Blyton, Enid: Geheimnis um ein Haus im Wald

Bild: pixabay.com/Ralph Klein

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Enid Blytons spannender Kinderkrimi mit den fünf Spürnasen – diesmal sind sie einer Autoschieberbande auf der Spur.

Kinderkrimi mit Verwechslung

Der ganze Kinderkrimi beginnt mit einer Verwechslung: Die vier anderen Spürnasen wollen ihren Chef Dicky am Bahnhof abholen. Der hat allerdings den Zug verpasst und kommt gar nicht mit. Nur, das wissen Daisy, Betsy, Larry und Pip nicht. Sie vermuten, der clevere Dicky hat sich verkleidet. Und prompt quatschen sie einen anderen dicken Jungen als Dicky an. Peinlich, denn der ist der Neffe vom ungeliebten Dorfpolizisten Goon.

Ern wird veräppelt

Im weitere Verlauf schließt sich Ern, wie der Neffe heißt, den Spürnasen an. Er will so gerne ein guter Detektiv werden. Doch der arme Ern ist ein bisschen einfältig und wird gnadenlos von den Spürnasen veräppelt. Und er fällt wirklich auf alles herein. Weil ihm aber sein Onkel nachschnüffelt, entwickelt sich bald ein munteres Verwirrspiel um den nächsten Fall. Ern verfolgt eine falsche Fährte, auf die ihn Dicky setzt, sein Onkel verfolgt Ern und bald ebenfalls die falsche Spur.
Die Spürnasen sind derweil dem richtigen Geheimnis auf der Spur – der tollpatschige Ern entdeckte es per Zufall.

Falsche Indizien

Während der arme Neffe stolz die falschen Indizien präsentiert, die ihm die Spürnasen ausgelegt haben, tappst er immer weiter in Schwierigkeiten hinein. Erst schreibt ihm Dicky ein Schmähgedicht auf seinen Onkel in sein Notizbuch – weil Ern sich so ernsthaft bemüht „Getichte“ zu schreiben, während sie Dicky aus dem Ärmel schüttelt.

Goon wird wütend

Prompt findet das der geschmähte Goon und straft seinen Neffen ab. Das Fatale. Ern ist so stolz auf das Gedicht, von dem er glaubt, er habe es nachts im Tran geschrieben und könne sich nicht mehr daran erinnern. So wagen die Spürnasen nicht, sich für die Fälschung zu entschuldigen.
Dann verkleidet sich Dicky bei seinen Ermittlungen als Ern – und prompt kidnappen ihn die Gangster.

Haus im Wald

Das Geheimnis dreht sich um ein einsames Haus im Wald, das ein eigenwilliges Innenleben hat … eine einer Autoschieberbande treibt dort ihr Unwesen.
Aber Ern hat andererseits wiederum Glück, dass er an die fünf Spürnasen mit Hund Scotty geraten ist – denn die hauen ihn schließlich raus und lösen den Fall.

Enid Blyton hat in ihrem Leben rund 700 Kinderbücher geschrieben. Das ist eine erstaunlich Menge. Wer aber jetzt meint, sie habe ihre Geschichten nur hingeschlampt, der irrt. Die Charaktere der Geschichten sind durchaus stimmig und konsequent gezeichnet, die Handlungsstränge logisch. Es ist für Kinder genau der richtige Tiefgang in den Geschichten. Natürlich sind die Fälle ein wenig blauäugig – welche Kinderbande ist schon so schlau und trickst die erwachsenen reihenweise aus? Aber gerade das gefällt Kindern.

Etwas dick aufgetragen

Allerdings hat Blyton ihrem Lieblingshelden Dicky Eigenschaften gegeben, die von Buch zu Buch größer, besser und bewundernswürdiger werden. Vor allem die bedingungslose Bewunderung der anderen Spürnasen ist ein wenig dick aufgetragen. Da waren die ersten beiden Bände distanzierter: Dicky war ein genialer Detektiv, aber ein nerviger Aufschneider. Und die Kinder rieben ihm ganz schön den Kümmel. Das hatte seinen Reiz. Davon ist in diesem Buch nicht mehr viel vorhanden. Was ein wenig schade ist.

Enid Blyton, Geheimnis um ein Haus im Wald, Gebundene Ausgabe, 190 Seiten, Erika Klopp Verlag (2000), ISBN-10: 3781752461, ISBN-13: 978-3781752467.

Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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