Boyle, T. C.: Wenn das Schlachten vorbei ist

Bild: pixabay.com/ClkerFreeVectorImages

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Ratten, Schafe, Wildschweine, Schlangen Eingewanderte oder vom Menschen angesiedelte Populationen bedrohen die ursprünglichen Bewohner der Santa-Barbara-Inseln vor der kalifornischen Küste. Darum geht es in diesem Roman Wenn das Schlachten vorbei ist von T. C. Boyle.

Bedrückend

Die ursprünglichen Bewohner der Santa-Barbara-Inseln vor der kalifornischen Küste sind bedroht. Ratten, Schafe, Wildschweine, Schlangen Eingewanderte oder vom Menschen angesiedelte Populationen sind zu einer Gefahr geworden.
Zwei kontroverse Vertreter des Tierschutzes prallen aufeinander, Alma, die den alten Zustand wiederherstellen und die zugewanderten Tiere abschlachten lassen will, und Dave, der das mit allen Mitteln verhindern möchte, da jedes Leben schützenswert ist. Es kommt unweigerlich zu Verlusten auf beiden Seiten. Beziehungen und Menschenleben werden zerstört.

Alle verlieren bei Boyle

Unter die Haut geht einem, was die Protagonisten Boyles mitmachen, weh tut, wie Lebewesen abgeschlachtet werden. Im Ergebnis lese ich Sinnlosigkeit heraus. Alle bleiben auf der Strecke. Auch Alma, die vermeintlich den Sieg davonträgt. Nur weiß sie das nicht, denn sie kann den letzten Satz dieses Romans nicht lesen … Boyles üppiger Schreibstil überzeugt mich auch in diesem Buch.

Dem Leben den Lauf lassen

Manchmal, aber das gehört zu diesem Autor dazu, etwas zu ausufernd, detailverliebt, aber ingesamt ein tolles Leseerlebnis, voller Facetten. Dem Leben seinen Lauf lassen? Das ist die große Frage, um die der Roman Boyles kreist. Und die er nicht beantwortet. Da muss schon der Leser selbst ran. Und man beginnt wirklich, darüber nachzudenken. Ob der Mensch eingreifen sollte in die Evolution? Tiere sterben aus. Jeden Tag seit es diesen Planeten gibt. Sind wir Gottwesen, das verhindern zu können? Auch wir werden eines Tages aussterben, sofern wir uns nicht vorher selbst vernichten.

Wenn Menschen sich einmischen …

Als der Mensch noch nicht eingreifen konnte ins Ökologiesystem, starben Rassen aus, bedingt durch natürliche Veränderungen, neue entstanden, und das seit Jahrmillionen. Hätten wir Einfluss gehabt, würden Dinos noch unsere Wege kreuzen? Seit wir uns einmischen, wurde es problematisch. Die Elefanten wurden unter Schutz gestellt; nun sind es bereits so viele geworden, dass bald die Bauern Schutz vor ihnen benötigen, denn Felder werden zertrampelt, Ernten vernichtet. Es gibt weltweit noch geschätzte 3.000 bis 5.000 freilebende Tiger; bald werden wir sie nur noch aus Filmen oder Zoos kennen. Es gibt keine Antworten. Das Schlachten ist vorbei. Erschütternd.

Elsa Rieger

T. C. Boyle, Wenn das Schlachten vorbei ist, ISBN-13: 978-3446237346

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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