Blechschmitts Welt: Griechisch-orthodox

Blechschmitts Welt

Bild: pixabay.com/Lorri Lang

Wie trinkt man am besten seinen Tee? Auf diese Frage hat Blechschmitt eine klare Antwort: heiß! In Blechschmitts Welt geht es nun einmal eigentümlich zu …

Satire

Am Abend war die Anweisung von Frau Blechschmitt klar: Alles dreckige Geschirr direkt in die Spülmaschine räumen. Und nicht auf die Anrichte stellen. Hat sich auch fast jeder daran gehalten. Nun, Blechschmitt hat sich daran gehalten, die Jungs eher nicht.

Geschirr ist dreckig

Und so kommt Blechschmitt am nächsten Morgen um 5.30 Uhr in die Küche und findet eine vollgestellte Spüle vor. Allerdings auch eine vollgestellte Spülmaschine. Niemand hat den Spülgang aktiviert – das Geschirr ist dreckig.
Also holt Blechschmitt Kanne, Teesieb und Deckel aus der Maschine, um Tee zu kochen.
Eine halbe Stunde später kommt Frau Blechschmitt die Treppe herunter und gähnt wie ein Krokodil.
„Hier ist ja gar nicht gespült!“, grummelt sie.
„Nein“, erwidert Blechschmitt.
„Du hättest das Geschirr ruhig mal in die Maschine räumen können.“
„Nein, konnte ich nicht.“
„Und wieso nicht?“, will die Gattin wissen.
„Weil sie voll ist.“
„Dann räum sie leer!“
„Geht nicht.“
„Warum? Welche deiner fadenscheinigen Ausreden muss ich jetzt wieder hören?“, mault sie.

Keine Ausrede von Blechschmitt

„Gar keine Ausrede“, erwidert Blechschmitt freundlich, „ich kann die Maschine nicht ausräumen, weil das Geschirr nicht gespült ist. Irgend so ein Trottel hat gestern Abend die Maschine nicht angestellt.“ Dabei schaut Blechschmitt seine Gattin vielsagend an.
„Du brauchst mich gar nicht so anzustarren. Derjenige, der das letzte Stück Geschirr in die Maschine räumt, muss sie natürlich auch anstellen. Ich war das nicht.“
„Ich auch nicht.“

Du räumst ja nie was ein!

Frau Blechschmitt nippt am Tee, den sie sich mittlerweile eingeschenkt hat: „Das ist mir klar. Du räumst ja auch nie was ein.“
„Stimmt nicht. Ich räum sie ein und aus. Ich habe zum Beispiel heute die Teekanne rausgeräumt, um Tee zu kochen.“
„Das dreckige Zeug! Igitt, was für eine Sauerei!“ Frau Blechschmitt starrt in ihre Tasse.
„Oder wolltest du den Tee lieber griechisch-orthodox trinken?“
„Wie? Griechisch-orthodox? Was ist denn das?“
„Das ist die klassische Art, Tee zu trinken. Die Teeblätter in den Mund. Und dann kochendes Wasser nachgießen.“
„Haha. Du hast heute wohl einen Clown gefrühstückt.“
„Ja. Und ich habe noch Hunger. Gleich fresse ich schlecht gelaunte Ehefrauen!“
„Die gibt’s hier nicht“, erwidert Frau Blechschmitt und verschwindet aus der Küche.

Jeremias Blaumilch

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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