Blechschmitts Welt: Wo ist der Hundekäfig? Satire

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Bild: pixabay.com/ClkerFreeVectorImages

Blechschmitt ist ein wenig schusselig. Aber dass er gleich den neuen Hundekäfig verschlampt – das geht nun wirklich zu weit!

Satire

So ein Montagfrüh im Büro hat es in sich – vor allem, wenn Blechschmitt auch noch den Freitag frei hatte. Eine Tonne Mails muss er drehen und wenden, ob da nicht noch etwas Wichtiges versteckt wäre, das die Kollegin nicht gesichtet hat. Und dann die restliche Woche planen.
Kaum sitzt Blechschmitt aber am Schreibtisch und hat die erste Fehlermeldung auf dem Schirm (weil sein Mailaccount völlig abgesoffen ist), klingelt das Telefon. „Wo hast du den Hundekäfig hingestellt?!“, fragt ihn die nachdrückliche Stimme seiner Gattin. Sie ruft offensichtlich von unterwegs aus an, der Empfang ist nicht so gut.
„Äh“, antwortet Blechschmitt und versucht verzweifelt, sich an den Hundekäfig zu erinnern. Ja, wo hatte er den nochmal hingestellt? Und wann.

Hundekäfig? Ich versteh immer Hundekäfig …

„Äh, was ist denn mit dem Hundekäfig?“, fragt er, um Zeit zu gewinnen.
„Der ist weg!“, knarzt seine Gattin ins Mobiltelefon.
„Wie? Weg?“ Blechschmitt ist verblüfft.
„Ich bin gerade mit dem Auto unterwegs, habe es abgestellt und hinter mich geguckt – und der Hundekäfig ist weg. Wo hast du ihn hin?“
„Äh“, sagt Blechschmitt, „du meinst den Käfig für den Hund?“
„Ja, Herrgott, was denn sonst soll ein Hundekäfig sein als ein Käfig für den Hund? Jetzt stell dich doch nicht so saublöd an! Wo ist er?“

Wo ist der Hundekäfig?

„Ich, äh, habe ihn am Samstag aus dem Auto genommen. Als ich einkaufen fuhr.“ An diesem Samstag war Blechschmitt alleine einkaufen gefahren, weil seine Gattin noch ein bisschen kranker war als er. Sagte sie zumindest.
„Ja, und, wo hast du ihn hingestellt?“
„In den Carport. Wie immer.“
„Da stand er aber nicht, als ich das Auto vorhin wegfuhr. Das heißt, ich weiß nicht, ob er da stand. Aber das Auto stand da, wie kann dann noch so ein großer Hundekäfig dahinter gestanden haben?“
„Das stimmt auffallend“, pflichtet Blechschmitt der glasklaren Logik seiner Gattin bei.
„Also, wo ist der Hundekäfig?“
„Äh, weiß ich nicht. Ich habe das Auto schon am Samstag wieder in den Carport gefahren. Nicht wie sonst immer am Sonntag. Der Hundekäfig war also nur ganz kurz im Carport. Höchstens zwei Stunden. Da muss ihn also jemand am helllichten Tag aus dem Carport geklaut haben.“
„Na prima!“, stöhnt seine Gattin, „weiß du, was so ein Hundekäfig kostet?“
„Ja, 73,54 Euro mit Versand. Ich habe ihn schließlich bezahlt.“
„Also, du weißt es.“
„Ich weiß aber auch, dass ich den Wagen nur ganz kurz zum Einkaufen hatte. Und dass der Hundekäfig dann schon weg gewesen sein musste.“

Ohne Schramme

„Das mag ja sein. Aber wieso denkst du nicht daran, den Käfig nach dem Einkaufen wieder ins Auto zu packen? Und wieso merkst du nicht, dass du gar keinen Käfig im Auto hast, wenn du den Wagen in den Carport stellst?“
„Das sind gute Fragen, meine Liebe“, entgegnet Blechschmitt ruhig, „ich denke mal darüber nach.“
„Tu das. Und wenn ich nach Hause komme, schau ich mal. Vielleicht finde ich den Hundekäfig doch noch.“
Sie findet ihn, wie sie kurz darauf per Anruf übermittelt. Er steht im Carport. Sogar ohne Schramme.
„Ich möchte bloß mal wissen, wie du es geschafft hast, den Wagen einzuparken, obwohl der Käfig im Carport stand?“, wundert sich Frau Blechschmitt.
„Naja, der Parkpilot hat schon ziemlich früh gepfiffen. Und ich war erstaunt, wie weit der Wagen aus dem Carport ragt“, gibt Blechschmitt zu. Er macht sich gerne zum Deppen – solange der Hundekäfig wieder auftaucht …

Jeremias Blaumilch

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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