Buchvorstellung: Astrid Rose, Mana Loa. Familienbande

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Leseprobe aus Astrid Rose,  Mana Loa. Familienbande:

Nur fünf Minuten später hielt er vor meinem Elternhaus.
»Ich danke dir für deine Hilfe …«
Er lächelte mich an. »Gern geschehen. Es war mir ein Vergnügen, dich kennengelernt zu haben. Aber warte noch. Ich hab hier irgendwo«, er streckte sich hinter meinem Sitz aus und wühlte nach etwas, »dein Sommerkleid.« Tom zog eine Papiertüte hervor.
Ich griff nach ihr und seine Finger berührten meine Hand. In diesem Moment sah ich die Kartenlegerin vor mir, die mich ermahnte, dass ich das Rätsel lösen müsse. Verdammt!, fluchte ich in mich hinein, denn ich befürchtete jetzt schon, dass ich ihn auf Dauer nicht so auf Abstand halten konnte, wie ich es gerne gehabt hätte.
Tom stieg aus, ging um den Wagen herum und öffnete mir die Tür. Zur gleichen Zeit ging die Haustür auf. Mit einem Lächeln in Richtung meiner Eltern sagte er. »Wenn dein Dad möchte, nehme ich ihn mit nach Bremen, dann kann er dein Auto holen.«
Ich nickte und ging zu meinen Eltern, die mich wortwörtlich mit offenen Mündern in Empfang nahmen. Bei ihnen angekommen, gab ich den Vorschlag von Tom weiter. Mein Vater zog seine linke Augenbraue hoch, dann schaute er Tom an. Mein Blick fiel zum tausendsten Mal auf seine Stirn. Sie war immer noch da. Diese verdammte kleine Narbe über der rechten Schläfe meines Vaters wollte einfach nicht verschwinden. Mit einem Schlag war ich wieder in meiner, mir selbst erschaffenen, Welt.
Kurz darauf stieg er zu ihm ins Auto, und ohne, dass Tom sich verabschiedet hatte, fuhren sie davon.

Verwirrtes Gesicht

Meine Mutter sah in mein verwirrtes Gesicht und sagte: »Er scheint dich zu mögen …«
»Ich weiß«, krächzte ich, »das ist ja das Problem.«
Sie nahm mich in die Arme. »Ach Kleines. Was dir passiert ist, ist schrecklich, aber das Leben geht weiter. Eines Tages musst du wieder anfangen zu vertrauen. Du willst bestimmt nicht ewig alleine bleiben, oder?« Meine Mutter entließ mich aus ihrer Umarmung und blickte mir tief in die Augen. »Und, sieh mal dieser junge Mann war sogar so freundlich dich nach Hause zu bringen. Also mir gefiel sein Lächeln und wie galant er dir die Tür geöffnet hat.«
Ich verschränkte meine Arme, biss mir auf die Lippen, drehte mich um und ging schnurstracks in mein Zimmer. Dort ließ ich mich aufs Bett fallen und verfiel umgehend in einen unruhigen Traum:
Gefesselt lag ich auf meinem Bett und der Angreifer vor mir, entledigte sich gerade seiner Hose. Ich fühlte die Kälte, die von ihm ausging und sich in mir breitmachte.
Mit letzter Kraft stieß ich mit meinem Fuß zu. Ein Schmerz durchzuckte meine Schläfe und meine Kehle brannte. Ich schloss meine Augen und verlor mich in der Finsternis.
Die Kälte ließ nach und wandelte sich in eine angenehme Wärme. Etwas Schweres … Angenehmes lag auf mir. Meine Hände glitten nach vorne und berührten nackte Haut. Ich atmete den Geruch von Iris ein.
Zarte Finger wühlten sich durch mein Haar und sanfte Lippen berührten meinen Mund.
Eine gewisse Unruhe breitete sich in mir aus. Meine Hände glitten über den nackten Rücken und wanderten tiefer, während fremde warme Lippen weiter hinunter zu meiner Brust glitten, um diese zu liebkosen. Ein Stöhnen entfuhr mir, dann fühlte ich den heißen Atem an meiner Wange.
Langsam öffnete ich meine Augen und sah in das sanfte Gesicht von Tom. »Vertrau mir«, hauchte er mir zu.
Ich nickte und schloss erneut meine Augen. Mein Körper versank in einem Bett aus Sand. Die Küsse waren jetzt fordernder. Heiße Lippen saugten an meinem Busen und sinnliche Hände flogen sanft über meine Haut. Ein Duft von Sandelholz legte sich auf mir nieder und eine befremdliche Stimme flüsterte: »Was geschehen ist und was geschehen wird, ist dir vorherbestimmt, doch nur mit mir bist du eins.«
Ich öffnete meine Lider und sah in golden schimmernde Augen.
Erschrocken fuhr ich hoch und wischte mir zittrig übers Gesicht. Meine Lippen fühlten sich an, als wenn sie gerade geküsst worden wären.

Leseprobe

Astrid Rose erblickte im Jahre 1974 im Oldenburger-Münsterland das Licht der Welt. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie immer noch in dieser schönen Gegend. Am 07.08.2009 tippte sie aus „Jux und Tollerei“ die ersten Zeilen ihres Romans Mana Loa ~ in den PC. Fortan machte sie die Nacht zum Tag und schrieb in jeder freien Minute an ihrem Traum, der auf Hawaii spielt, weiter. Am 01.01.2010 ging der Roman online und erhielt bisher durchweg nur gute Kritiken.

Erfahre mehr über mich und Mana-loa ~ Familienbande:
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Astrids Roses Seite

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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