Buchvorstellung – Ulla Schmid, Die List des Arminius, Band I

Arminius1 KopieDie List des Arminius Band 1 (512 Seiten – 29,80 €)

Historischer Roman über die Varusschlacht im Teutoburger Wald 9 nach Christus und die daraus resultierenden Germanenkriege 14 – 16 nach Christus

Drei der besten Legionen Roms lockt der Cheruskerfürst Arminius in die Wälder Germaniens fügt den sieggewohnten Eroberern eine vernichtende Niederlage zu. Die Katastrophe leitete das Ende des römischen Feldzuges gegen die rechtsrheinischen Germanen ein. Nur wenige Römer entkommen dem Desaster. Einer der Überlebenden, Gaius Flaminius, kehrt nach Rom zurück und wird verstrickt in ein Netz aus Gewalt und Verrat, Mord und Lügen, Liebe und Leidenschaft.

Vorwort

Im Jahre 9 nach Christus erlebt das römische Imperium eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Die als unbesiegbar geltenden Römer werden von Arminius, dem Cheruskerfürsten, und seinen Truppen im Teutoburger Wald vernichtend geschlagen. Arminius lebte als Geisel lange Jahre in Rom, erlernte dort das Kriegshandwerk, ging als römischer Bürger und im Offiziersrang nach Hause zurück und meldete selbst den Römern den drohenden Aufstand wegen angeblicher Steuererhöhungen. Augustus reagiert ganz im Sinne des Cheruskers, zudem will Augustus schon seit Jahren die Reichsgrenze vom Rhein bis an die Elbe ausdehnen, also die Eroberung ganz Nordgermaniens; nur einzelne, nicht zusammenhängende Gebiete stehen unter römischer Herrschaft.

Germanen zur Räson bringen

Gaius Flaminius wird beauftragt, 7 nach Christus Varus aus Syrien/Palästina zu holen, um die Germanen zur Räson zu bringen. Zwei Jahre sind die Römer an der Weser stationiert, bis Arminius selbst sie in den Teutoburger Wald führt. Die Schlacht dauert drei Tage. Nach der verheerenden Niederlage begeht Varus Selbstmord, daraufhin schlägt Arminius selbst ihm das Haupt ab. Angeblich soll Arminius fünf überlebende Legionäre mit dem abgeschlagenen Haupt des Varus nach Rom geschickt haben, um es Augustus zu zeigen und die Nachricht der vernichtenden Niederlage zu überbringen. Fünf Jahre nach der Schlacht und noch vor dem Tod des Augustus beauftragt sein Nachfolger auf dem Kaiserthron Tiberius seinen Neffen und Adoptivsohn Tiberius Claudius, der dadurch den Beinamen Germanicus erhält, die Hintergründe der Niederlage zu ergründen und diese Schmach zu rächen.

Ständig Unruhen

Germanicus gelingt es unter großen Verlusten, die Germanen zu besiegen, aber die gewünschte Eroberung, und um die geht es ja beiden Kaisern Augustus und Tiberius, gelingt ihm nicht. Nach über zwei Jahren ist Tiberius des Nordens Germaniens überdrüssig und beordert Germanicus zurück nach Rom und dann nach Syrien; auch hier sind ständig Unruhen, er soll hier für Ordnung sorgen.

Der jüdische Geschichtsschreiber Josefus Flavius weist in seinem Buch „Die Geschichte des jüdischen Krieges“ auf die Statthalterschaft des Varus in Syrien/Palästina hin.

Über die Marschroute des Varus in den Norden ist mir – trotz intensiver Recherchen – nichts bekannt, wobei bei seinem Eintreffen bereits sechs Legionen, darunter die XVII., XVIII. und XIX., im Norden Germaniens stationiert waren. Fünf Legionen standen am Rhein, während eine an der Lippe in der Nähe von Haltern stationiert war.

Die List des Arminius

Leseprobe – Ausschnitt aus dem 30. Kapitel

Gaius und den anderen Soldaten war schon bei Beginn ihrer militärischen Ausbildung klar, dass sie einmal auf dem Schlachtfeld fallen könnten, und nur Gaius sah, dass dieser Fall hier eintreffen konnte. Am Abend vor der Schlacht erschien Arminius im Prätorium und Varus ließ seinen Stab zusammentrommeln.

