Blyton, Enid: Geheimnis um einen entführten Prinzen

Bild: pixabay.com/Clker-Free-Vector-Images

Im 9. Fall stöbern die fünf Spürnasen mit Hund einen entführten Prinzen auf – und geraten mit einer gefährlichen, internationalen Bande aneinander.

Fünf Spürnasen gegen den doofen Goon

Diesmal haben es die fünf Spürnasen übertrieben: Sie haben einen geheimnisvollen, hochgestellten Besuch aus dem Ausland gespielt – und sind dabei ausgerechnet dem doofen Dorfpolizisten Theophil Goon in die Arme gelaufen. Das wäre nicht weiter schlimm, weil Goon es ja nicht besser verdient und sowieso nicht kapiert, was da gerade abgeht. Aber schnell wird daraus eine echte Affäre – denn in der Gegend von Peterswood, in der die fünf Spürnasen mit Hund zu Hause sind, zeltet wirklich Prinz Bongawah eines befreundeten Landes. Und als der ein paar Tage später verschwindet, erinnert sich Goon daran, dessen angebliche Schwester gesehen zu haben; vielleicht könnte man die ja fragen, wo ihr Bruder steckt.

Scharf kombiniert

Soweit recht scharfsinnig kombiniert – nur war eben die Schwester des Prinzen die verkleidete Betsy, eine der Spürnasen.

Klar, dass Oberinspektor Jenks, sonst ein ausgewiesener Freund der fünf Kinder, schnell dahinter kommt – denn erstens ist der schlauer als Goon und zweitens kennt er seine Spürnasen. Und vor allem deren Chef Dicky, der sich gerne und sehr erfolgreich verkleidet.

 

Oberinspektor Jenks ist sauer

Jenks ist ziemlich sauer. Schließlich tappte die gesamte Polizei wegen der angeblichen Schwester des Entführten im Dunkel.

Aber die düsteren Wolken verfliegen schnell – schließlich gibt es ein echtes Geheimnis zu lösen – nichts, was die fünf Spürnasen lieber tun. Und die Fünf dachten schon, es würden Ferien ohne Geheimnis werden. Was natürlich bei Enid Blyton nie passiert, das ist klar.

Die Fünf ermitteln auf Hochtouren und lassen sogar Goon an ihren Ergebnissen teilhaben. Das müssen sie auch, darauf hat Jenks bestanden. Nur leider: Der doofe Polizist glaubt ihnen nicht. So tappt er im Dunkeln herum, während die Spürnasen der Lösung des Falls immer näher kommen.

Gefährliche Bande

Und es wird wirklich abenteuerlich: der Prinz ist entführt worden, wie sich bald herausstellt. Allerdings nicht vom Zeltplatz, sondern schon früher. Ein Doppelgänger hatte ihn im Lager nur gespielt. Das bekommen die Kinder raus und verfolgen die Spuren, die der Doppelgänger auf seiner Flucht hinterlassen hat.

Und Pip hat Glück – er entdeckt ein wichtiges Indiz. Damit und mit seiner Kombinationsgabe, seinem Mut und seinem Geschick kommt Dicky, der Chef der Bande, der Lösung immer näher nahe. Alle Spuren führen zu einem Gehöft im einem Sumpf.

Der finale Showdown ist diesmal gefährlich, weil die Kinder es mit einer internationalen Bande zu tun bekommen.
Und auch Goon taucht wieder auf – allerdings hat er sich ganz schön in den Schlamassel geritten.

Spannendes Kinderbuch

Mit dem 9. Geheimnis hat Enid Blyton wieder ein spannendes Kinderbuch geschrieben; nach bewährtem Muster: Erst sind die Ferien öde, erst allmählich kommt ein Geheimnis auf. Das plätschert schon mal 100 Seiten dahin, ehe es richtig losgeht. Aber amüsant zu lesen ist es immer – alleine schon, weil Goon eben Goon ist und damit doof und fies, und Dicky ihn locker und fintenreich austrickst. Bei Enid Blyton darf man allerdings nicht fordern, dass sie Klischees hinterfragt. Aber erstaunlicherweise macht das nichts. Es stört auch nicht, dass sie unverblümt allwissend schreibt – sie ist als Erzählerin an allen Orten und kennt die Denkweisen aller Personen. Die Geschichten sind also immer aus allen Perspektiven erzählt.

Gegen alle Romantheorie

Das verstößt ebenso gegen die reine Lehre der Romantheorie. Doch wir lernen daraus, dass man die Theorie gerne außer Acht lassen kann, wenn man spannend schreibt.

Die Abläufe der Geheimnisse und deren Lösung sind übrigens auch immer gleich. Die Geheimnisse sind aber immer nett und nie zu gefährlich, stets durchzogen von guten Dialogen.

Enid Blyton, Geheimnis um einen entführten Prinzen, gebundene Ausgabe: 188 Seiten, Erika Klopp Verlag (2000), ISBN-10: 3781752496, ISBN-13: 9783781752498

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

Kommentar verfassen