Blechschmitts Welt: Mach’s mit der Taste

Bild: Clker.com/ClkerFreeVectorImages

Manchmal ist es gar nicht so einfach, die richtige Taste zu finden – vor allem, wenn die Beschriftung sich ändert.

Satire

Sonntagmittag, eine Kleinstadt, irgendwo in Deutschland. Blechschmitt steht an der Theke eines Hamburgerrestaurants und wartet auf seine Bestellung. Die Dame, die jetzt drankommt, während er wartet, ist dunkelhäutig, schneidig und unverkennbar amerikanisch. Wahrscheinlich eine Soldatin in Zivil. Sie bestellt erst ein gebackenes Käsebrötchen mit gesottenen Langkartoffeln und bezahlt mit einem 20-Euro-Schein. Dann bestellt sie ein Fleischklopsbrötchen (gebacken), auch mit gesottenen Langkartoffeln. Zum Bezahlen reicht sie einen 20-Dollar-Schein über den Tresen.

Des geht net

„Das nicht wir annehmen dürfen“, radebrecht ein junger Mann mit russischem Akzent.
Die schwarze Dame lässt keinen Zweifel aufkommen und antwortet entschieden und akzentfrei: „Sie dürfen überall auf der Welt in Bernie Burgers Braterei mit Dollars bezahlen, junger Mann!“
Und fährt fort: „Sie müssen auf die Taste ‚andere Währungen‘ drücken, den Betrag in Dollar eingeben. Dann bekommen Sie angezeigt, wie viele Euro Sie zurückgeben müssen.“
Der Russe an der Kasse schaut, als wären die Amerikaner in Sibirien gelandet – von diesen Tasten hat er noch nie etwas gehört. Er tippt zaghaft auf den Tasten herum, gibt dann auf und ruft lieber seine Chefin. Eine flotte Deutsche

Ein Lob der Taste – das Wechselgeld kommt

Die Chefin ist unsicher, ob sie schon einmal von den Tasten gehört hat – und lässt sich lieber den ganzen Vorgang noch einmal von vorne erklären.
Auch sie tippt – und siehe da, es klappt, das Wechselgeld kommt.
Sie hat auch eine Erklärung, warum das so schwierig war mit den Tasten: „Wissen Sie, früher stand aus den Taste immer ‚Dollar‘. Jetzt steht da ‚USD‘.
Na dann, denkt sich Blechschmitt und grinst, während die Amerikanerin schaut, als wären die Russen an Alaskas Küste gelandet.

Jeremias Blaumilch

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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