu schreiben, ist auch manchmal nervenzerfetzend. Es bringt aber nichts, in einem Schreibrausch weit über das selbstgesteckte tägliche Ziel hinauszuschießen – und dann zu erschöpft zu sein, um weiter zu machen.

Und Geduld brauchst du schließlich auch, um deine Karriere als Schriftsteller/in konsequent und hartnäckig zu verfolgen; weil du im Regelfall viele Jahre lang schreiben wirst, ehe du so gut bist, dass dich renommierte Verlage nehmen. Oder willst du dich mit weniger zufriedengeben?

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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