Blechschmitts Welt: 2 nehmen, 1 zahlen

 

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Bild: pixabay.com/Pezibear

Bei den Blechschmitts hängt der Haussegen wieder gerade – doch ob die Lösung seiner Gattin für Blechschmitts Hosenproblem wirklich so salomonisch ist?

Satire

Frau Blechschmitt hat einen kleinen Zettel auf Blechschmitts Geldbeutel gelegt – den sieht er, als er am nächsten Morgen die Schublade öffnet und seinen Geldbeutel an sich nehmen will. Auf dem Zettel steht ein kleines, rosafarbenes Post-it: „Kauf dir doch mal zwei Hosen!“, empfiehlt seine Gattin. Blechschmitt freut sich; ganz offensichtlich sind die Gewitterwolken verzogen. Vor zwei Tagen hatten die Blechschmitts argen Krach bekommen – weil der Herr des Hauses der Herrin des Hauses sagte: „Wenn du demnächst wieder mal in der Waschküche vorbeikommst, wäre ich dir dankbar, du würdest mir mal ein paar Klamotten waschen. Mein Kleiderschrank ist fast leer. Ich laufe schon in meiner letzten Sommerhose herum, dabei haben wir 5 Grad Minus!“

Blechschmitts verdammter Macho-Spruch

Das hätte Blechschmitt nicht sagen sollen. „Was ist das denn für ein verdammter Macho-Spruch!“, bekommt er um die Ohren gehauen. Und selbst sein zarter Hinweis, dass sein holdes Weib nun mal für die Wäsche zuständig ist, er half nichts. Ja – und es war ihre eigene Arbeitsteilung. Wäsche macht sie – da darf Blechschmitt nicht ran. Sonst werden die weißen T-Shirt wieder pink und die gestärkten Hemden grau; so, wie alle Unterwäsche der Familie. Das nun doch nicht! Aber natürlich darf Blechschmitt seine Holde nicht auf ihre Pflichten ansprechen, wenn sie andere Verpflichtungen hat.

Zwei Hosen für eine

Aber nun, nach zwei Tagen, hat Frau Blechschmitt eine salomonische Lösung gefunden: „Kauf dir doch mal zwei Hosen!“ Das macht Blechschmitt gerne, auch, wenn er kein Geld hat, sondern nur Schulden. Vor allem, weil der Zettel, auf dem das Post-it seiner Holden klebt, von einem großen Warenhaus stammt. „2 nehmen, 1 zahlen“, steht da. Und „Gegen Abgabe dieses Bons erhalten Sie zwei Artikel nach Wahl zum Preis von einem (der günstigere ist umsonst).“
Das ist doch was – zwei Hosen für eine, denkt Blechschmitt. Der Text geht weiter: „Der Bon ist einlösbar ab 16:00 Uhr.“ Naja, das schafft er auch. Er liest den Zettel zu Ende: „Gültig vom 23.01. bis 30.03.2013 – in unserem Restaurant Café“.
Hm. Blechschmitt überlegt, ob er versuchen soll, jetzt zwei Hosen im Restaurant Café zu bestellen. Vielleicht lässt er sich auch die gesamten gekochten Spaghetti einpacken; dann kann seine Holde daraus zwei Hosen häkeln – in ihrer Freizeit, wenn sie sonst nichts zu tun hat…

Jeremias Blaumilch

 

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Bruder Lustig

Bruder Lustig ist Journalist und Autor. Am liebsten schreibt er spinnerte Geschichten für kleine und große Kindsköpfe – früher Kinderbücher und Märchen, heute Schnurren und Satiren ....

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