Bruder Lustigs Nachtgedanken: Es gibt sie, die Fehlerlosen

Bild: pixabay.com/Gerd Altmann

Auch Lehrerinnen machen Fehler. Manche merken es nur nicht.

Kein Finger schiebt sich mehr durch die Wolkendecke, von oben nach unten, keine Stimme Gottes grollt mehr wie Donnerhall: „Jo­nas, geh‘ nach Ninive!“ Wir armen Menschenwürmer sind ganz alleine gelassen, wenn es darum geht, welche Namen wir uns geben. Viel­leicht kommen so, weil die göttliche Weihe fehlt, auch die vielen Verwechslungen zustande.

Wer in seinem Be­ruf arbeitet, bei dem es weni­ger darauf ankommt, was ei­ner sagt, als vielmehr, wer das sagt, der kann ein gar­stig Liedlein davon singen. Welten brechen zusammen, sollte in der Zeitung Max Hanswurst stehen, anstatt Moritz Hanswurst. Und doch sind die Damen und Herren von der Journaille nicht die einzigen Übeltäter.

Das Telefon klingelt

Manch­mal sind sogar – hört, hört – die Glieder des Lehrkörpers fehlbar: Eines Morgens klin­gelte das Telefon bei A. Hof. Eine Lehrerin klagte über das Glatteis und sagte: „Sie müssen mir freigeben!“

Freigeben? Nö!

„Das kann ich nicht,“ ant­wortete A. Hof. Worauf die Pädagogin Gift und Galle spuckte und von Blutsaugerei fieberte. Bis sich, etliche Minuten später, herausstell­te, daß A. Hof gar nicht der Rektor der Schule war, son­dern A. Hof, ein Bankfach­mann.

Und der konnte nun wirklich der Dame nicht frei­geben. A. Hof trug die Ver­wechslung mit Humor. Das tun wenige. Denn obwohl der Prediger Salomon weiß, daß wir nichts weiter sind als Staub im Wind, ist unsre Ei­telkeit grenzenlos. Oder ge­rade deshalb ?

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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