„Morgen ist es so weit“, begann Arminius, dessen Vorbereitungen zu den Aufständen jetzt abgeschlossen waren. „Ich weiß aus sicherer Quelle, dass sich die Aufständischen im Teutoburger Wald zusammenrotten wollen. Ich werde euch an diese Stelle führen.“

„Jetzt ist es tatsächlich so weit“, dachte Gaius. „Diese Worte des Cheruskers sind sehr doppeldeutig.“

Schlecht geschlafen

Die Legionäre wurden von ihren Vorgesetzten unterrichtet. In dieser Nacht schlief er noch schlechter als in den beiden vorangegangenen und die Albträume trieben ihn schweißgebadet von seinem Lager. Seine Kameraden und Lucius schliefen gut, erwachten am nächsten Morgen frisch und ausgeruht. Noch nie waren römische Legionäre so sorglos in den Tod gezogen. Sie wussten nicht, dass Arminius noch einmal mit seinen Leuten Kriegsrat gehalten hatte und den morgigen Tag für den Beginn der Schlacht bestimmt hatte. Sein ausdrücklicher Befehl lautete, das Leben des Varus dabei zu schonen; er wollte ihn dem Gott Wotan opfern. Auch sonst sollte es keine Gefangenen geben, überlebende Feinde sollten in den Foltergruben der Germanen qualvoll zu Tode gebracht werden.

Geordnete Betriebsamkeit

Früh am Morgen, lange vor Sonnenaufgang, trieb der langgezogene Tuba-Ton zum Wecken die Soldaten von ihren Lagern. Hektische, aber geordnete Betriebsamkeit brach im Lager aus. Die Legionäre stürzten in ihre Uniformen und bewaffneten sich. Arminius und einige seiner Getreuen waren aufgekreuzt und hielten sich bei Varus in dessen Unterkunft auf. Die Offiziere und Generäle kamen zur letzten Lagebesprechung. Sie hatten über das Vorhaben des Cheruskers immer noch keine Ahnung. Gaius, der sicher wusste, dass Arminius an diesem Morgen zum Schlag gegen die Römer ausholte, blickte diesen lange an. Arminius hielt eiskalt seinem Blick stand, obwohl er gemischte Gefühle hegte. Mit den Römern, besonders mit Varus, hatte er kein Mitleid. Arminius musste immer noch damit rechnen, dass Varus und seine Leute darauf kommen würden, was er wirklich plante, dann würde er das Römerlager nicht lebend verlassen.

Nichts begriffen

Dieses aber war sehr unwahrscheinlich, sie hatten bisher nichts begriffen, so sollten sie auch an diesem Morgen nichts begreifen, nichts im Verhalten des Varus und seines gesamten Stabes deutete daraufhin. Aber es konnte so viel schiefgehen; ob er sich auf seine Männer und seine Verbündeten verlassen konnte, war ihm auch nicht klar. Er könnte unter einem Vorwand die ganze Geschichte abblasen, aber er hatte sich nun mal vorgenommen, die Römer zu besiegen. Gaius wurde auf einmal ganz ruhig. Seit seinem Hiersein wusste er, was der Cherusker plante, und jetzt war es so weit; er und Asprenas sowie einige nahe Verwandte des Cheruskers hatten genug gewarnt und Varus und seine Generäle hatten nicht reagiert. Es war alles gesagt, und selbst wenn Gaius noch ein letztes Mal warnen würde, es würde ihm niemand glauben.

„Vielleicht werden wir mit unserer guten Ausbildung, unserer militärischen Disziplin und unserer besseren Bewaffnung den Sieg davontragen“, machte sich Gaius Mut.

„Die List des Arminius Band 1“ gibt es über den R.G. Fischer Verlag, www.amazon.de sowie über diverse Internet- und sonstigen Buchhandlungen als Print-Version und auch als E-Book

 

Kurzvita – Ulla Schmid

 Ulla_schmidt

Ich wurde im Januar 1955 in Aalen geboren. Nach neunjähriger Grund- und Hauptschulzeit in Hofherrnweiler holte ich in der Wirtschaftsschule in Aalen den Realschulabschluss nach. In den letzten Jahren der Grund- und Hauptschule wurde mein Interesse an der Antike geweckt

Zum Schreiben kam ich erst im Jahr 2000, als ich bei einer Reha-Maßnahme eine „schreibende“ Musiklehrerin kennengelernt habe. Zunächst habe ich die Schreiberei nur als Hobby betrieben. Themen hatte ich schnell gefunden: Die Antike und Reiseberichte, da eines meiner Hobbys das Reisen ist. Im März 2004 habe ich dann mit meinem 1. historischen Roman „Die List des Arminius“ begonnen. Ein Fernstudium bei der Schule des Schreibens in Hamburg brachte mich mit meiner Schreiberei voran. Dabei handelt es sich um die Varusschlacht im Teutoburger Wald neun nach Christus und die daraus resultierenden Germanenkriege 14 – 16 nach Christus. Im September 2006 wurde der 1. Arminius-Band veröffentlicht. 2008 folgte der zweite Arminius-Band. Die meisten meiner Bücher haben die römische Antike zum Inhalt. Kurzgeschichten sowie Reiseanekdoten wurden von mir auch schon veröffentlich – fast alle gibt es sowohl in der Print- als auch in der E-Book-Version.

Über Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....