Bolt, Robert: Der kleine dicke Ritter Oblong-Fitz-Oblong

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Eines meiner Lieblingsbücher als Kind war der kleine dicke Ritter. Er ist es immer noch …

Ein gutmütiger Sir Oblong

Sir Oblong ist ein eigentümlicher Kerl: gutmütig, friedlich, ein Freund der Tiere. Und die Tiere sind eine Freunde – was sein Glück ist, weil Oblong zu gutmütig ist und selbst den finstersten Schurken immer wieder eine Chance gibt.

Der finstere Baron Bolligru

Das macht ihm einige Arbeit – weil der fiese Baron Bolligru, auf dessen Insel Oblong als Königlich fahrender Ritter für Ordnung sorgen will, alles andere als belehrbar ist. Aber in einer Mischung aus Freundlichkeit, Schlauheit und harter Hand (wenn es sein muss) bringen der kleine dicke Ritter und seine Freunde, die Tiere, dem finsteren Baron und seinen Spießgesellen immer wieder Niederlagen bei.

Oblong kämpft ungern – aber gut

Und wer jetzt meint, Oblong sei zu vertrauensselig, der muss nur mal selbst lesen – denn im rechten Moment ist es schlecht um seine Gegner bestellt. Oblong lässt sich zwar ungern zum Turnier oder zum Zweikampf fordern – weil er viel zu viel zu tun hat mit dem Aufbau der Kirche, die Bolligru hat niederbrennen lassen. Und Oblong muss sich dafür auch immer erst den Ackergaul Bessie von den Bauern leihen. Aber wenn Oblong dann herausgefordert ist und kämpfen muss, dann sehen seine Gegner alt aus. Der kleine dicke Ritter ist blitzschnell und sehr geschickt.

Üble Fallen

So entgeht Oblong die übelsten Fallen. Am Ende wird sogar – mit gemeinsamer List aller Menschen und Tiere – der furchtbar schwarze Drachen besiegt, mit dem sich Bolligru und sein Verbündeter Schwarzherz gegen Oblong verbündet hatten. Zuvor aber hatten der Königsritter den Drachen schon zweimal besiegt. Mutig ist er nämlich.

Mit Spaß lesen

Das Buch von Robert Bolt macht auch viel Spaß zu lesen. Es ist für viele ein Wiedersehen mit einem frühen Star der Augsburger Puppenkiste. Am Bildschirm werden so manche Kinder vor 40 Jahren mit dem kleinen dicken Ritter mitgefiebert haben – und vor dem schrecklichen schwarzen Drachen gefürchtet haben. Die Bilder sind zum Teil noch immer beim lesen im Kopf; es ist ein rührendes Wiedersehen mit einer wundervollen Geschichten. Und auch für die Kinder, die Oblong nicht als Marionettenstar kennen, ist die Geschichte sicher ein echtes Erlebnis. Denn sie ist wunderschön ungekünstelt und schnörkellos erzählt – so, wie Kinderbücher eben sein sollten.

Ein würdiges Ende

Das Ende des Buches ist eines großherzigen kleinen Ritters würdig – vom König als Besitzer der Bolligru-Insel und als Nachfolger des verstoßenen Baron eingesetzt, vergibt der Königsritter seinem Feind. Der darf auf der Insel bleiben – und wird tatsächlich ein guter Mensch; wer hätte das gedacht? Nur der Drache macht einen unrühmlichen Abgang und versinkt im Meer. Das ist zwar nicht ganz im Sinne des Tierfreundes Sir Oblong – aber das schwarze Biest ist wirklich eklig; und irgendwie selbst dran Schuld.

Robert Bolt, Der kleine dicke Ritter, Gebundene Ausgabe: 160 Seiten, Thienemann Verlag; Auflage: Neuausg. (1. Januar 1989), ISBN-10 9783522170260, ISBN-13 978-3522170260, 9,90 Euro.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ….

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