Bruderlustigs Nachtgedanken: Gott in Hüttengesäß

Bild: pixabay.com/Ronile

Gott ist etwas schwer zu lokalisieren. Er macht sich manchmal ein wenig rar – zumindest erscheint uns das so. Aber vielleicht könnten wir ihn – kurzfristig – festmachen. In Hüttengesäß zum Beispiel.

Was wäre das Leben lieblos ohne die kleinen Pannen? Furchtbar. Wie öde, robotorhaft und kalt liefe unser Alltag ab. Da sind wir froh, daß wir die Gemeindevertretung Ronneburg haben. Denn die bringt Sonne in unser Leben. Das fängt an beim sonnigen Gemüt des Bürgermeisters (nur böswillige Leute unterstellen ihm einen gehörigen Schuss Phlegma), geht weiter über den pulvertrockenen Humor von Fritz Münch, dem Gemeindevertreter-Vorsitzenden und endet noch lange nicht beim Schlitzohr Wolfgang Trümper. Nein, alle, die dort im Rund des Rats sitzen, pflegen ein geselliges Miteinander, daß man sich wohl fühlt wie Gott in Hüttengesäß.

Nix ist ernst

Weil niemand nichts so tierisch ernst nicht nimmt. Warum auch? Blenden wir in die dritte Sitzung der Gemeindevertreter, die vor ein paar Tagen stattfand.
Auf der Einladung steht “zweite”- Tippfehler, sagt der Bürgermeister. Geschenkt. Weiter.

Der alte ist der neue

Beim Vorschlag für die Liste des Haupt- und Finanzausschusses wird bereits der Vorsitzende ernannt: Wolfgang Gerlach. Eine übereifrige Sekretärin, grinst der Bürgermeister. Das sei nur als Gedächtnisstütze für ihn gedacht, damit er weiß, wie der alte hieß. Gut, so ein Schultes hat viel um die Ohren, da vergisst man leicht, welchen Namen der langjährige Ausschussvorsitzende trägt.

Neue Form des Regierens

Die Ronneburger Gemeindevertreter bringen also das Kunststück fertig, einen fix und fertig zusammengestellten Ausschuss zu haben, einschließlich Vorsitzenden, und dann erst darüber abzustimmen, ob sie überhaupt ein solches Gremium haben wollen.
Ronneburg hat eine neue Form des Regierens erfunden, die prophetische Demokratie. Nur Susanne Wolf ist noch nicht so  weit, die Fraktionschefin der WIR. Die wollte einen Antrag stellen, hatte ihn aber nicht dabei. Ein Kollege musste einspringen.
Sie hätte mal mit der berühmten Sekretärin telefonieren sollen – schwuppdiwupp wäre der Antrag als beschlossen auf die Tagesordnung geschlüpft.

Tja, das Hanauer Land hat seine Untiefen. Der liebe Gott wird wissen, warum er es erschaffen hat.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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